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Rapier, Part Two: Further Techniques

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1570 Edition · fol. Ⅱ.72r.4

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1570 Edition · fol. Ⅱ.72r.5

[Ⅱ.72r.5] Also schicke dich in die Oberhut der rechten Ochsens, und trit mit auffrechtem dargebotenen leibe, das dein rechter Fuß alzeit vorgange zu ihme, Reitze ihn also mit frölichen oder trutzigen [Ⅱ.72v.1] geberden zur arbeit an, sticht er under des gegen deinem leib her, so trit eben in dem er sein stich herführet, mit deinem rechten Fuß ferner gegen seiner Lincken umb zu ihm, und wende zugleich hiemit dein Lange schneide undersich gegen deiner Lincken, in solchem undersich wenden aber, sencke deinen leib mit gebogenem Kni deinem Wehr nach wol fürsich, und schneide oder führe ihm also sein klingen mit deiner Langen schneiden undersich von dir, so komstu nach solches abschneiden mit deiner wehr, und mit nider gesencktem leib zu der lincken Underhut, von deren (so bald er deiner gegebenen rechten Blöß wider zu stechen oder hauwen wirde) fahre eilents mit deinem geFeß unnd Langer schneide auch auffgerichtem leib wider ubersich, biß in obgemelte Oberhut, und so du wilt magstu behendiglich aus diser Oberhut mit einem weiten zutrit gegen seinem gesicht nachstechen, aber wan du solches thun wilt, so verwende im hinein stechen und fürt tretten die Lange schneid mit starckem verwenden gewaltig undersich mit nach gesencktem leib, auff solches verwende eylents dein Wehr neben diener Lincken wider zu einem streich, unnd Hauwe von derselbigen mit ausgestrecktem Arm gegen seiner Rechten schlims uberort, durch sein gesicht, also das du nach ende solches hauwes in die Underhut zu deiner Rechten kommest, in welcher Hut du abermals mit deinem gesicht bloß vor ihme stehest.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.72v.2

[Ⅱ.72v.2] Derohalben nim fleissig wahr, als bald er dir solcher Blösse zu sticht, so trit mit deinem Lincken Fuß hinder deinen Rechten gegen seiner Lincken aus, unnd führe mit außgestrecktem Arm dein geFeß und Lange schneid, aus diser Underhut ubersich gegen deiner Lincken, biß in dieselbige Oberhut des Ochsens, von desselbigen (wann er dir ferner zusticht) wende eilents die Lange scneide wider undersich gegen deiner Rechten, in solchem verwenden aber trit wol von seinem stich gegen seiner rechten seiten aus, führe ihm also sein klingen mit außgestreckter Langer schneide vom lincken Ochsen undersich, wider gegen deiner rechten Underhut, aber in dem du [Ⅱ.73r.1] sein stich wie gemeldet von dir Abschneidest, soltu mit gesencktem leib wol uber dein fürsich gebogen Kni, dem Hauw nach zulangen, Wann dan solches geschehen ist, so stehestu wider in der rechten Underhut wie anfangs, wo er dir weiter zustechen würt, so fahr eben auff vorgelegte weiß, mit Langer schneide wider ubersich, biß in die lincke Oberhut, von dannen stich behendiglich mit einem außsprung gegen seiner Rechten lang für dir hin gegen seinem gesicht, in disem stich soltu abermals die Lange schneide so starck undersich gegen deiner Rechten wenden, und in disem Abschneiden soltu dein klingen neben deiner Rechten zum streich verwenden, das du demnach einen geschwinden hauw, zu einem Wehrstreich, schlims durch sein lincke achsel haben mögest, wann du den volbracht hast, so wirstu dein Wehr zur Lincken in der Underhut haben, von deren du als dann mit Langer schneide, wider ubersich biß in die Rechte Oberhut versetzen magst, und fürter.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.73r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.73r.3

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1570 Edition · fol. Ⅱ.73v.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.73v.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.74r.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.74r.2

[Ⅱ.74r.2] Wie du ihm seinen hauw den er von seiner Rechten auff dich herführet, aufffangen unnd gegen seiner Lincken behend und gerad zustechen solt.

IM zufechten schicke dich in die gerade Versatzung, wie dich das mitler und eintzige Bild in der Figur welche mit dem F. verzeichnet lehrt, trit also mit ausgestreckter und steiffer Versatzung zu ihm. Hauwet oder sticht er demnach von seiner Rechten schlims her gegen deiner lincken, so wende die Lange schneide zu sampt dem geFeß ubersich gegen seinem herfliegenden haw oder stich, under des aber diweil[!] du also versetzest, so trit mit deinem hindern lincken Fuß hinder deinem Rechten, gegen deines widerparts Lincke zur seiten aus, von seinem stich oder hauw und fange also seine klinge im gelehrten austretten, auff die sterck der deinen, nahe bey deinem geFeß auff, in dem unnd dieweil die klingen noch also im Bande zusamen rühren, so trit auch mit [Ⅱ.75r.1] deinem rechten Fuß fürbas gegen seiner Lincken seiten zu ihm, und stich zugleich mit solchem fürt tretten, an seiner klingen (oder von derselbigen gerad für dir hin) gegen seinem gesicht, biß in das obere langort, als bald der stich angetroffen oder vollendet ist, so wende die Lang schneid wider gegen seiner klingen, und verzucke wider biß in die vorige versatzung, mit welcher beschirme dich so lang, bis du dein gelegenheit zu einem andern stuck ersihest.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.75r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.75v

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1570 Edition · fol. Ⅱ.76r.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.76r.2

[Ⅱ.76r.2] Wie du von Oben versetzen, unnd under seinem Wehr hinein stechen solt.

ITem hauwet oder sticht er dir abermals von Unden, oder underhalb deiner Wehr zu deinem leib, so fall aus obgelehrter versatzung mit Langer schneid von Oben nider auff sein klingen, also das dein kling im versetzen zur seiten aus undersich hange, wie dir solche versatzung in der Figur mit dem C. an dem kleinern Bild zur lincken fürgemalet ist, und zu gleich in dem du also versetzest, so trit auch mit zwifachen tritten sprungsweiß wol gegen seiner Rechten seiten [Ⅱ.76v.1] aus von seiner klingen, und stich ihm behend under seinem Rechten Arm zum leib, wie solches das ander Bild gegen disem anzeigt, von solchem stich, zucke dein Wehr behend gegen dei ner[!] lincken Achsel, unnd Hauwe als dann von derselbigen ein Wehrstreich uberort durch sein Rechte Achsel, so komstu nach ende desselbigen hauwes in die rechte Underhut, von welcher biß behend wider auff in gerader versatzung, dich ferner damit zu beschirmen.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.76v.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.76v.3

[Ⅱ.76v.3] Wann er dir solchen nach stich außschlagen oder abtragen, wie du dich ferner halten solt.

BIßher hastu gelehrt, wie du von der Versatzung mit austreten behendiglichen nachstechen solt, dieweil er dir aber solchen stich ausnemen und abtragen kan, so merck fürs ander dise lehr, Nemlich wann du ihm einen stich oder Hauw auff deine versatzung entpfahest, auch demnach einen stich gegen seinem gesicht hinein stichst, aber er schlecht dir den behendiglich aus, so merck fleissig von welcher seiten er dir den ausschlecht, gegen derselbigen trit und las deine klin= [Ⅱ.77r.1] gen gleich in dem schwung (welchen er der klingen mit seinem außschlagen) geben hat, umbschnappen zum stich, und stich ihm eben zu derselbigen, von welcher er aus geschlagen hat hinein. Als nemlich ficht er von seiner Rechten gegen deiner Lincken, du aber versetzest ihm von deiner Rechten, sampt dem austretten gegen seiner Lincken (wie bißher gelehrt) mit ausgestreckter Wehr, und stichst ihm also von der versatzung ab, gerichts gegen seinem gesicht zu, das mus er dir (wo er anders nicht will getroffen werden) wehren, und dir dein klingen gegen seiner lincken ausschlagen, als bald er das thut, so trit wol aus gegen seiner Rechten seiten, unnd las dieweil dein klingen umbschnappen in die rechte Oberhut des Ochsens, dar zu er dir dann mit seinem ausschlagen fürdernus geben, und stiche demnach behend auswendig seines rechten Arms, krefftiglich aus gedachter Oberhut hinein, wie du nun solches gegen seiner Rchten volbracht, also kanstu es auch von deiner Lincken in das werck richten.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.77r.2

[Ⅱ.77r.2] Wie du dem der dir den ersten Stich außschlagen will, Durchwechseln unnd zu der andern seyten stechen solt.

MErck wann du ihm seine Häuw und stich mit ausgestreckter klingen von dir abweisest, und nachstechen wilt, wei bißher gelehrt, wirst aber under dessen gewahr das er versetzen wil, so schauwe das du nicht zu nahe zu ihm getretten seyest, und merck fleissig in dem er mit seinem geFeß zur versatzung aufffehrt, so volführe deinen stich (den du dann mit geberden gezeige oder getrauwet haben solt) nit, sonder fahre mit deiner Wehr (dieweil er auff gefahren ist) under der seinen durch, und stich ihm zu der andern seiten krefftiglich mit ausgestrecktem Arm hinein, zu [Ⅱ.77v.1] solchem Durchwechseln und stechen soltu wol gegen der seiten zu welcher gestochen hast, von seiner Wehr ausgesprungen sein.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.77v.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.77v.3

[Ⅱ.77v.3] Wie du under des dieweil er hauwen wil, nach stechen solt.

MErcke wann du mit obgemelter versatzung im zufechten bist, und dein widerpart begegnet dir in gleicher gerader versatzung, so trit mit starcker versatzung ernstlich und nahet zu im, also das du ihm die mitte seiner klingen, mit der deinen erlangen und anbinden kanst, aller dings wie dich solches die zwey obern Bilder in der Figur C. lehren, und wart aldo fleissig wan er mit seiner Wehr von der deinen abgehn wolte, eintweder zu hauwen oder zu stechen, so stich im (die [Ⅱ.78r.1] weil er sein Wehr umzucket) stracks für dir hin zu seinem gesicht, Brust oder dem bauch zu, damit er aber dester ehe ab zu gehn, und zu hauwen angereitzt werde, so magst ihm ein Blöß doch mit deinem vortheil betrieglichen darbieten, davon hernach weiter.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.78r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.78r.3

[Ⅱ.78r.3] Eben desgleichen thun ihm auch, wann er von seiner Lincken gegen deiner Rechten herhauwen wurde, und versetze ihm den auch mit ausgestreckter Wehr, in die sterck deiner klingen, und trit eben in dem du dein geFeß zur versatzung ausstreckst, mit deinem rechten Fus gegen seiner Lincken, als bald nun sein klingen auff die deine glützt, so lasse dieselbige wider zu ruck umb dein Kopff fahren, und Hauwe also mit obgemeltem trit, eben gegen seiner Lincken seiten (von wel= [Ⅱ.79r.1] cher er sein Wehr her bracht hat) durch sein gesicht, komme demnach behend wider von solcher Underhut (in welche du mit disem hauw ankommen bist) wider in die gerade versatzung.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.79r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.79r.3

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1570 Edition · fol. Ⅱ.79v.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.79v.2

[Ⅱ.79v.2] Wie du ihn durch zwen Mittelhäuw auß der versatzung angreiffen und nach stechen solt.

ODer wann du also in gerader versatzung zu ihm, deinem gegenfechter getretten bist, so bleibe mit ausgestrecktem Arm starck in der versatzung, und wende alwegen die Lange schneide (er hauwe von Oben uberzwerch oder von Unden) gegen seinen herkommenen häuwen oder stichen, trage im solche ab mit deinem geFeß, beiseits aus von dir, und merck fleissig auff dein gelegenheit, wannn[!] er sichs dan am wenigsten versihet, so zucke umb den Kopff, und hauwe den ersten Mittelhauw uberzwerch von deiner Rechten durch sein gesicht, also das du nach ende solches hauwes in die Mittelhut zur Lincken ankommest, welche du hievor im Dusacken am 5. und 43. blat [Ⅱ.80r.1] in der Figur welche mit dem Buchstaben C. verzeichnet fürgemalt sihest, von der selbigen Hauwe den andern auch gewaltig uberzwerch gegen seiner Rechten durch sein gesicht, und denselbigen also starck durch, das sich dein klingen neben deiner Rechten verschwinge, in die rechte Ober hut des Ochsens, under des aber dieweil dein klingen also oberhalb deinem Kopff umbfahrt, so trit mit deinem lincken Fuß wol zur seiten aus gegen seiner Rechten, folge gleich behendiglich mit deinem rechten Fuß fürter zu ihm (und stich also in disem zutrit deines Rechten fusses) von Oben gewaltig gegen seinem gesicht, in solchem fürt stechen büge dein vorder Kni im nidersetzen des fuß wol fürsich, und sencke den obern leib wol undersich fürsich, dem stich nach, wann du nun in dem hinein stechen mit starckem verwinden die Lange schneid undersich wendest, so komstu nach ende des stichs in die Underhut zur Lincken, von dannen eile behendiglich wider in die gerade Versatzung.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.80r.2

[Ⅱ.80r.2] Wie du in Versetzen, Dempffen unnd nach fechten solt.

MErck wann du an deinem gegen fechter gewahr wirst, das er mit ungestümen häuwen dich mit gewalt zu ruck treiben wil, so versetze ihm (wie bißher gelehrt)mit außgestreckter versatzung ein hauw zwen drey oder vier, so lang biß du dein gelegenheit zu nach geschribenem haw haben magst, als bald du die ersehen hast, unnd er von von einem gethanen hauw die Wehr wider nach sich oder zusich ziehen will, so erhebe dein Wehr zugleich (in dem er sein Wehr zu einem andern hauw auffzeucht) auch ubersich, und spring under des behende gegen seiner andern seiten von seinem hauw beseits aus, etwas ferners zu ihm, und Hauwe eben dieweil er nach herhau= [Ⅱ.80v] wet, gerad von Oben zwischen seinem Kopff und seiner klingen nider, als woltest du ihme den Arm darinnen er die Wehr führet, an seiner Achsel abhauwen, in dem Hauw aber so lasse dein geFeß der klingen (im herab fahren) gegen der erden etwas vorgehn, auch komme mit den füssen im tretten weit von einander, auff das du deinen obern leib dem Hauw nach dester baß uber dein fürsich gebogen Kni fürsich undersich sencken könnest, wann du nun auff solche weiß aus seinem herfliegenden Hauw ausspringest, und Hauwest also in dem er herhauwet zwischen seinem Kopff und Wehr gerad von Oben nider zu seiner Rechten achsel, also das nach disem haw nicht allein durch weite von einander tretten, mit dem obern leib wol fürsich undersich gesenckt kommest, sondern das auch dein geFeß im herab führen des Hauwes, doch mit ausgestrecktem Arm, gegen der erden der klingen wie gemelt etwas vorgange, so triffstu ihm (wann du anders seines rechten Arms fehlest) sein klingen nahet bey seinem geFeß in die stercke, und schwechst in dermassen, das du ihm wol zum leib stechen oder hauwen kanst, ehe dannn[!] er sich wider erholte, wann du ihn aber mit einem nicht gnugsam schwechen kanst, so dempff im der Häuw einen oder zwen von beiden seiten, wann du dem recht thust, so wirt er dir uber drey häuw ungeschwecht nicht können volbringen, Dises stuck hab ich nicht allein darumb also eigentlich beschrieben, und etlich mal repitiert, dieweil es an ihm selber ein sehr gut stuck ist, sonder auch darumb dieweil es schwer an ihm selbs, und ohn zeigung mit lebendigem leib schwerlich gemerckt, auch mit sonderer geschicklichheit ins werck gericht muß werden.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.81r.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.81r.2

[Ⅱ.81r.2] Also und fürs erste mercke dises, nemlich das du in allem versetzen, nicht uber spannen weite von dem Puncten in welchem du dein versatzung führest, mit derselbigen zur seiten (es sey ubersich oder undersich) aus fahrest, sonder das du alwegen mit deinem geFeß einer guten spannen oder eines werkschuchs weite, im gezirck umb den Puncten dein versatzung herumb bleibest, dieweil aber dein leib mit solcher versatzung nicht alzeit gnugsam bedeckt oder verwahrt ist, so soltu das uberige theil deines leibs mit außtretten oder mit gebucktem Kopff die Blöß aus seinem hauw, von seiner klingen entzucken oder entziehen, also das du dein geFeß mit ausgestrecktem Arm alzeit vor dir führest, als ein Schilt, und wo er also herhauwet oder sticht, demselbigen die Lang schneid entgegen wendest, und dein Kopff unnd gesicht von seiner klingen hinder die deine entziehest, wo er aber so gahr nider stechen würde, so soltu nicht allein mit dem Wehr [Ⅱ.81v.1] undersich fahren, sondern auch mit dem gantzen leib mit außgestreckter Wehr dich sencken, es sei dann das du deinen vortheil ein stuck zu Fechten ersehen habest, oder wann er dir so gahr nider zu sticht, so verzucke ihm den undern leib mit ausweichen, unnd Stiche ihm dieweil gerad vor dir hin zu seinem gesicht.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.81v.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.81v.3

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1570 Edition · fol. Ⅱ.81v.4

[Ⅱ.81v.4] Also hastu bißher gehört, Erstlich wie du jenes Häuw und Stich abtragen und nach fechten, Zum andern wie du dich gegen seinem verführen anschicken, und im (dieweil er umb oder durch wechselt) nachstechen oder eintringen solt, Derhalben will ich jetzt ferner für die hand nemen, [Ⅱ.82r.1] und lehren wie du dich gegen die (so da weder Hauwen nach stechen, sondern allein versetzen und auff das nach Fechten warten) halten im Vor mit Fechten und sie angreiffen solt, zuvor aber ist noch ein stücklein nötig hieher zusetzen, welche ich zuvoren verrichten unnd kurtzlich handlen will, also.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.82r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.82v

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1570 Edition · fol. Ⅱ.83r.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.83v.2

[Ⅱ.83v.2] Wie du dich gegen dem (der sein Wehr zu weit gegen seiner zur Rechten führet) anschicken solt.

FIehret er nun sein Wehr zu weit (wie gesagt) auff sein Rechte, so merck als bald du in erlangen kanst, so Stich ihm eilents (ehe er sich dessen verficht) gerad von vornen gegen seiner Brust zu, wehrt er oder versetzt dir den, so wende die halbe schneide gegen seiner Wehr undersich, laß also dein klingen under seiner gegen deiner Lincken durch sincken, und Hauwe demnach behendiglich von deiner Lincken gegen seiner Rechten uberort schlims durch sein gesicht, also das dein klingen in solchem durch hauwen neben deiner Rechten seiten hinder dir zu ruck durchlauffe, unnd wider umbschiesse in die Oberhut des rechten Ochsens, zugleich in solchem ummschnap [Ⅱ.84r.1] pen trit wol auß noch ferner gegen seiner Rechten seiten, und Stich von Oben mit starckem verwenden gegen seinem geischt, also das du mit solchem stich mit deiner Wehr in die Lincke Underhut verfallest, von dannen ficht ferner die stuck so du hernach in diser Hut beschriben findest.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.84r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.84v.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.85r.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.85r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.85v.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.85v.2

[Ⅱ.85v.2] Ein anders.

IM zufechten führe dein Wehr auch in gerader versatzung doch hoch, unnd merck in dem er sein Wehr also ausgestreckt vor ihm her führet, so schlage ihm sein klingen unversehens mit hangeder klingen behendiglich von dir zur seiten aus, fast auf solche weiß wie dir solches das [Ⅱ.86r.1] Bilde in der Figur C. gegen der Lincken hand anzeiget, zugleich in solchem außschlagen spring wol aus gegen seiner Rechten seiten, und laß dein kling wider von seiner Wehr gegen deiner Lincken umbschnappen in die Hut des lincken Ochsens, doch nicht so hoch neben dir wie sonst, und Stich also uber die hand gerad vor dir hin gegen seinem gesicht, diser stich sampt dem aussprung muß behendiglich auff das ausschlagen (ehe es sich mit seiner Wehr wider erholet) volbracht werden.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.86r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.86r.3

[Ⅱ.86r.3] Ein anders.

ODer, so er sich mit keinem stuck abtreiben noch aus seinem vortheil bringen lassen wil, so Hauwe ihm von beiden seiten kreutzweis underhalb seiner klingen nahet an seinem geFeß durch, dan mercke gleichwol under des, wann er aus derselbigen seiner versatzung herfehret zu stechen, [Ⅱ.86v.1] so Hauwe ihm sein herfahrende klingen von dir aus, unnd eile behendiglich zur Blöß, dann mit dem das du ihm also von beiden seiten etliche Häuw durch sein versatzung hauwest, machstu in zornig, auff das er dester ehe dein Blöß (die du ihm mit solchem durchhauwen geben must) zuficht, als bald er dann sein Wehr von ihm ausstreckt, so ist er mit derselbigen in der versatzung schon schwecher, darumb kanstu ihm sein klingen leichtlich ausschlagen und nach fechten, oder fahr mit deiner Wehr ubersich in die Oberhut, und biete im den vordern leib also bloß dar.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.86v.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.86v.3

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1570 Edition · fol. Ⅱ.87v.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.88r.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.89r.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.89r.4

[Ⅱ.89r.4] Wie du auß der Underhut zur Lincken außnemen und nach fechten solt.

WAnn du nun (es seye durch Abschneiden oder sonst durch verhauwen zugangen) in dise Hut ankommen bist, und er sticht demnach von Oben gegen deinem gesicht her, so nim ihm sein herfliegende klingen mit halber schneid in einem Riß übersich gegen seiner und deiner Rechten mit außgestrecktem Arm starck aus, in solchem außnemen laß dein klingen ober deinen Kopff vollen umbschnappen, in die Hut des rechten Ochsens, von welchen stich behend mit einem fernern zutrit deines rechten Fuß gegen seinem gesicht, auch wende in solchem fürt stechen die Lange [Ⅱ.89v.1] schneide undersich, auff das du ihm (wo er in dessen auch stechen würde) sein stich mit dem deinen außwindest.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.89v.4

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1570 Edition · fol. Ⅱ.90r.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.91r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.91r.3

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1570 Edition · fol. Ⅱ.91r.4

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1570 Edition · fol. Ⅱ.91v.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.91v.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.91v.3

[Ⅱ.91v.3] Wie du auß diser Hut Abschneiden unnd nach Fechten solt.

STicht oder Hauwet dein widerfechter von seiner Rechten auff dich, so erhebe dein Wehr (in dem er hersticht) ubersich gegen deiner Rechten, under des trit auch mit deinem rechten Fuß ferner zu ihm, unnd Hauwe zugleich mit solchem zutretten gegen seiner herfliegenden klingen, von deiner Rechten schlims uberort starck durch, in solchem hauwen aber soltu dein geFeß der klingen im herab fahren etwas vor führen, zu dem auch durch weit tretten mit dem obern leib wol fürsich undersich gesenckt komen, führe im also sein klingen durch disen hauw mit auß= [Ⅱ.92v.1]  gestrecktem Arm schnits weiß von dir undersich ab, unnd Stich ihm behendiglich (ehe dann er sein klingen under der deinen herfür bringt) ubersich zu seinem gesicht, also das du im antreffen des stichs im Langen ort hoch standest, und so er dieweil wider fertig ist, underhalb deinem Wehr gegen deinem Bauch her zu stechen, so behalt dein hand smapt dem Gefeß also außgestreckt vor deinem gesicht, die klingen aber laß dieweil gegen seiner Rechten undersich sincken, und schlage ihm also seinen stich mit hangender klingen von deiner Lincken, gegen deiner Rechten zur seiten auß, und das mit der inwendigen flachen klingen, zugleich in solchem außschlagen trit mit deinem Lincken Fuß wol aus gegen seiner Rechten, demnach zucke dein Gefeß ubersich gegen deiner Lincken, und trit in dessen mit deinem rechten Fuß auch weiter gegen seiner Rechten zur seiten aus, Stich oder Hauwe als dann behendiglich von deiner Lincken gegen seinem gesicht, oder seinem Arm zu.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.92v.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.92v.3

[Ⅱ.92v.3] Wie du auß der Underhut alle deines gegenmans Häuw und Stich, von beiden seiten kreutzweiß von dir wegk hauwen und nachfechten solt.

WAnn du nun also in der Underhut zur Rechten stehest, so Hauwe ihm von beiden seiten alle seine Häuw und Stich mit Wehrstreichen, das ist mit schlimmen Zornhäuwen, durch die uberort Lini von beiden seiten kreutz [Ⅱ.93r.1] weiß starck, und schnitsweiß von dir, und das hoch oder nider, mit auffrechtem oder nider gesencktem leib, ihe nach dem er seine Häuw hoch oder nider herführet, so lang biß du ihn eintweders müth machest unnd schwechest, oder sonst deinen vortheil andere stuch zu Fechten haben kanst.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.93r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.93r.3

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1570 Edition · fol. Ⅱ.93v.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.93v.2

[Ⅱ.93v.2] Wie du mit den Häuwen von einer seiten zur andern umbwechseln solt.

DAs mercke wann du in die rechte Underhut ankommen bist, unnd dein gegen fechter hauwet oder sticht von Oben auff dich her, so Hauwe mit Langer schneide schlims von unden starck ubersich, gegen seiner herfliegenden klingen, und gegen deiner lincken Achsel gantz durch, ja so starck das dein Wehr eben in demselbigen schwung gegen deiner Lincken umb dein Kopff wider ablauffe, zucke in dem allem dein Gefeß vollen umb den Kopff, und Hauwe den andern auch von deiner Rechten, schlims von Oben durch sein lincke Achsel, zu solchen beiden häuwen soltu alwegen mit den füssen im tretten weit von einander komen, auff das du mit dem obern leib den häuwen nach, desto weiter zulangen könnest, demnach wann du nun mit dem andern Hauw zu deiner lincken Underhut komen bist, und er hauwet oder sticht abermals auff dich her, so Hauwe auch aus diser Underhut, gleich wie aus der vorigen, von Unden gegen deiner und seiner Rechten, wie auch gegen seiner herfliegenden klingen uber sich, uberort starck durch, also das dein klingen Oben neben deiner Rechten ablauffe, unnd zucke dein Wehr von [Ⅱ.94r.1] derselbigen deiner Rechten vollen umb den Kopff, und Hauwe den andern auch von deiner Lincken, aber von Oben gegen seiner Rechten, uberort oder schlims mit wol nach gehengdem leib durch sein gesicht, so kommestu mit deiner Wehr wider zur Rechten in die underhut.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.94r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.94v.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.94v.3

[Ⅱ.94v.3] Ein ander stuck, wie du ihm den Stich verzucken, und mit verhengen auß der Underhut fechten solt.

IM zufechten so bald du ihn erlangen kanst, so Stich ihm unversehen aus der Underhut gegen seiner Lincken, zucke dein Wehr eilents vom stich wider ab, gegen deiner Rechten Underhut, in dem du aber also abzuckest, [Ⅱ.95r.1] wirt er dir eilents nach stechen, derenhalben so wende dein Gefeß in dem du solches zu dir zeuchst, mit außgestrecktem Arm auch ubersich in die höh biß für dein gesicht, dein klingen aber lasse in dessen undersich hangen, schlage ihm also sein herfliegenden stich mit hangender klingen, von deiner Rechten gegen deiner Lincken aus, in solchem ausschlagen aber, spring wol gegen seiner lincken seiten aus, auch laß dein klingen nach solchem ausschlagen neben deiner lincken seiten umbschnappen, in die Lincke Oberhut, von deren Stich in gemeltem aussprung behendiglich und starck gegen seiner Lincken zu seinem gesicht.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.96v.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.97v.3

[Ⅱ.97v.3] Merck wann du ohne Wehr von einem andern mit einer Handgewehr uberlauffen oder angerendt wurdest, und du ihme in keinen weg mehr ungeletzt entweichen kanst, so schlage dein beide hend kreutzweis uber ein ander, die Rechte uber dein Lincke, und schauwe wie du ihm aus einem Hauw entspringest oder außweichest, also das er vor dir fehl hauwe, in dem aber das sein hauw gleichsam noch zur erden fellet, so spring eylents zu ihm, auff das du ihm eben in dem er wider zu einem andern streych auffzeucht, under sein Wehr kommest, unnd ergreiff ihm eylents den Rechten Arm zwischen deine beide hend, unnd wende ihm den behend in einem ruck auff dein Rechte seiten undersich umb, behalt ihm sein hand also mit deiner Lincken, und mit der Rechten verkehrten hand ergreyffe [Ⅱ.98v.1] ihm sein Gefeß, winde ihm das undersich aus, wirt er aber (under des dieweil du hinein springest) mit seinem streych fertig und Hauwet daher, so nim wahr gegen welcher seiten er den herführet, mir demselbigen Arm schlage seiner klinge starck entgegen, nemlich in die sterck seiner klingen, oder ihe neher bey seinem Gefeß ihe besser, und ob er dich schon etwas letzen würde, so geschicht er doch nicht so hart wie sonst, wann du ihm nicht dargegen schlechst, spring also fürbaß, und laß ihn zu keinem streich mehr kommen, sonder ergreiffe ihm eilents seinen rechten Arm mit verkehrten henden, mit welcher hand du ihm seinen Arm also ergreiffest, gegen der selbigen seiten wende ihn umb, unnd ruck ihm mit der andern hand in die Wehr, davon besihe die eussersten zwen bossen in der Figur H. gegen der Lincken hand.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.98v.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.98v.3

[Ⅱ.98v.3] Wolte er aber nicht zum ersten hauwen noch stechen, sonder begegnet dir in gleicher versatzung, und will auff dein angreiffen warten, so soltu abermals der dreyen strassen zu beyden seiten acht haben, und mercken gegen welche dir am füglichsten sein werde sicher zu hauwen, Zu disem vor hauwen gehören nun mancherley Practick, dann das hastu leichtlich zuerwegen, dieweil du nichts weder hauwen noch stechen kanst, du mußt dich dardurch blössen, er werde sich darumb in solche versatzung geschickt haben, damit wo du dich mit einem hauw mercken lassen oder blössen würdest, er dir den nechsten der Blöß zu eintringen könne, Derhalben wiltu im Vor gegen ihm hauwen oder stechen, so mustu die ersten Häuw mehr zum anreitzen und auffbringen anschicken, dann zu treffen, auff das wann er deiner Blöß die du mit solchen häuwen gezeigt hast zu hauwen würde, du geschickt seyest ihm dieselbigen [Ⅱ.99r.1] a uß[!] zu schlagen unnd zu nemen, als dann erst (nach dem du in geschwecht und entblöst hast) zu dritten der Blöß volkommen zu eylest.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.99r.5

[Ⅱ.99r.5] Also wie nun die ersten ungestüm und etwann thumkien, und wie mann zusagen pflegt doll, Die andern listig und schamper, Die dritten fürsichtig und betrieglich, Die vierdten gleich alber, Also mußtu dich deren aller vier auch selbst anmassen und geschickt machen, auff das du den Mann etwan mit ungestüm, etwan mit list, etwann mit fürsichtigem auffmercken betriegen könnest, oder auch mit alberen geberden anreitzest, verführest und ihme [Ⅱ.99v.1] also nicht allein umb seine fürgenommene stuck betriegest, sondern auch dir hiemit zur Blöß raumest und blatz machest, damit du ihm die dester sicherer rühren und treffen könnest.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.99v.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.99v.3

[Ⅱ.99v.3] Gegen die dritten Fechter Practicier also, wann du merckest das dein gegenfechter nicht zu erst hauwen, noch der Blössen bald zueilt, er hab sie dann gewiß, so schick dich im zufechten in die Nebenhut, oder im Wechsel ver harr ein kleine weil darin, als woltest du auff seine stuck warten, in dessen aber gehe auß der Underhut, wider [Ⅱ.100r.1] ubersich, und stell dich als woltestu in die Oberhut verwechseln, wann du schier in der Oberhut ankommen bist, so verwende dein Wehr in eyl zum streich, Hauw also eylents ehe er sich des versicht, der nechsten Blöß zu durch, mit außgestrecktem Arm, damit du dich abermals blössest, welcher Blöß er ohn zweiffel bald (dieweil du im die, also durch einen ohnversehenen streich dargebotten hast) eylents zuhauwen wirt, thut er solches so setz im ab, und arbeit fort zur Blöß, hauwet er nicht, so Stich, deinem volbrachten hauw bald ein starcken stich nach, Dises ist ein geschwinder betrug, das du dich mit geberden stellest, als woltestu erst lang vor im aus einem Leger in das ander gehen, und thust es auch zum theil, aber wann du schier in deinem Wehr zu der fürgenomenen Oberhut ankommest, und ersihest in des dein gelegenheit, so verwende dein Wehr ehe dann du volkomen in das Leger kommest zu einem streych.

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