DEmnach bißhero ein stuck nach dem andern, dermassen dargethon und erklert ist, also das
ein jeder der solches mit fleissigem auffmercken und nachdencken lesen, und ernstlichen üben
wirt, solches hieraus so er anderst zuvor einen Meister gehabt, wol verstehn unnd lernen kan,
Derowegen nach dem ich nun die übung an ihr selbst, wie du dieselbigen gegen deinem widerpart
ins werck richten solt, zubeschreiben fürhabens, so will ich zuvor die Leger wider fürnemen,
und dieweil er notwendig und sehr nutzlich ist, lehren, wie man uberort von einem in das ander
Abschneiden, Absetzen, und Abwechseln solle, wie volgt.
Ⅱ.72r.4
41.1linked passage
41.2
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1570 Edition · fol. Ⅱ.72r.5
[Ⅱ.72r.5] Also schicke dich in die Oberhut der rechten Ochsens, und trit mit auffrechtem dargebotenen
leibe, das dein rechter Fuß alzeit vorgange zu ihme, Reitze ihn also mit frölichen oder trutzigen[Ⅱ.72v.1] geberden zur arbeit an, sticht er under des gegen deinem leib her, so trit eben in dem er sein stich
herführet, mit deinem rechten Fuß ferner gegen seiner Lincken umb zu ihm, und wende zugleich
hiemit dein Lange schneide undersich gegen deiner Lincken, in solchem undersich wenden aber,
sencke deinen leib mit gebogenem Kni deinem Wehr nach wol fürsich, und schneide oder führe
ihm also sein klingen mit deiner Langen schneiden undersich von dir, so komstu nach solches abschneiden
mit deiner wehr, und mit nider gesencktem leib zu der lincken Underhut, von deren (so
bald er deiner gegebenen rechten Blöß wider zu stechen oder hauwen wirde) fahre eilents mit
deinem geFeß unnd Langer schneide auch auffgerichtem leib wider ubersich, biß in obgemelte
Oberhut, und so du wilt magstu behendiglich aus diser Oberhut mit einem weiten zutrit gegen
seinem gesicht nachstechen, aber wan du solches thun wilt, so verwende im hinein stechen und
fürt tretten die Lange schneid mit starckem verwenden gewaltig undersich mit nach gesencktem
leib, auff solches verwende eylents dein Wehr neben diener Lincken wider zu einem streich,
unnd Hauwe von derselbigen mit ausgestrecktem Arm gegen seiner Rechten schlims uberort,
durch sein gesicht, also das du nach ende solches hauwes in die Underhut zu deiner Rechten kommest,
in welcher Hut du abermals mit deinem gesicht bloß vor ihme stehest.
Ⅱ.72r.5Ⅱ.72v.1
41.2linked passage
41.3
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1570 Edition · fol. Ⅱ.72v.2
[Ⅱ.72v.2] Derohalben nim fleissig wahr, als bald er dir solcher Blösse zu sticht, so trit mit deinem Lincken
Fuß hinder deinen Rechten gegen seiner Lincken aus, unnd führe mit außgestrecktem Arm
dein geFeß und Lange schneid, aus diser Underhut ubersich gegen deiner Lincken, biß in dieselbige
Oberhut des Ochsens, von desselbigen (wann er dir ferner zusticht) wende eilents die Lange
scneide wider undersich gegen deiner Rechten, in solchem verwenden aber trit wol von seinem
stich gegen seiner rechten seiten aus, führe ihm also sein klingen mit außgestreckter Langer
schneide vom lincken Ochsen undersich, wider gegen deiner rechten Underhut, aber in dem du[Ⅱ.73r.1] sein stich wie gemeldet von dir Abschneidest, soltu mit gesencktem leib wol uber dein fürsich gebogen
Kni, dem Hauw nach zulangen, Wann dan solches geschehen ist, so stehestu wider in der
rechten Underhut wie anfangs, wo er dir weiter zustechen würt, so fahr eben auff vorgelegte
weiß, mit Langer schneide wider ubersich, biß in die lincke Oberhut, von dannen stich behendiglich
mit einem außsprung gegen seiner Rechten lang für dir hin gegen seinem gesicht, in disem
stich soltu abermals die Lange schneide so starck undersich gegen deiner Rechten wenden, und
in disem Abschneiden soltu dein klingen neben deiner Rechten zum streich verwenden, das du
demnach einen geschwinden hauw, zu einem Wehrstreich, schlims durch sein lincke achsel haben
mögest, wann du den volbracht hast, so wirstu dein Wehr zur Lincken in der Underhut haben,
von deren du als dann mit Langer schneide, wider ubersich biß in die Rechte Oberhut versetzen
magst, und fürter.
Ⅱ.72v.2Ⅱ.73r.1
41.3linked passage
41.4
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1570 Edition · fol. Ⅱ.73r.2
[Ⅱ.73r.2] Also bistu bißher gelehrt worden, wie du auß der rechten Oberhut unnd aus der lincken Underhut,
undersich und ubersich gegen einander uberort, nach außweisung der schlimmen unnd
hangenden Lini versetzen solt, und als dann von der lincken Underhut mit einem Wehrstreich,
durch sein Rechte zur andern seiten Umbwechseln solt, in die recht Underhut, demnach von der
selbigen gleichsfals wie von der andern geschehen, uberort ubersich unnd undersich versetzen,
unnd nach deiner gelegenheit wider durch einen Zornhauw, oder Wehrstreich abermals umbwechßlen,
auff solche weiß kanstu alwegen aus einem Leger in das ander, undersich unnd ubersich
mit Langer schneid, kreutzweiß unnd gegen einander Versetzen, Abschneiden und ubersich
führen.
Ⅱ.73r.2
41.4linked passage
41.5
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1570 Edition · fol. Ⅱ.73r.3
[Ⅱ.73r.3] Weiter so kanstu auch aus allen vier seiten legern mit austretten, biß in das Lang ort Absetzen
auff solchen art wie volgt.
Ⅱ.73r.3
41.5linked passage
41.6
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1570 Edition · fol. Ⅱ.73v.1
[Ⅱ.73v.1] Schick dich auff obgelehrte weiß in die Oberhut des rechten Ochsens, und trit also zu ihme,
sticht er als dann gegen deinem gesicht her, so wende die Lange schneid aus der Oberhut gegen
seiner klingen mit außgestrecktem Arm, biß in das Lang ort, under des aber dieweil du also Absetzest,
so trit zugleich auch mit deinem lincken Fuß hinder deinem Rechten zur seiten aus, von
seiner klingen, und stich also auff seiner klingen für dir hin, zu seinem gesicht oder Brust, wie du
nun aus der Oberhut undersich abgsesetzt, also soltu auch aus der rechten Underhut ubersich,
auch biß in das lang ort Absetzen, und das soll von beyden seiten gefochten werden. Nun
folget ferner wie du aus einem Leger in das ander abwechseln solt, also:
Ⅱ.73v.1
41.6linked passage
41.7
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WAnn du für deinen Mann kommest, so schick dich in die Eisenport, oder in die gerade versatzung,
und fahre aus derselbigen mit deinem Wehr ubersich in rechten Ochsen, stich er
noch nicht, so gehe ferner wider herab, durch die streich Lini schnits weiß, bis in die lincke Underhut,
wil er noch nicht arbeiten, so gehe ferner aus derselbigen ubersich, in die linck Oberhut,
von derselbigen Oberhut gehe wider uberort undersich in dei recht Underhut, in disem abwechseln
behalt alle zeit die spitz vor dir, er steche dann hie zwischen wann er will, so schneide es mit
Langer schneid nach obgesetzter form von dir wegk, durch die kreutz Lini, von einem Leger biß
in das ander, wie du bißher gelehrt hast, also kanstu so lang mit dargebottener Blöß vor ihme
umbtretten, unnd aus einem Leger in das ander abwechseln, biß du dein gelegenheit ersihest,
was aber weiter von dem gebrauch der Leger nötig zuwissen, hastu im Dusacken gehört.
Ⅱ.73v.2
41.7linked passage
41.8
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1570 Edition · fol. Ⅱ.74r.1
[Ⅱ.74r.1] Wie du auß der geraden Versatzung fechten,
unnd dich bschützen[!] solt.
NUn wil ich die gemeine oder gerade Versatzung fürnemen, und dich für das erste lehren, wie
du ihm gegen alle vier ort versetzen und nachstechen oder nach hauwen solt, Demnach zum
andern wie du dich für der verführung hüten, Unnd fürs dritte wie du (wann er nicht weder
hauwen noch stechen wolt) dich gegen ihm halten, und im Vor gegen ihm Fechten kanst, und
das auff deutlichest, zur anleitung in die andere stuck.
Ⅱ.74r.1
41.8linked passage
41.9
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1570 Edition · fol. Ⅱ.74r.2
[Ⅱ.74r.2] Wie du ihm seinen hauw den er von seiner Rechten
auff dich herführet, aufffangen unnd gegen seiner
Lincken behend und gerad zustechen solt.
IM zufechten schicke dich in die gerade Versatzung, wie dich das mitler und eintzige Bild in
der Figur welche mit dem F. verzeichnet lehrt, trit also mit ausgestreckter und steiffer Versatzung
zu ihm. Hauwet oder sticht er demnach von seiner Rechten schlims her gegen deiner lincken,
so wende die Lange schneide zu sampt dem geFeß ubersich gegen seinem herfliegenden haw
oder stich, under des aber diweil[!] du also versetzest, so trit mit deinem hindern lincken Fuß hinder
deinem Rechten, gegen deines widerparts Lincke zur seiten aus, von seinem stich oder hauw
und fange also seine klinge im gelehrten austretten, auff die sterck der deinen, nahe bey deinem geFeß
auff, in dem unnd dieweil die klingen noch also im Bande zusamen rühren, so trit auch mit [Ⅱ.75r.1] deinem rechten Fuß fürbas gegen seiner Lincken seiten zu ihm, und stich zugleich mit solchem fürt
tretten, an seiner klingen (oder von derselbigen gerad für dir hin) gegen seinem gesicht, biß in
das obere langort, als bald der stich angetroffen oder vollendet ist, so wende die Lang schneid wider
gegen seiner klingen, und verzucke wider biß in die vorige versatzung, mit welcher beschirme
dich so lang, bis du dein gelegenheit zu einem andern stuck ersihest.
Ⅱ.74r.2Ⅱ.75r.1
41.9linked passage
41.10
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1570 Edition · fol. Ⅱ.75r.2
[Ⅱ.75r.2] Auff was weiß du ihm die stich und häuw von seiner Lincken
aufffangen, und behendiglichen ehe er sich wider erholet gegen
seiner Rechten nach stechen solt.
HAuwet oder sticht er dir aber von der andern (nemlich von seiner Lincken) gegen deiner
Rechten seiten, auch schlims von oben zu, so wende abermals dein Lange schneide sampt
dem gefeß mit außgestrecktem Arm, gegen seiner herfliegenden klingen, die zuversetzen oder auff
zufangen, in dem du nun also dein gefeß zur versatzung gegen seinem wehr ausstreckst, so trit auch
eben dieselbige weil mit deinem Lincken Fuß gegen seiner Rechten, zur seiten aus von seiner klingen,
demnach als bald sein klingen in solcher versatzung auff die deine glützt, so zucke dein gefeß
oberhalb deiner rechten Achsel zu ruck (zu erholung eines gewaltigen stichs) hinder dir aus, stich
also mit einem zutrit deines Rechten fusses, nach seiner Rechten strack gegen seinem gesicht, also
das du nach ende des stichs abermals mit ausgestreckter wehr in dem obern langen ort standest,
nach solchem stich fleisse dich ferner aus solcher obgemelter versatzung, seine auff dich geführte
häuw und stich abzuwenden, so lang biß die ein Blösse geöffnet wirt.
Ⅱ.75r.2
41.10linked passage
41.11
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1570 Edition · fol. Ⅱ.75v
[Ⅱ.75v] Wie du dich gegen dem der dich mit streichen
uberboldern will, halten solt.
WUrde aber einer von beiden seiten so behend auff dich hauwen und stechen, also das du im
mit deren stich keinem einkomen könnest, so bleibe mit strackem Arm starck in vor dir außgestreckter
versatzung, und wende mit solche alle seine häuw und stich zu beiden seiten von dir
ab, und mercke under des fleissig, wann er sich schier verzablet und vermüdet hat (dann er kan
solches mit vortheil nicht lang treiben) so wende dein geFeß ubersich, gegen einem seiner herfliegenden
häuwen oder stichen, welcher dir dann zu solchem als gelegen gefallen wirt, und Hawe
ihm behendiglich schlims durch dieselbige Achsel, von welcher seiten er seinen hauw oder stich
hergeführet hat, gantz durch, also das dein Wehr auff der andern seiten, wider uber umbschiesse
zum Oberstich, nemlich hauwestu durch sein rechte Achsel, so lasse dein klingen (in vollem
lauff dises hauwes) neben deiner Rechten zu ruck durchlauffen, und in die rechten Oberhut zum
stich umbschnappen, Hauwest du aber seinem hauw nach, durch sein lincke Achsel, so lasse dein
klingen neben deiner lincken seiten zu ruck durch lauffen, und in die lincke Oberhut zum stich umbschnappen,
Wie du nun durch disen hauw, deine klingen behendiglichen in der Oberhut eine
hast lassen umbschnappen, also soltu auch aus der selbigen eilents unnd behend, gewaltig gegen
seinem gesicht oder seiner Brust zü stechen, und solt also deinen obern leib dem stich nach, im zulangen
wol uber dein fürsich gebogen Kni nach sencken, dann wann diser hauw unnd stich behend
und starck auff einander gohnd, so raumstu dir hiemit auch zu einer andern Blöß.
Ⅱ.75v
41.11linked passage
41.12
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1570 Edition · fol. Ⅱ.76r.1
[Ⅱ.76r.1] Wie du dem der dir von Unden zuhauwet, auß der geraden
Versatzung begegnen und nachstechen solt.
FErner sticht oder Hauwet er dann von Unden oder uberzwerch, es sey von Rechter oder
Lincker auff dich her, von welcher seiten er dann hersticht oder hauwet, so trit du mit deinem
hindersten (das ist mit deinem lincken) fuß gegen der andern seiten, aus seinem herkomenen
stich oder hauw, und weiß ihm die mit (ausgestreckter Langer schneide, undersich von dir zur
seiten aus ab, als bald nun dein Wehr in solcher versatzung auff das seinige rühret, so trit mit deinem
Rechten fuß auch zu ihm, und stich behendiglich von seiner klingen ab, stracks ehe er sich ermant
gegen seinem gesicht zu, dises alles nemlichen die versatzung trit und stich sol augenblicklichen
und behend mit einander zu gohn, dises verstand auff solche Underhäuw, welche er gegen
der mitte deines Leibs, oder noch höher herhauwet.
Ⅱ.76r.1
41.12linked passage
41.13
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1570 Edition · fol. Ⅱ.76r.2
[Ⅱ.76r.2] Wie du von Oben versetzen, unnd under seinem
Wehr hinein stechen solt.
ITem hauwet oder sticht er dir abermals von Unden, oder underhalb deiner Wehr zu deinem
leib, so fall aus obgelehrter versatzung mit Langer schneid von Oben nider auff sein
klingen, also das dein kling im versetzen zur seiten aus undersich hange, wie dir solche versatzung
in der Figur mit dem C. an dem kleinern Bild zur lincken fürgemalet ist, und zu gleich in dem du
also versetzest, so trit auch mit zwifachen tritten sprungsweiß wol gegen seiner Rechten seiten [Ⅱ.76v.1] aus von seiner klingen, und stich ihm behend under seinem Rechten Arm zum leib, wie solches
das ander Bild gegen disem anzeigt, von solchem stich, zucke dein Wehr behend gegen dei ner[!] lincken
Achsel, unnd Hauwe als dann von derselbigen ein Wehrstreich uberort durch sein Rechte
Achsel, so komstu nach ende desselbigen hauwes in die rechte Underhut, von welcher biß behend
wider auff in gerader versatzung, dich ferner damit zu beschirmen.
Ⅱ.76r.2Ⅱ.76v.1
41.13linked passage
41.14
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1570 Edition · fol. Ⅱ.76v.2
[Ⅱ.76v.2] Führet er aber seine Häuw gahr nider gegen deinen füssen, so versetze ihm derselbigen keinen,
sondern entzucke oder entweiche ihm mit dem vordern fuß zu ruck, bis zu dem hindersten aus seinem
Hauw, und stich ihm (dieweil er noch im herhauwen ist) stracks gegen seinem gesicht, wie
du solches an dem mitlern bossen in der Figur mit dem F. gezeichnet sehen kanst, dann mit
allen Häuwen, die er dir underhalb deinem gürtel zuhauwet, muß er sich (in dem er herlangen
will) oben bloß geben, darumb kanstu ihm nach jetz gesetzter Regel, wol sicher (in dem er seine
hand mit der Wehr ausstrecket und herlanget) zum gesicht stechen oder hauwen.
Ⅱ.76v.2
41.14linked passage
41.15
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1570 Edition · fol. Ⅱ.76v.3
[Ⅱ.76v.3] Wann er dir solchen nach stich außschlagen oder abtragen,
wie du dich ferner halten solt.
BIßher hastu gelehrt, wie du von der Versatzung mit austreten behendiglichen nachstechen
solt, dieweil er dir aber solchen stich ausnemen und abtragen kan, so merck fürs ander dise
lehr, Nemlich wann du ihm einen stich oder Hauw auff deine versatzung entpfahest, auch demnach
einen stich gegen seinem gesicht hinein stichst, aber er schlecht dir den behendiglich aus,
so merck fleissig von welcher seiten er dir den ausschlecht, gegen derselbigen trit und las deine klin= [Ⅱ.77r.1] gen gleich in dem schwung (welchen er der klingen mit seinem außschlagen) geben hat, umbschnappen
zum stich, und stich ihm eben zu derselbigen, von welcher er aus geschlagen hat hinein.
Als nemlich ficht er von seiner Rechten gegen deiner Lincken, du aber versetzest ihm von
deiner Rechten, sampt dem austretten gegen seiner Lincken (wie bißher gelehrt) mit ausgestreckter
Wehr, und stichst ihm also von der versatzung ab, gerichts gegen seinem gesicht zu, das mus
er dir (wo er anders nicht will getroffen werden) wehren, und dir dein klingen gegen seiner lincken
ausschlagen, als bald er das thut, so trit wol aus gegen seiner Rechten seiten, unnd las dieweil
dein klingen umbschnappen in die rechte Oberhut des Ochsens, dar zu er dir dann mit seinem
ausschlagen fürdernus geben, und stiche demnach behend auswendig seines rechten Arms,
krefftiglich aus gedachter Oberhut hinein, wie du nun solches gegen seiner Rchten volbracht,
also kanstu es auch von deiner Lincken in das werck richten.
Ⅱ.76v.3Ⅱ.77r.1
41.15linked passage
41.16
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1570 Edition · fol. Ⅱ.77r.2
[Ⅱ.77r.2] Wie du dem der dir den ersten Stich außschlagen will, Durchwechseln unnd zu der andern seyten stechen solt.
MErck wann du ihm seine Häuw und stich mit ausgestreckter klingen von dir abweisest, und
nachstechen wilt, wei bißher gelehrt, wirst aber under dessen gewahr das er versetzen wil,
so schauwe das du nicht zu nahe zu ihm getretten seyest, und merck fleissig in dem er mit seinem
geFeß zur versatzung aufffehrt, so volführe deinen stich (den du dann mit geberden gezeige oder getrauwet haben solt) nit, sonder fahre mit deiner Wehr (dieweil er auff gefahren ist) under der
seinen durch, und stich ihm zu der andern seiten krefftiglich mit ausgestrecktem Arm hinein, zu [Ⅱ.77v.1] solchem Durchwechseln und stechen soltu wol gegen der seiten zu welcher gestochen hast,
von seiner Wehr ausgesprungen sein.
Ⅱ.77r.2Ⅱ.77v.1
41.16linked passage
41.17
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1570 Edition · fol. Ⅱ.77v.2
[Ⅱ.77v.2] Wie du ihm die stich verzucken, sam du anderswo hin stechen,
und doch in dem er daselbst hin versetzen wil, wider dahin stechen solt,
da du anfangs den stich hin gezeiget hast.
ABermals wan du vermercken oder gewahr wirst, das er den stich welchen du aus der ersten
versatzung thun wilt, versetzen, so zucke den stich ernstlich zu dir, als woltestu unden durch
fahren, und auff der andern seiten stechen, so bald du aber under des ersihest das er mit seinem
geFeß daselbst hin fehret, in meinung zu versetzen, so stich behendes (dieweil er also abfahret)
wider dahin du erstlich zu stechen willens warest, da von findestu weiter in den verführten stucken
an seinem ort.
Ⅱ.77v.2
41.17linked passage
41.18
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1570 Edition · fol. Ⅱ.77v.3
[Ⅱ.77v.3] Wie du under des dieweil er hauwen wil,
nach stechen solt.
MErcke wann du mit obgemelter versatzung im zufechten bist, und dein widerpart begegnet
dir in gleicher gerader versatzung, so trit mit starcker versatzung ernstlich und nahet zu im, also
das du ihm die mitte seiner klingen, mit der deinen erlangen und anbinden kanst, aller dings
wie dich solches die zwey obern Bilder in der Figur C. lehren, und wart aldo fleissig wan er mit
seiner Wehr von der deinen abgehn wolte, eintweder zu hauwen oder zu stechen, so stich im (die [Ⅱ.78r.1] weil er sein Wehr umzucket) stracks für dir hin zu seinem gesicht, Brust oder dem bauch zu, damit
er aber dester ehe ab zu gehn, und zu hauwen angereitzt werde, so magst ihm ein Blöß doch
mit deinem vortheil betrieglichen darbieten, davon hernach weiter.
Ⅱ.77v.3Ⅱ.78r.1
41.18linked passage
41.19
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1570 Edition · fol. Ⅱ.78r.2
[Ⅱ.78r.2] Wie du deines widerparts Häuw und stich aufffangen
unnd nach hauwen solt.
TRit mit offtgemelter gerader Versatzung zu dem Mann hinzu, und merck alda von welcher
seiten er her stechen oder hauwen wöll, von Unden oder von Oben, führet er nun seine häw
unnd stich von seiner Rechten, gegen diener Lincken von Oben her, so wende dein Lange schneide
sampt dem geFeß mit ausgestreckter Wehr gegen seiner herfliegenden klingen, unnd in dem
sein klingen noch im herfliegen ist, so trit dieselbige weil mit deinem Rechten fus gegen seiner rechten
zur seiten aus, auff das so bald sein klingen auff die deine fellet oder antrifft, du nach in demselbigen
trit ihm behendiglich, mit wider umbgezuckter Wehr durch seine Rechte seiten hauwen
könnest, es sey hoch oder nider durch sein leib nach gelegenheit, so kompt dein Wehr nach ende
solches hauwes in die rechte Underhut, von dannen fahr wider auff zur versatzung.
Ⅱ.78r.2
41.19linked passage
41.20
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1570 Edition · fol. Ⅱ.78r.3
[Ⅱ.78r.3] Eben desgleichen thun ihm auch, wann er von seiner Lincken gegen deiner Rechten herhauwen
wurde, und versetze ihm den auch mit ausgestreckter Wehr, in die sterck deiner klingen, und
trit eben in dem du dein geFeß zur versatzung ausstreckst, mit deinem rechten Fus gegen seiner
Lincken, als bald nun sein klingen auff die deine glützt, so lasse dieselbige wider zu ruck umb dein
Kopff fahren, und Hauwe also mit obgemeltem trit, eben gegen seiner Lincken seiten (von wel=[Ⅱ.79r.1] cher er sein Wehr her bracht hat) durch sein gesicht, komme demnach behend wider von solcher
Underhut (in welche du mit disem hauw ankommen bist) wider in die gerade versatzung.
Ⅱ.78r.3Ⅱ.79r.1
41.20linked passage
41.21
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1570 Edition · fol. Ⅱ.79r.2
[Ⅱ.79r.2] Wie du dich gegen die Underhäuw mit nachhauwen halten solt.
ALso hauwet dir einer von Unden her, gegen welcher seiten das geschicht, so trit du in dem er
her hauwet auff die ander, von seiner klingen beiseits aus zu im, in solchem ausspringen aber
falle mit undersich ausgestreckter Wehr von Oben auff sein klingen, ihe neher zu seiner sterck ihe
besser, also das du ihm Wehr noch underhalb deinem gürtel auffhaltest, demnach Hauwe
behend (ehe dann er sein kling ferenr ubersich bringt) uberzwerch gegen seinem halß oder gesicht
zu, durch.
Ⅱ.79r.2
41.21linked passage
41.22
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1570 Edition · fol. Ⅱ.79r.3
[Ⅱ.79r.3] Wo du ihm aber seinen hauwe nicht auffhalten kanst, sonder er bricht mit seinem Underhaw
gegen deiner versatzung ubersich ganz durch, so bleibe du gleichwol mit deiner Wehr undersich
zur seiten ausgestreckt, vor dir in der versatzung starck, also das er dich nicht schädigen könne,
und in dem er aber mit seiner Wehr im ubersich fahren ist, so Hauwe ihm dieweil er seinen Arm
noch in der höhe hat, von Unden uberzwerch durch sein gesicht oder Brust gantz durch, diser
hauw muß seinem ubersich durch brechen behend nach folgen, auff das du in von Unden triffst,
ehe dann er seinen Underhauw zu end bracht hat, und das so starck damit du nach ende solches
hauwes, dein Wehr gegen der anderen seiten zu der Achsel verschwungen habest, also das dein
klingen nach dem verschwingen hinder dir abhange, von dannen hauwe behend zwen schlimme
Zornhäuw durch das ober kreutz nach.
Ⅱ.79r.3
41.22linked passage
41.23
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1570 Edition · fol. Ⅱ.79v.1
[Ⅱ.79v.1] Ein anders, wie du mit einem stich von Unden
Nachreisen solt.
AUch kanstu ihm mit einem stich nach folgen, also wann du ihm seinen Underhauw wie gelehrt
worden, versetzen wilt, er aber bricht dir mit gewalt durch, so merck in dem er mit seiner
Wehr gegen deiner durchbrochen, und noch im ubersich fahren ist, so wende aus der versatzung
den ort gegen seinem leib, unnd stich ihm also von Unden (ehe dann er sein Underhauw
vollendet) gegen seiner Brust zu, biß in das mitler Lange ort, alda nim war wo er sein klingen
wider her führet, so wende aus dem Langen ort, die Lange schneide gegen sein klingen, die selbige
mit versatzung zu entpfahen, als dann ficht ferner bißher gelehrt stuck, nach dem du deinen
vortheil haben kanst.
Ⅱ.79v.1
41.23linked passage
41.24
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1570 Edition · fol. Ⅱ.79v.2
[Ⅱ.79v.2] Wie du ihn durch zwen Mittelhäuw auß der versatzung
angreiffen und nach stechen solt.
ODer wann du also in gerader versatzung zu ihm, deinem gegenfechter getretten bist, so bleibe
mit ausgestrecktem Arm starck in der versatzung, und wende alwegen die Lange schneide
(er hauwe von Oben uberzwerch oder von Unden) gegen seinen herkommenen häuwen oder stichen,
trage im solche ab mit deinem geFeß, beiseits aus von dir, und merck fleissig auff dein
gelegenheit, wannn[!] er sichs dan am wenigsten versihet, so zucke umb den Kopff, und hauwe den ersten Mittelhauw
uberzwerch von deiner Rechten durch sein gesicht, also das du nach ende solches hauwes
in die Mittelhut zur Lincken ankommest, welche du hievor im Dusacken am 5. und 43. blat [Ⅱ.80r.1] in der Figur welche mit dem Buchstaben C. verzeichnet fürgemalt sihest, von der selbigen Hauwe
den andern auch gewaltig uberzwerch gegen seiner Rechten durch sein gesicht, und denselbigen
also starck durch, das sich dein klingen neben deiner Rechten verschwinge, in die rechte Ober
hut des Ochsens, under des aber dieweil dein klingen also oberhalb deinem Kopff umbfahrt, so
trit mit deinem lincken Fuß wol zur seiten aus gegen seiner Rechten, folge gleich behendiglich mit
deinem rechten Fuß fürter zu ihm (und stich also in disem zutrit deines Rechten fusses) von Oben
gewaltig gegen seinem gesicht, in solchem fürt stechen büge dein vorder Kni im nidersetzen des
fuß wol fürsich, und sencke den obern leib wol undersich fürsich, dem stich nach, wann du nun
in dem hinein stechen mit starckem verwinden die Lange schneid undersich wendest, so komstu
nach ende des stichs in die Underhut zur Lincken, von dannen eile behendiglich wider in die gerade
Versatzung.
Ⅱ.79v.2Ⅱ.80r.1
41.24linked passage
41.25
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1570 Edition · fol. Ⅱ.80r.2
[Ⅱ.80r.2] Wie du in Versetzen, Dempffen unnd
nach fechten solt.
MErck wann du an deinem gegen fechter gewahr wirst, das er mit ungestümen häuwen dich
mit gewalt zu ruck treiben wil, so versetze ihm (wie bißher gelehrt)mit außgestreckter versatzung
ein hauw zwen drey oder vier, so lang biß du dein gelegenheit zu nach geschribenem haw
haben magst, als bald du die ersehen hast, unnd er von von einem gethanen hauw die Wehr wider
nach sich oder zusich ziehen will, so erhebe dein Wehr zugleich (in dem er sein Wehr zu einem andern
hauw auffzeucht) auch ubersich, und spring under des behende gegen seiner andern seiten
von seinem hauw beseits aus, etwas ferners zu ihm, und Hauwe eben dieweil er nach herhau= [Ⅱ.80v] wet, gerad von Oben zwischen seinem Kopff und seiner klingen nider, als woltest du ihme den
Arm darinnen er die Wehr führet, an seiner Achsel abhauwen, in dem Hauw aber so lasse dein
geFeß der klingen (im herab fahren) gegen der erden etwas vorgehn, auch komme mit den füssen
im tretten weit von einander, auff das du deinen obern leib dem Hauw nach dester baß uber
dein fürsich gebogen Kni fürsich undersich sencken könnest, wann du nun auff solche weiß aus
seinem herfliegenden Hauw ausspringest, und Hauwest also in dem er herhauwet zwischen seinem
Kopff und Wehr gerad von Oben nider zu seiner Rechten achsel, also das nach disem haw
nicht allein durch weite von einander tretten, mit dem obern leib wol fürsich undersich gesenckt
kommest, sondern das auch dein geFeß im herab führen des Hauwes, doch mit ausgestrecktem
Arm, gegen der erden der klingen wie gemelt etwas vorgange, so triffstu ihm (wann du anders
seines rechten Arms fehlest) sein klingen nahet bey seinem geFeß in die stercke, und schwechst in
dermassen, das du ihm wol zum leib stechen oder hauwen kanst, ehe dannn[!] er sich wider erholte,
wann du ihn aber mit einem nicht gnugsam schwechen kanst, so dempff im der Häuw einen oder
zwen von beiden seiten, wann du dem recht thust, so wirt er dir uber drey häuw ungeschwecht
nicht können volbringen, Dises stuck hab ich nicht allein darumb also eigentlich beschrieben, und
etlich mal repitiert, dieweil es an ihm selber ein sehr gut stuck ist, sonder auch darumb dieweil es
schwer an ihm selbs, und ohn zeigung mit lebendigem leib schwerlich gemerckt, auch mit sonderer
geschicklichheit ins werck gericht muß werden.
Ⅱ.80r.2Ⅱ.80v
41.25linked passage
41.26
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1570 Edition · fol. Ⅱ.81r.1
[Ⅱ.81r.1] Wie du dich vor dem verführen hüten, auch wie du dich gegen
die verführten Häuw und Stich verhalten solt.
DIew eil du nun bißher verstendlichest unnd einfeltig gehört hast, wie du deines gegenmans
Häuw aufffangen, abtragen, und behendiglich nach Fechten solt, so ist nun fur das ander
auch nötig zu wissen, wie du dich gegen die so dir die Häuw verzucken, in solcher versatzung damit
du nicht verführest werdest) halten solt, dann ist dein gegenfechter etwas erfahren und geübt,
so wirt er die häuw (wo er dein steiffes versetzen mercken wirt) nicht alwegen antreffen
lassen, sonder wirt dir die verzucken, umbwechseln, und dich verfehlen lassen, Derenhalben damit
du von solchen nicht betrogen, sondern zu vor kommen mögest, will ich dir solches durch nach
gesetzte Regel erkleren.
Ⅱ.81r.1
41.26linked passage
41.27
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1570 Edition · fol. Ⅱ.81r.2
[Ⅱ.81r.2] Also und fürs erste mercke dises, nemlich das du in allem versetzen, nicht uber spannen weite
von dem Puncten in welchem du dein versatzung führest, mit derselbigen zur seiten (es sey
ubersich oder undersich) aus fahrest, sonder das du alwegen mit deinem geFeß einer guten spannen
oder eines werkschuchs weite, im gezirck umb den Puncten dein versatzung herumb bleibest,
dieweil aber dein leib mit solcher versatzung nicht alzeit gnugsam bedeckt oder verwahrt ist,
so soltu das uberige theil deines leibs mit außtretten oder mit gebucktem Kopff die Blöß aus seinem
hauw, von seiner klingen entzucken oder entziehen, also das du dein geFeß mit ausgestrecktem
Arm alzeit vor dir führest, als ein Schilt, und wo er also herhauwet oder sticht, demselbigen
die Lang schneid entgegen wendest, und dein Kopff unnd gesicht von seiner klingen hinder
die deine entziehest, wo er aber so gahr nider stechen würde, so soltu nicht allein mit dem Wehr[Ⅱ.81v.1] undersich fahren, sondern auch mit dem gantzen leib mit außgestreckter Wehr dich sencken, es sei
dann das du deinen vortheil ein stuck zu Fechten ersehen habest, oder wann er dir so gahr nider
zu sticht, so verzucke ihm den undern leib mit ausweichen, unnd Stiche ihm dieweil gerad vor
dir hin zu seinem gesicht.
Ⅱ.81r.2Ⅱ.81v.1
41.27linked passage
41.28
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1570 Edition · fol. Ⅱ.81v.2
[Ⅱ.81v.2] Zu diser gehört nun die ander Regel, welche ist dise nemlich, führe in allem versetzen die spitz
gerichts oder gegen seinem gesicht, und wo er nun herhauwet, so wende im gleichwol (wie bißher
gelehrt) die Lange schneid gegen seinem Hauw, unnd mercke under des sehr fleissig wann er
seinen herkomenden hauw oder stich wider abzucken wolt, so soltu mit deinem geFeß nicht hernach
wischen, sonder allein die Lange schneid herumb wenden, aber mit den tritten folge oder
trit behend gegen der seiten, von welcher er seinen Hauw wider abgezucket hat, und Stich ihm
eben dieweil er noch im abzucken oder herumb fahren ist, gerichts für dir hinein gegen seim gesicht.
Ⅱ.81v.2
41.28linked passage
41.29
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1570 Edition · fol. Ⅱ.81v.3
[Ⅱ.81v.3] Also versetzestu gahr nicht, nemlich das du mit dem geFeß dargegen fahrest, sonder als bald
du gewahr wirst das er abzucken will, so tritst du auff die ander seiten, unnd wendest allein die
Lange schneide herumb, und stich gleich mit gerade zu für dir hin so bistu versetzt, dann welcher
den Mann also mit umbzucken oder Durchwechseln verführen oder betriegen will, der Blöst
sich oder verkürtzt sich selber, es seye dann sach das er zu sampt dem verfühen mit den geberden
gahr behend sey, aber gegen unerfahrene und ungeübte Fechter ist es ein gewisser treffer, davon
hernach weiter.
Ⅱ.81v.3
41.29linked passage
41.30
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1570 Edition · fol. Ⅱ.81v.4
[Ⅱ.81v.4] Also hastu bißher gehört, Erstlich wie du jenes Häuw und Stich abtragen und nach fechten,
Zum andern wie du dich gegen seinem verführen anschicken, und im (dieweil er umb oder durch
wechselt) nachstechen oder eintringen solt, Derhalben will ich jetzt ferner für die hand nemen,[Ⅱ.82r.1] und lehren wie du dich gegen die (so da weder Hauwen nach stechen, sondern allein versetzen und
auff das nach Fechten warten) halten im Vor mit Fechten und sie angreiffen solt, zuvor aber ist
noch ein stücklein nötig hieher zusetzen, welche ich zuvoren verrichten unnd kurtzlich handlen
will, also.
Ⅱ.81v.4Ⅱ.82r.1
41.30linked passage
41.31
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1570 Edition · fol. Ⅱ.82r.2
[Ⅱ.82r.2] Wie du deinen widerpart mit seinen ungestümpten
Häuwen verfehlen lassen, und nach fechten solt.
WAnn du im zufechten mit gerader Versatzung zu deinem gegenpart ankommen bist, so bleib
in gerader Versatzung mit außgestreckter Wehr steiff vor dir, unnd nim wahr wann dein
widerfechter mit Hauwen und Stechen also ungestüm von beiden seiten auff dich hertringt,
so wende im derselbigen Häuw, Stich ein oder etlich, mit außgestreckter und guter versatzung
von dir ab, so lang und vil biß du under des dein gelegenheit ersihest, welche gelegenheit ist wan
er am ernstlichsten und sichersten mit seinem häuwen herin ficht, Derhalben merck fleissig wann
er einen (dir darzu gefelligen hauw herfürt) so weiche mit deinem vordern rechten Fuß biß zum
hindersten, und entzucke im eben in dem sein hauw jetzund treffen sol, dein versatzung ubersich zu
dir, gegen der seiten gegen welche er seinen Hauw herführet, auff das er mit seinem hauw auff
deine versatzung nicht antreffen, sonder hart vor derselbigen dem gach (durch) verfall, unnd
Hauwe ihm behend mit einem weiten zutrit deines Rechten fuß (ehe dann sein hauw noch recht
zur erden komen) gegen seinem gesicht, Brust oder hand zu, Dises ist ein sehr gut stuck welches
du dir durch übung gemein machen, und dem mit fleissigem auffmercken nach forschen solt.
Ⅱ.82r.2
41.31linked passage
41.32
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1570 Edition · fol. Ⅱ.82v
[Ⅱ.82v] Wie und auff was weiß du deinem gegen fechter, der dann
nicht (im Vor) weder Hauwen nach Stechen wil, angreiffen
und gegen im Fechten solt.
IN disem (Vor) angreiffen mustu der vier Blöß wahr nemen, unnd fleissig auffmercken in
welchem theil er sein Wehr im zufechten führet, wie ich dich dan mit Exempeln auff das
einfaltigest und deutlichest von einer Blöß zur andern führen will, Also im ersten zufechten nim
wahr, führet er sein Wehr vor im zu seiner Rechten seiten hoch, so stiche ihm underhalb derselbigen
inwendig zu seinen bauch, und das mit weit ausgestrecktem und zulangetem Arm, disen stich
muß er (will er anders nit getroffen werden) abwenden, versetzen unnd wehren, Derhalben
merck fleissig in dem er mit seiner Wehr (den stich zuversetzen) im herab fallen ist, so zuck den
stich wider ab, unnd fahre dieweil er herab fellet mit deiner klingen under der seinen durch, und
zu disem durchfahren trit sprungs weiß wol gegen seiner Rechten auß von seiner Wehr, unnd
stich im behends (ehe dann er sich mit seiner Wehr wider ermant) außwendig uber seinem rechten
Arm zu seinem gesicht oder der Brust zu, wie dir solches die kleiner zwen bossen in der Figur
F. gegen den Lincken hand anzeigen, als bald du mit disem stich angetroffen, oder den volbracht
hast, so lasse dein klingen von demselbigen ort gegen deiner Lincken abhangen, unnd zucke also
dein Wehr mit hangender klingen gegen deiner Lincken achsel zu, unnd Hauwe von derselbigen
ein Wehrstreich uberort schlims durch sein gesicht, dises abzucken, durchfahren und der Stich,
sampt dem tretten und letsten Wehrstreich, sollen behendiglich auff einander getriben werden,
so geht es dir wol an.
Ⅱ.82v
41.32linked passage
41.33
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ODer Hauwe im mit ernsthafften geberden underhalb seiner Wehr, gegen seinem leib durch,
unnd in solchem Hauw trit wol mit gebucktem leib gegen seiner Rechten seiten, deinem haw
nach, also das es scheinet sam habest dich verhauwen, so wirt er dir ohn zweiffel ernstlich der
Blöß zu nach eilen, Derhalben mercke in dem er also sein Wehr herfüret, so Stich im abermals
mit einem außtrit ausserhalb uber seinem rechten Arm zum gesicht, wie vor.
Ⅱ.83r.1
41.33linked passage
41.34
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1570 Edition · fol. Ⅱ.83r.2
[Ⅱ.83r.2] Auch magstu (nach dem du dich also fürsetzlich verhauwen hast) seine herfliegende klingen
von der Lincken seiten (zu deren du mit verhauwen ankomen bist) mit einem Wehrstreich behendiglich
von dir wegk hauwen, oder den sonst außschlagen, und solchem außschlagen nach
oben in der lufft umb den Kopff fahren lassen, und wider gegen seiner rechten seiten stechen oder
hauwen.
Ⅱ.83r.2
41.34linked passage
41.35
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1570 Edition · fol. Ⅱ.83r.3
[Ⅱ.83r.3] Wie du ihm begegnen solt, wann er sein Wehr zur
Lincken seiten zu weit undersich führet.
ALs bald du in im zufechten erlangen kanst, so Stich im unversehens und behend ausserhalb
uber seinem rechten Arm gegen seinem gesicht, und nim war so bald er ubersich aufffehrt und
versetzen wil, so wende dein geFeß ubersich gegen deiner Lincken, erhole dich also zu einem haw,
und Hauwe eilents zum andern (in dem er mit seinem Wehr auffgefahren ist) underhalb demselbigen
zu seinemschenckel durch, so komstu in die Rechte Underhut, von deren hauwe als dann
uberort schlims durch sein gesicht, biß wider in dei Underhut zur Lincken, und ficht ferner.
Ⅱ.83r.3
41.35linked passage
41.36
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1570 Edition · fol. Ⅱ.83v.1
[Ⅱ.83v.1] Ein anders, wie du ihm (so er sein Wehr zu weit
auff die seiten führet) zu fechten solt.
ALso führet er sein Wehr zu weit gegen seiner Lincken, so Hauwe mit einem außtrit gegen seiner
Rechten seiten, von aussen uber seinem rechten Arm zum Kopff, unnd als bald er demnach
aufffehrt den zu versetzen, so zucke dein Wehr (in dem sie eben jetzt antreffen sol) von seinem
Arm wider ab, unnd fahr mir derselbigen under der seinen durch, und Stich im inerhalb seiner
Wehr zum Bauch, wan du solchen stich volbracht hast, so fahre behend mit ausgestrckter wehr
gerad ubersich in die Oberhut, zum streich vor dir außgestreckt, auff das (wann er dir Unden
weiter zu stechen würde) du ihm solches von Oben nider dempffen könnest.
Ⅱ.83v.1
41.36linked passage
41.37
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1570 Edition · fol. Ⅱ.83v.2
[Ⅱ.83v.2] Wie du dich gegen dem (der sein Wehr zu weit gegen
seiner zur Rechten führet) anschicken solt.
FIehret er nun sein Wehr zu weit (wie gesagt) auff sein Rechte, so merck als bald du in erlangen
kanst, so Stich ihm eilents (ehe er sich dessen verficht) gerad von vornen gegen seiner
Brust zu, wehrt er oder versetzt dir den, so wende die halbe schneide gegen seiner Wehr undersich,
laß also dein klingen under seiner gegen deiner Lincken durch sincken, und Hauwe demnach
behendiglich von deiner Lincken gegen seiner Rechten uberort schlims durch sein gesicht, also das
dein klingen in solchem durch hauwen neben deiner Rechten seiten hinder dir zu ruck durchlauffe,
unnd wider umbschiesse in die Oberhut des rechten Ochsens, zugleich in solchem ummschnap [Ⅱ.84r.1] pen trit wol auß noch ferner gegen seiner Rechten seiten, und Stich von Oben mit starckem verwenden
gegen seinem geischt, also das du mit solchem stich mit deiner Wehr in die Lincke Underhut
verfallest, von dannen ficht ferner die stuck so du hernach in diser Hut beschriben findest.
Ⅱ.83v.2Ⅱ.84r.1
41.37linked passage
41.38
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1570 Edition · fol. Ⅱ.84r.2
[Ⅱ.84r.2] Ein anders auff den, der sein Wehr zu seiner
Rechten seyten führet.
IM zufechten führe einen gewaltigen Hauw gegen seiner Lincken, aber auff dem weg dieweil
du noch im herhauwen bist, so wende die kurtze schneide einwerts gegen im, auff das es scheine
als stechestu von Oben, aber merck in dem er aufffehret zu versetzen, und solcher Stich eben
jetz antreffen soll, so lasse die klingen vollends undersich gegen der erden hangen, und zucke das
geFeß (mit von dir außgestrecktem Arm) ferner ubersich, führe ihm also sein klingen (wo er anders
under des her stechen würde) mit verhengen (das ist mit hangender Wehr) zur seiten auß,
zucke also dein geFeß mit hangender klingen in solchem ausnemen gegen deiner Lincken Achsel,
wende auch dein Rechte seiten dem Wehr wol gegen deiner Lincken seiten nach, und Hauwe von
derselbigen (mit zwifachem außtretten gegen seiner Lincken) oberhalb seinem Wehr gegen seiner
Rechten schlims durch sein gesicht, also das du nach ende des hauwes zu deiner Rechten in die
Underhut kommest, von dannen Stich behendiglich gerichts vor dir hin gegen seinem gesicht,
in das Lange ort, ficht er dir weiters zu, so schneide seine klinge von dir wegk.
Ⅱ.84r.2
41.38linked passage
41.39
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1570 Edition · fol. Ⅱ.84v.1
[Ⅱ.84v.1] Mit was stucken du ihn angreiffen kanst, wann
er in gerader versatzung steht.
FIehret er aber sein Wehr also starck und steiff vor ihm in gerader versatzung, also das du ihm
weder zur Lincken nach Rechten inbrechen kanst, so nim solche Practicierlich stuck für dich,
mit welchen du ihn vom Leger oder aus seinem vortheil ablockest, auff das du ime dieweil er abgehet
zur Blöß kommen mögest, Dieweil aber solche Practick so mancherley, also das unmüglich
solche in gewisse forma zu stellen, derhalben wil ich allein etliche Exempel aus welchen du
genugsam abnemen, und wie du dich ohngefehrlich anschicken solt, lernen kanst.
Ⅱ.84v.1
41.39linked passage
41.40
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ERhebe eylents dein Wehr ubersich, und stelle dich mit geberden als woltestu im neidlichen
zum Fuß hauwen, und Hauwe auch also ein theil wegs hinein, zu solchem hauw bucke dein
leib dem trit und hauw wol nach fürsich, also das es scheine wie du dich gantz bloß geben habest,
aber schauwe das du dich in solchem nicht vergebest, sonder behalt dein Wehr in voller sterck,
und merck fleissig (in dem du also hinein hauwest) ob er dir der Blöß zu eilen wölle, so zucke deinen
gezeigten hauw wider ubersich gegen seiner herfliegenden klingen, und schlage ihm dieselbige
mit solchem ubersich zucken, ubersich zur seiten aus, und Stich ihm ehe dann er sich wider erholet,
zur nechsten Blöß, dann so bald er seinen Arm von sich gibt, oder zum stich ausstreckt, so
helt er sein klingen dester schwecher, derhalben kan im die leichtlich außgeschlagen und genommen,
und ehe er sich recht wider erholt, zur Blöß gestochen werden.
Ⅱ.84v.2
41.40linked passage
41.41
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ALso stelle dich sampt den ernstlichen geberden, als wöllest du abermals wie vor ihm zun füssen
hauwen, aber in dem er deiner gegebenen Blösse zueilet, so spring behendiglich zur seiten
aus, auß seinem stich, unnd Stich ihm (dieweil er noch also sein Wehr ausstreckt) uberzwerch
ober demselbigen gegen seinem gesicht, welches du ihm gewiß (wo er anders vorsticht) erlangen
und treffen kanst.
Ⅱ.85r.1
41.41linked passage
41.42
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1570 Edition · fol. Ⅱ.85r.2
[Ⅱ.85r.2] Wie du ihm sein kling mit gewalt außnemen
und nach hauwen solt.
ALso, Stich ihm oberhalb seiner kli ngen[!] gerad für dir hin gegen seinem gesicht, im hinstechen
aber, wende dein geFeß ubersich gegen deiner Lincken, zu dem so wende auch dein Rechte seiten
dem geFeß wol nach, und schlage mit der auswendigen flech neben deiner Lincken starck ubersich
gegen seiner Rechten durch sein klingen, also das du ihm die mit gewalt von Unden ubersich
aus nimest, laß also dein klingen gegen deiner Rechten oben umb den Kopff fahren, unnd
Hauwe den andern mit einem weitern zutrit, auch von deiner Lincken, doch schlims von Oben
durch sein Rechte, diser ander hauw muß so behend kommen, auff das er antreffe ehe dann er sich
von deinem außschlagen wider erholt hat, Den dritten Hauwe als dan von deiner Rechten durch
sein Lincke, biß in dei Lincke Underhut, von dannen stich behend (mit einem aussprung von seiner klingen)
gerad vor dir hin gegen seinem gesicht, biß in das Lang ort, ficht ferner aus demselbigen
wie du bey dem Langen ort geleht wirst.
Ⅱ.85r.2
41.42linked passage
41.43
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MErck begegnet dir einer in solcher steiffer und gerader versatzung, davon bisher gelehrt, so
trit mit gleicher versatzung zu im, und wann du ihm sein klingen in der mitte erlangen kanst,
so erhebe eilents dein Wehr mit ausgestrecktem Arm ubersich, biß in die Rechte Oberhut zum
streich, unnd Hauwe von derselbigen unversehenlich mit einem fernern zutrit deines Rechten
fusses, von Oben schlims durch die mitte seiner klingen, also starck das du durch solchen hauw
mit deiner Wehr bis in die Mittelhut zur Lincken kommest, von derselbigen hauw abermals behendiglich
uberzwerch gegen seiner Rechten seiten durch sein gesicht, unnd gilt gleich ob du den
mit Langer, halber schneid, oder fleche volbringest, doch also das dein Wehr durch solchen starcken
flug neben deiner Rechten oben wider umbschiesse, in die selbige Oberhut zum stich, von dannen
stich fernern gewaltig mit starckem verwenden gegen seiner Brust, also das die Lang schneid
in solchem furt stechen durch das verwenden undersich kome, und in die Lincke Underhut verfalle,
von dannen fahr behend ubersich in die Oberhut des rechten Ochsens, aus welcher Hut
du als dann die stuck so hernach darinnen beschrieben werden Fechten solt.
Ⅱ.85v.1
41.43linked passage
41.44
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IM zufechten führe dein Wehr auch in gerader versatzung doch hoch, unnd merck in dem er
sein Wehr also ausgestreckt vor ihm her führet, so schlage ihm sein klingen unversehens mit
hangeder klingen behendiglich von dir zur seiten aus, fast auf solche weiß wie dir solches das [Ⅱ.86r.1] Bilde in der Figur C. gegen der Lincken hand anzeiget, zugleich in solchem außschlagen spring
wol aus gegen seiner Rechten seiten, und laß dein kling wider von seiner Wehr gegen deiner Lincken
umbschnappen in die Hut des lincken Ochsens, doch nicht so hoch neben dir wie sonst, und
Stich also uber die hand gerad vor dir hin gegen seinem gesicht, diser stich sampt dem aussprung
muß behendiglich auff das ausschlagen (ehe es sich mit seiner Wehr wider erholet) volbracht
werden.
Ⅱ.85v.2Ⅱ.86r.1
41.44linked passage
41.45
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IM zufechten als bald du dein gegenpart erlangen kanst, so Hauwe ihm in einem Ruck sein
Wehr unversehens von dir zur seiten aus, aber in solchem ausschlagen schauwe das du dich
nicht seiner wehr nach verfahrest, sonder behalt dein Wehr in guter sterck, und Stich eilents gerad
für dir hin zu seinem gesicht, und das ehe er sich vom außschlagen erholet, Wann du ihm nun
also unversehens ausschlagest und nach stichst, so wirt er gehlingen wider ubersich fahren wöllen
zu versetzen, darumb so hab acht in dem er ubersich aufffehrt, das du ihm behendiglich zu seinem
fürgesetzten Fuß hauwest.
Ⅱ.86r.2
41.45linked passage
41.46
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ODer, so er sich mit keinem stuck abtreiben noch aus seinem vortheil bringen lassen wil, so Hauwe
ihm von beiden seiten kreutzweis underhalb seiner klingen nahet an seinem geFeß durch,
dan mercke gleichwol under des, wann er aus derselbigen seiner versatzung herfehret zu stechen, [Ⅱ.86v.1] so Hauwe ihm sein herfahrende klingen von dir aus, unnd eile behendiglich zur Blöß, dann mit
dem das du ihm also von beiden seiten etliche Häuw durch sein versatzung hauwest, machstu in
zornig, auff das er dester ehe dein Blöß (die du ihm mit solchem durchhauwen geben must) zuficht,
als bald er dann sein Wehr von ihm ausstreckt, so ist er mit derselbigen in der versatzung
schon schwecher, darumb kanstu ihm sein klingen leichtlich ausschlagen und nach fechten, oder
fahr mit deiner Wehr ubersich in die Oberhut, und biete im den vordern leib also bloß dar.
Ⅱ.86r.3Ⅱ.86v.1
41.46linked passage
41.47
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DIeweil du nun durch das ganze Fechten immer auß einem Leger in das ander komest, so will ich wie anfangs
gemeldet, ein Leger nach dem andern fürnemen, und dich durch Exempel lehren wie du aus denselbigen ohngefehrlich
fechten solt.
Ⅱ.86v.2
41.47linked passage
41.48
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1570 Edition · fol. Ⅱ.86v.3
[Ⅱ.86v.3] Das erste Exempel wie du mit einem, auß der
Oberhut zugleich hinein stechen solt.
WAnn du im zufechten mit der geraden versatzung für deinen Mann kommest, unnd er aber sich mit keinen stucken
wil ablocken noch aus seinem vortheil reitzen lassen, so führe dein Wehr ubersich in die rechte Oberhut des
Ochsens, und führe ihm also den ort mit ubersich fürsich außgestrecktem Arm gegen seinem gesicht, als bald er
demnach auff dich sticht, so weiche mit deinem lincken Fuß hinder deinem Rechten zu ihm aus, unnd trit behend
mit dem rechten Fuß auch fürter zu ihm, in solchen tritten aber wende die Lange schneide gegen seinem herkommenden
stich, und Stich also mit im zugleich von dir hinein, so versetzestu und triffest mit einander, wie das grösser bild
in der Figur F. gegen der Lincken hand anzeiget, Dises stuck kanstu aus allen andern Huten auch treiben, gleich
wie aus diser Oberhut, nemlich das du aus seinem stich ausweichst, und wendest die Lange schneide gegen seiner
klingen, führest ihm die zur seiten aus, und stichst mit ihm hinein.
Ⅱ.86v.3
41.48linked passage
41.49
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1570 Edition · fol. Ⅱ.87v.1
[Ⅱ.87v.1] Ein anders, wie du ihm sein klingen von dir
wegk schneiden und nach fechten solt.
WAnn du also ubersich in die Oberhut zum stich ankommen bist, und dein widerpart sticht oder hauwet von
seiner Rechten gegen dir, so trit abermals zwifach wie vor gegen seiner Lincken seiten auß seinem stich, unnd
wende behendiglich die Lange schneide aus der Oberhut undersich, und in solchem undersich wenden, so Hauwe in
einem flug mit nachgestrecktem Leib vollen gegen seiner klingen durch, biß in die lincke Underhut, von dannen hauwe
oder stich (ehe er sein klingen under der deinen herfür Ruckt) gegen seinem gesicht, dises ist auch ein gute Regel
aus allen Legern zufechten, nemlich das du im von einer seiten sein klingen schlims oder uberort undersich von dir
wegk hauwest, und demnach eilents den andern von der andern seiten nach, es sey under oder oberhalb seiner klingen
(ihe nach dem er behend wider auffkommen ist) zu seinem Leib.
Ⅱ.87v.1
41.49linked passage
41.50
No translation yet — showing the Gründtliche Beschreibung der Kunst des Fechtens transcription.
1570 Edition · fol. Ⅱ.87v.2
[Ⅱ.87v.2] Wie du ihme mit verhengen außnemen und
nach fechten solt.
ALso wann du dein Wehr in der Oberhut zum stich führest, und es sticht dein gegen fechter auff dich her, so behalt
dein geFeß vor dir, ein wenig zur seiten ausgestreckt, unnd laß dein klingen mit dem ort gerichts vor
dir undersich hangen, wende also mit hangender klingen (in dem er wie gesagt hersticht) dein geFeß gegen deiner
Lincken, auff solche weiß führe ihm sein klingen zur seiten aus, Wann du ihm nun also sein klingen sampt den austretten
mit hangender klingen ausgeschlagen hast, so magst du als dann dem ausschlagen nach die klingen umb den
Kopff fahren lassen, unnd mit einem weiten zutrit deines rechten Fuß, von deiner Rechten gegen seiner Lincken
uberzwerch starck durch hauwen, den andern hauw gerad von Oben mit einem gezogenen Dempffhauw durch sein
gesicht, so kompstu im herab hauwen mit deinem geFeß ehe zur erden dann mit der klingen, wie das grosser Bild in
der Figur G. zur rechten hand anzeigt, von dannen stich behend (ehe er sich wider von solchem Dempffen erholet)
gegen seinem gesicht.
Ⅱ.87v.2
41.50linked passage
41.51
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1570 Edition · fol. Ⅱ.88r.1
[Ⅱ.88r.1] Oder wann du ihm also mit hangender klingen ausgeschlagen hast, so laß dein kling (in dem du gegen seiner
Lincken austretten bist) auch umb dein Kopff fahren, zu dem so laß auch die spitz gegen des Mans gesicht für schiessen,
in die Hut des lincken Ochsen, von dannen stich gleich mit vorgemeltem austretten gegen seinem gesicht, als
dann Hauwe von beiden seiten kreutzweis schlims gegen seinem geFeß durch.
Ⅱ.88r.1
41.51linked passage
41.52
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1570 Edition · fol. Ⅱ.88r.2
[Ⅱ.88r.2] Oder nach dem du im also ausgeschlagen hast, so laß die klingen umbschiessen in die Hut des lincken Ochsens wie
vor, trauwe ihm also uber die hand zu stechen, welchem stich er entgegen ubersich fahren wirt den zu versetzen, dieweil
er aber also ubersich fahret, so trit mit dem Rechten fuß noch ferner umb zu seiner Rechten, und Hauwe ihm
gegen demselbigen schenckel zu durch, Den andern Hauwe behend uberort von oben durchr sein gesicht, also das
du mit deiner Wehr in die Underhut zur Lincken ankommest, von welcher Underhut Reisse behendiglich mit halber
schneid wider ubersich gegen deiner Rechten, und lasse dein klingen hiemit umb dein Kopff fahren, und Hawe
ihm gegen seiner Rechten schlims durch sein gesicht.
Ⅱ.88r.2
41.52linked passage
41.53
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1570 Edition · fol. Ⅱ.88r.3
[Ⅱ.88r.3] Ein gut stuck so mit dem verhengen, volbracht
kan werden.
WAnn du im zufechten in die Oberhut des rechten Ochsens ankommen bist, und wirst aldo gewahr das einer mit
gewalt auff dich her sticht, so trit sprungsweiß wol gegen seiner Lincken zur seiten aus seinem herkommenden stich,
und wende ihm den mit hangender klingen wie bißher gegen deiner Lincken aus, in solchem ausnemen aber trit mit
deinem Lincken fuß noch ferner hinder deinem rechten fuß zu ihm, auch folge mit dem rechten eilents dem stich nach
fürt, und wende ihm hiemit deinen rucken, Stich also under deinem rechten Arm mit verkehrtem stich von hinden
gegen seinem Bauch, demnach wende dein gesicht behend wider gegen ihm, und Hauwe mit ausgestreckter Wehr
in einem rad gerad von oben nider, mit einem hindersich trit deines rechten Fusses, durch sein gesicht, als dann
fahr mit deinem gefeß wider ubersich, und verwechsel zu gleich mit deinen Füssen auff das der recht wider vor stand.
Ⅱ.88r.3
41.53linked passage
41.54
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AUß disem Ochsen ficht ihm fürnemlich gegen seinem Arm, also wann er von Unden oder gerad zu, gegen dir
her ficht, so entziehe ihm deinen leib mit zusamen weichung deiner füß zu ruck, und Hauwe oder Stich im dieweil
er seinen Arm ausstreckt gegen demselbigen Arm, geFeß, oder hand, darinnen er sein Wehr führet.
Ⅱ.88v.1
41.54linked passage
41.55
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1570 Edition · fol. Ⅱ.88v.2
[Ⅱ.88v.2] Item wann du also in gemelter Oberhut vor deinem widerpart stehest, und er Sticht dir von Unden oder gerad
her, dir zu, so trit mit deinem lincken fus wol aus gegen seiner Rechten, unnd verwende dieweil dein klingen
mit der spitz hinder dir aus zum streich, Hauwe ihm demnach seine herfliegende klingen von deiner Lincken gegen
deiner Rechten mit hangender klingen aus, wie solches das under grosser Bild zur lincken hand in der Figur C. anzeigt,
trit gleich in disem ausschlagen mit deinem Rechten ferner gegen seiner Rechten, von solcher versatzung
zucke dein Wehr gegen deiner Lincken wider ab, umb den Kopff, und Hauwe im oberhalb seiner Wehr (ehe dann
er die wider auff oder die in sein kreffte bringt) von deiner Rechten schlims durch sein gesicht, oder gegen seinem arm
und hand darinen er die Wehr führet zu, so kompstu in die Lincke Underhut.
Ⅱ.88v.2
41.55linked passage
41.56
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1570 Edition · fol. Ⅱ.88v.3
[Ⅱ.88v.3] Wann er nicht Hauwen nach stechen wil, wie du vor ihm
fehl stechen ausnemen und nachstechen solt.
ITem im zufechten kom ubersich in die Oberhut, in dessen wann du also vor ihn stahst und er nicht arbeiten wil,
so trit mit deinem Lincken fuß fürter zu ihm, unnd in dem du also fürtritst so Stich von Oben ausserhalb deinem
Lincken fuß zu ruck durch fehl füruber, also das du (nach ende des stichs wider in die Hut des lincken Ochsen
kommest, von dannen Reiß ihm sein herfliegenden klingen mit halber schneid undersich gegen deiner Rechten aus, in
solchem ausnemen aber trit ferner mit deinem rechten Fuß wol gegen seiner Rechten umb zu ihm, Stich ihm von
Oben mit starckem verwenden, unnd einem weiten zutrit deines rechten Fusses gegen seinem gesicht, also das du
nach ende des Stichs zur Lincken in die Underhut kommest.
Ⅱ.88v.3
41.56linked passage
41.57
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1570 Edition · fol. Ⅱ.89r.1
[Ⅱ.89r.1] Item wann du im zufechten neben deinem fürgesetzten Lincken schenckel zu ruck fehl durch stichst, so gibst du hie
mit dein gesicht gantz bloß dar, Derhalben wirt er ohn zweiffel in dem du zu ruck durch stichst, bald nach stechen,
darumb wann du solches seines her stechen gewahr wirst, so trit mit deinem rechten Fuß ferner zu im gegen seiner
rechten seiten auß, und stich aus dem lincken Ochsen (in welchen du mit gemeltem durchstechen ankommen bist) mit
ihm zugleich ausserhalb seines Rechtens arms zum gesicht hinein, unnd merck fleissig das du in dem hinein stechen
die Lange schneide bald gegen seiner klingen wendest, auch den Kopff wol auff dein Lincke seiten, von seiner klingen
hinder die deine entzuckest, so triffestu (wo er anders gestochen hat) gewiß an, auß diser Hut kanstu auch Dempffen,
Durchgehn, Sperren, und was dergleichen mehr stuck seind gegen im fechten.
Ⅱ.89r.1
41.57linked passage
41.58
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1570 Edition · fol. Ⅱ.89r.2
[Ⅱ.89r.2] Sperren treib also, wann du also in der Hut des Ochsen stehest zur Rechten, hauwet dir einer zun füssen her, es
sey von welcher seiten es wölle, so sencke den vordern ort von der andern seiten gegen seinem hauw, biß auff die
erdt, mit außgestrecktem hangendem Arm, so geben die klingen ein kreutz wie du solches in der Figur B. sehen
kanst, sperr ihm also den Hauw das er mit seinem hauw nit durch komen kan, und trit gleich auch mit beyseitz auß,
aus seinem hauw, und als bald es glitzt so stich an sein Wehr, uber oder under seiner klingen behendiglich gegen
seinem leib, zuck die Wehr behend wider und Hauw durch das kreutz von dir nach.
Ⅱ.89r.2
41.58linked passage
41.59
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1570 Edition · fol. Ⅱ.89r.3
[Ⅱ.89r.3] Auß diser hut hastu natürlich den Zornhauw, welchen so du ihn durch sein Lincke hauwest, so komestu in die Underhut zur Lincken, auß welcher ficht also.
Ⅱ.89r.3
41.59linked passage
41.60
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1570 Edition · fol. Ⅱ.89r.4
[Ⅱ.89r.4] Wie du auß der Underhut zur Lincken außnemen
und nach fechten solt.
WAnn du nun (es seye durch Abschneiden oder sonst durch verhauwen zugangen) in dise Hut ankommen bist, und
er sticht demnach von Oben gegen deinem gesicht her, so nim ihm sein herfliegende klingen mit halber schneid
in einem Riß übersich gegen seiner und deiner Rechten mit außgestrecktem Arm starck aus, in solchem außnemen
laß dein klingen ober deinen Kopff vollen umbschnappen, in die Hut des rechten Ochsens, von welchen stich behend
mit einem fernern zutrit deines rechten Fuß gegen seinem gesicht, auch wende in solchem fürt stechen die Lange [Ⅱ.89v.1] schneide undersich, auff das du ihm (wo er in dessen auch stechen würde) sein stich mit dem deinen außwindest.
Ⅱ.89r.4Ⅱ.89v.1
41.60linked passage
41.61
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1570 Edition · fol. Ⅱ.89v.2
[Ⅱ.89v.2] Oder wann du ihm also seinen stich ausgenomen hast, so laß dein klingen nach solchem außnemen oder deinem
Kopff umbfahren, und trit dieweil mit deinem rechten Fuß wol aus, gegen seiner Rechten, und Hauwe ihm hiemit
außwendig gegen seinem Rechten schenckel durch, also das du nach ende des hauwes mit deiner Wehr in die rechte
Underhut ankomest, von deren Hauwe als dann eilents gegen seiner Lincken, aber einen Zornhauw schlims überort
mit außgestreckter klingen starck durch, so komstu wider in die Lincke Underhut.
Ⅱ.89v.2
41.61linked passage
41.62
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1570 Edition · fol. Ⅱ.89v.3
[Ⅱ.89v.3] Oder so du ihm also hast außgenomen, so laß abermals ober deinem Kopff umbschnappen in die Hut des rechten
Ochsens, und trauwe im also von oben zu stechen, das wirt er versetzen wöllen, aber in dem er aufffehrt solchen
stich abzutragen oder zuversetzen, so lasse den stich nicht antreffen, sonder verzuck dein klingen wider gegen deiner
Lincken umb den Kopff, und Hauwe ihm von deiner Rechten mit wol nider gesencktem leib, unnd außgestreckter
Wehr, auch gegen seiner Lincken zu seinem fürgesetzten schenckel uberzwerch durch, Den andern Hauwe als dann
von deiner Lincken durch sein Rechte, der obersten uberort hangenden Lini nach, als ein Wehrstreich durch, biß
in die rechte Underhut, also hastu nach disem außnemen dreyerley art nach zu fechten gelehrt, Nemlich mit einem
Oberstich, Zum andern mit eim Hauw, Zum driten mit eim verführten hauw.
Ⅱ.89v.3
41.62linked passage
41.63
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1570 Edition · fol. Ⅱ.89v.4
[Ⅱ.89v.4] Wie du auß der Underhut außnemen und
von Unden nach fechten solt.
IM zufechten schicke dich in die Lincke Underhut, so bald er auff dich herstechen oder hauwen wil, nemlich gegen
deiner Rechten, so trit als bald gegen seiner Rechten zur seiten aus, unnd gleich mit solchem außtretten
so wende dein klingen hinder dir auß zum streich, Hauwe im also von deiner Lincken von oben uberzwerch auff
seine klingen, ein starcken Dempffhauw, und Stich im demnach ehe dann er sein klingen under der deinen herfür
bringt, ubersich gegen seinem gesicht, biß in das Lang ort hoch, von dannen, wo er dir aber unden ferner zu
stechen wirdt, so schneide solches undersich biß in die Lincke Underhut von dir ab.
Ⅱ.89v.4
41.63linked passage
41.64
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1570 Edition · fol. Ⅱ.90r.1
[Ⅱ.90r.1] Item wann du ihm sein Hauw also von Oben nider gedempffet und nach gestochen hast, so merck in dem er auff
fehrt und dir den stich versetzen will, so fahr mit der spitz neben seinem rechten Arm herumb, unnd Stich ihm dieweil
er aufffehrt, under seinem Arm hinein.
Ⅱ.90r.1
41.64linked passage
41.65
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1570 Edition · fol. Ⅱ.90r.2
[Ⅱ.90r.2] Ein ander stuck nach seinem rechten schenckel gerichtet.
ALso wann du in der Underhut zur Lincken stehest, unnd dein gegenfechter sticht oder hauwet von oben her, so
verwende dein klingen hinder dir auß zum streich, und Hauwe mit Langer schneide von unden auff ubersich gegen
seiner klingen, und als bald nun die klingen zusamen glützen, so wende die kurtze schneide uber die hand gegen
seiner klingen einwerts, und dieweil die klingen also noch zusamen rühren, so wende dein knopff wol übersich, damit
erholest du dich zum hauw, Hauwe demnach behend von seiner klingen ab, außwendig zu seinem fürgesetzten schenckel,
also hast zwen häuw von einer seiten volbracht, Nemlich den ersten von Unden gegen seiner klingen, Und
den andern von Oben außwendig zu seinem Rechten schenckel.
Ⅱ.90r.2
41.65linked passage
41.66
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1570 Edition · fol. Ⅱ.90r.3
[Ⅱ.90r.3] Ein anderß, wie du aus der lincken Underhut
durch gehn solt.
ALso wann du dein Wehr in der Underhut zur Lincken führest, so merck in dem er hersticht, so führe dein klingen
mit dem ort nahet bey der erden bleibent under der seinen, von deiner Lincken gegen deiner Rechten durch, also
behend, auff das du ihm seine herfliegende klingen von deiner Rechten gegen deiner Lincken außschlagen könnest,
dieweil du ihm aber seinen stich außschlechst, dieselbige weil trit auch wol gegen seiner Lincken, und Stich ihm inwendig
zu seiner Brust, welche du gewiß hast, wo er anderst fürt sticht, und du ihm recht thust.
Ⅱ.90r.3
41.66linked passage
41.67
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1570 Edition · fol. Ⅱ.90v.1
[Ⅱ.90v.1] Ein anders, wie du im ubersich außreissen und im herabfahren
durch hauwen, und zur andern seiten stechen solt.
IM zufechten schicke dich in die Lincke Underhut, und nim fleissig wahr als bald er gegen dir her sticht, so nim
ihm sein klingen mit deiner halben schneide mit außgestrecktem Arm starck ubersich gegen deiner Rechten auß,
also das du mit deiner Wehr ubersich in die Oberhut zum streich komest, von deren Hauwe behend wider von oben
underhalb seiner klingen (dieweil der dieselbige im wider zusich ziehen noch in der höhe führet) gegen seinem bauch
durch, biß wider in die lincke Underhut, von derselbigen Stich behendiglichen (mit einem außsprung gegen seiner
Rechten) oberhalb seinem rechten Arm gegen seinem gesicht.
Ⅱ.90v.1
41.67linked passage
41.68
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1570 Edition · fol. Ⅱ.90v.2
[Ⅱ.90v.2] Wie du ihm alle stich auß der lincken Underhut,
sie komen von Oben oder Unden.
ALle Stich die dein widerpart auff dich herführet von Oben oder gegen deinem gesicht zu, die solt du von Unden
ubersich, nach außweisung der Schlimmen uberort auffsteigenden Lini außschlagen, unnd das kanst du
thun mit der halben oder gantzen schneide, und auch mit der außwendigen flech, demnach so bald du außgenommen
hast, so magstu zu welcher seiten du wilt nach stechen oder hauwen, allein das solches behend (ehe das er sich
wider erholet) gescheche und volbracht werde.
Ⅱ.90v.2
41.68linked passage
41.69
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1570 Edition · fol. Ⅱ.90v.3
[Ⅱ.90v.3] Sticht er aber von Unden, so solt du ihm denselbigen von Oben schlims uberort gegen deiner Rechten undersich
außschlagen, und das auch wie vor, mit der gantzen oder halben schneide, wie auch mit der flech, du nemest
im die nun von Oben oder von Unden auß, so soltu zugleich auch von seiner Wehr gegen seiner Rechten wol außtretten,
so geht dir das außnemen dester stercken an, demnach hauwe oder stich behendiglich nach, so bald du aber nach
gestochen oder gehauwen hast, so bald soltu auch wider mit einem absatz an seiner klingen sein, dich ferner von seinem
uberfal zu schützen, auff solche weiß kanstu nun auß diser Underhut (wo du dich darein verhauwen hast) behendiglich
gegen ihm Fechten.
Ⅱ.90v.3
41.69linked passage
41.70
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WAnn du nun also in der Underhut zur Lincken stehest, so erhebe dein Gefeß ubersich neben deinem Kopff, biß
in die lincke Oberhut, und ficht als dann auß derselbigen auff solche art wie volgt.
Ⅱ.91r.1
41.70linked passage
41.71
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1570 Edition · fol. Ⅱ.91r.2
[Ⅱ.91r.2] Merck wann du also vor deinem gegen man in der Lincken Oberhut stehest, unnd er sticht dir gegen deinem gesicht
zu, so spring in dem er hersticht wol auß seinem stich, gegen seiner Rechten seiten, und stich mit im zugleich
aussen uber seinem rechten Arm zu seinem gesicht hinein, unnd in solchem hinein stechen wende die Lange schneid
gegen seiner klingen, so versetzestu und triffst zugleich mit einander. Oder setze ihm sein stich, dieweil du also außtritst
mit Langer schneide ab, als dann stich erst behende nach.
Ⅱ.91r.2
41.71linked passage
41.72
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1570 Edition · fol. Ⅱ.91r.3
[Ⅱ.91r.3] Zwen guter stich aus beiden Ochsen zufechten.
WAnn du dein Wehr also in der Lincken Oberhut führest, und er sticht dir als dann gegen deinem gesicht zu, so
Stiche aus diser Oberhut, ausserhalb seiner Wehr gegen seiner herfliegenden klingen, mit im zugleich krefftiglich
zu seinem Arm hinein, und in dem du also hinein stichst, so wende dein Gefeß under seiner klingen
durch, ubersich gegen deiner Rechten seiten, auff das du mit solchem durchwinden, ihm sein klingen gegen deiner
rechten seiten auswindest und abführest, demnach Stiche ihm innerhalb seinem Gefeß in dem er sein Wehr zu sich
zeucht behendiglich gegen seiner Brust hinein, zugleich mit disem stich wende dein Gefeß sampt der Langen schneide
wider undersich gegen deiner lincken, so führestu im sein klingen abermals aus, zu dem das du getroffen hast.
Ⅱ.91r.3
41.72linked passage
41.73
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So aber dein gegenfechter auff dich weder stechen noch hauwen wil, als dann treib dise stich also auff in, Stiche
erstlich aus der Lincken Oberhut ernstlich auswendig seinem rechten Arm zu, im hinein stechen aber so wende mit
deinem Gefeß sampt der klingen under der seinen durch, ubersich gegen deiner Rechten, und Stiche im behendiglich
in dem er mit seinem Gefeß deinem ersten stich entgegen gefahren ist, innerhalb desselbigen zu seiner Brust, welche
er dann mit seinem versetzen gantz entblöst hat. Ferner kanstu auch alle häuw und stich, aus diser Hut mit Langer
schneide abwenden biß in das langort.
Ⅱ.91r.4
41.73linked passage
41.74
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1570 Edition · fol. Ⅱ.91v.1
[Ⅱ.91v.1] Auß diser Hut kanstu Abschneiden, Dempffen, von Unden ubersich außschlagen, Sperren und was dergleichen
stuck seind, die du alle in andern Legern weitleuffiger beschriben findest, auß welchen du es auch wol in dise
Hut durch übung bringen kanst.
Ⅱ.91v.1
41.74linked passage
41.75
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1570 Edition · fol. Ⅱ.91v.2
[Ⅱ.91v.2] Underhut zur Rechten welche wirt auch Nebenhut genant,
wie du darauß Fechten solt.
AUß diser ficht also, wann er dir (dieweil du in die Nebenhut ankomen bist) zu sticht, so trit mit deinem Lincken
fuß wol hinder deinem Rechten zu im, gegen seiner Lincken seiten, und trit mit dem Rechten auch fürter
zu ihm, unnd in solchem tretten stiche auß der Underhut gerad gegen seinem gesicht, aber in dem du also hinein
stichst, so wende die Lange schneid sampt dem geFeß gegen seiner klingen, auff das du ihm sein klingen hiemit abwendest,
und also in dem du versetzest, zu gleich auch mit der spitz antreffest, so bald du den stich vollendet hast, so hebe
dein klingen mit außgestrecktem Arm ubersich gegen deiner Rechten, unnd Hauwe behends wider von Oben
nider auff die mitte seiner klingen, also das du ihm sein klingen starck ausschlagest, unnd ehe er sich wider ermane
und auff kompt, so Stich ihm eilents wider gerad für dir hin gegn seinem gesicht.
Ⅱ.91v.2
41.75linked passage
41.76
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1570 Edition · fol. Ⅱ.91v.3
[Ⅱ.91v.3] Wie du auß diser Hut Abschneiden unnd
nach Fechten solt.
STicht oder Hauwet dein widerfechter von seiner Rechten auff dich, so erhebe dein Wehr (in dem er hersticht)
ubersich gegen deiner Rechten, under des trit auch mit deinem rechten Fuß ferner zu ihm, unnd Hauwe zugleich
mit solchem zutretten gegen seiner herfliegenden klingen, von deiner Rechten schlims uberort starck durch, in
solchem hauwen aber soltu dein geFeß der klingen im herab fahren etwas vor führen, zu dem auch durch weit tretten
mit dem obern leib wol fürsich undersich gesenckt komen, führe im also sein klingen durch disen hauw mit auß= [Ⅱ.92v.1] gestrecktem Arm schnits weiß von dir undersich ab, unnd Stich ihm behendiglich (ehe dann er sein klingen under
der deinen herfür bringt) ubersich zu seinem gesicht, also das du im antreffen des stichs im Langen ort hoch standest,
und so er dieweil wider fertig ist, underhalb deinem Wehr gegen deinem Bauch her zu stechen, so behalt dein
hand smapt dem Gefeß also außgestreckt vor deinem gesicht, die klingen aber laß dieweil gegen seiner Rechten undersich
sincken, und schlage ihm also seinen stich mit hangender klingen von deiner Lincken, gegen deiner Rechten
zur seiten auß, und das mit der inwendigen flachen klingen, zugleich in solchem außschlagen trit mit deinem Lincken
Fuß wol aus gegen seiner Rechten, demnach zucke dein Gefeß ubersich gegen deiner Lincken, und trit in dessen
mit deinem rechten Fuß auch weiter gegen seiner Rechten zur seiten aus, Stich oder Hauwe als dann behendiglich
von deiner Lincken gegen seinem gesicht, oder seinem Arm zu.
Ⅱ.91v.3Ⅱ.92v.1
41.76linked passage
41.77
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1570 Edition · fol. Ⅱ.92v.2
[Ⅱ.92v.2] Wie du mit deiner klingen under der seinen
durch gehen solt.
ITem merck fleissig in dem er von Oben her sticht, so fahre mit deiner klingen under der seinen durch, und führe
ihm die mit abschneiden von deiner Lincken gegen deiner Rechten, wie du solches an dem undern mitlern
Bild in der Figur D. mercken kanst, ab, und Stich ihm behendiglich gegen seinem gesicht, oder nach dem du im
mit deiner Wehr durchgangen, und ihm die seine abgeschnitten hast, so laß dein klingen neben deiner Rechten auß
fahren, und Hauwe ihm mit gewaltigem außtretten gegen seiner Rechten, ehe das er recht auff kompt vornen zu
seinem gesicht.
Ⅱ.92v.2
41.77linked passage
41.78
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1570 Edition · fol. Ⅱ.92v.3
[Ⅱ.92v.3] Wie du auß der Underhut alle deines gegenmans Häuw
und Stich, von beiden seiten kreutzweiß von dir
wegk hauwen und nachfechten solt.
WAnn du nun also in der Underhut zur Rechten stehest, so Hauwe ihm von beiden seiten alle seine Häuw und
Stich mit Wehrstreichen, das ist mit schlimmen Zornhäuwen, durch die uberort Lini von beiden seiten kreutz [Ⅱ.93r.1] weiß starck, und schnitsweiß von dir, und das hoch oder nider, mit auffrechtem oder nider gesencktem leib, ihe
nach dem er seine Häuw hoch oder nider herführet, so lang biß du ihn eintweders müth machest unnd schwechest,
oder sonst deinen vortheil andere stuch zu Fechten haben kanst.
Ⅱ.92v.3Ⅱ.93r.1
41.78linked passage
41.79
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1570 Edition · fol. Ⅱ.93r.2
[Ⅱ.93r.2] Es gilt auch gleich und soll dich nicht irren, von welcher seiten er seinen hauw am ersten herführet, dann wann
er seine häuw von seiner Lincken gegen deiner Rechten herführet, so soltu mit deiner klingen unden durch gehn,
und auch von deiner Lincken gegen seiner Rechten dar gegen hauwen, wie nechst hievor vom durchgehn gelehrt,
Hauwet er aber von seiner Rechten, so Hauwe auch mit erhebter Wehr von deiner Rechten gegen seiner klingen
durch.
Ⅱ.93r.2
41.79linked passage
41.80
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1570 Edition · fol. Ⅱ.93r.3
[Ⅱ.93r.3] Ein anders, wie du ihm sein klingen ubersich außschlagen,
und durch ein Mittelhauw schwechen, und mit einem Oberhauw
Dempffen, und eilents nachstechen solt.
BEgegnet dir einer in gerader versatzung, wann du in die Rechte Underhut komen bist, so führe dein klingen
eilents mit dem ort, das ist, mit der spitz unden bey der erden, under der seinen biß zu deiner halben klingen durch,
in solchem durchfahren so wende die Lange schneide ubersich, also das die außwendige flache hand gegen dir stand,
Hauwe also von Unden ubersich gegen seiner klingen durch, und ziehe hiemit dein Wehr umb deinen Kopff, und
Hauwe den andern ein Mittelhauw von deiner Rechten, uberzwerch starck durch sein gesicht, also das dein wehr
gegen deiner Lincken seiten wider umb den Kopff fliege, und Hauwe den dritten behend von Oben nider, in einem
zug gerichts durch sein gesicht, zu solchem hauw soltu durch weit von einander tretten, und mit dem obern leib
wol nider gesenckt kommen, auch dein Gefeß mit außgestrecktem Arm der klingen, im herab hauwen ein gut theil
gegen der erden vor führen, dardurch du ihm sein klingen dester mehr schwechen und undersich tringen kanst, also
bald du disen hauw volbracht, als bald Stich gerad für dir hinein, er habe sein Wehr wider under der deinen herfür
bracht oder nicht, allein wende im hinein stechen die Lange schneide gegen seiner klingen, so hast fu ihm bald
versetzt.
Ⅱ.93r.3
41.80linked passage
41.81
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1570 Edition · fol. Ⅱ.93v.1
[Ⅱ.93v.1] Wie du ihm mit hangender klingen außschlagen
und nach stechen solt.
AUch magstu das ende des fünfften hievor gesetzten stuck, auch auß diser Underhut auff solche weiß gegen der
geraden Versatzung brauchen, Also erhebe dein Wehr auß der rechten Underhut neben deiner Rechten ubersich,
und trit dieweil mit deinem Lincken fuß gegen seiner Rechten zur seiten auß, und schlage hiemit sein klingen
mit deiner inwendigen fleche, von deiner Lincken gegen deiner Rechten, zwischen dir unnd ihm auß, also das in
solchem außschlagen dein klingen undersich hang, unnd dein Knopff ubersich stand, so bald das außschlagen geschehen, so spring noch ferner gegen seiner Rechten umb, unnd Stich ihm behend ehe dann er sich von dem außschlagen
wider erholt, zu seinem gesicht.
Ⅱ.93v.1
41.81linked passage
41.82
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1570 Edition · fol. Ⅱ.93v.2
[Ⅱ.93v.2] Wie du mit den Häuwen von einer seiten zur
andern umbwechseln solt.
DAs mercke wann du in die rechte Underhut ankommen bist, unnd dein gegen fechter hauwet oder sticht von
Oben auff dich her, so Hauwe mit Langer schneide schlims von unden starck ubersich, gegen seiner herfliegenden
klingen, und gegen deiner lincken Achsel gantz durch, ja so starck das dein Wehr eben in demselbigen schwung
gegen deiner Lincken umb dein Kopff wider ablauffe, zucke in dem allem dein Gefeß vollen umb den Kopff, und
Hauwe den andern auch von deiner Rechten, schlims von Oben durch sein lincke Achsel, zu solchen beiden häuwen
soltu alwegen mit den füssen im tretten weit von einander komen, auff das du mit dem obern leib den häuwen
nach, desto weiter zulangen könnest, demnach wann du nun mit dem andern Hauw zu deiner lincken Underhut
komen bist, und er hauwet oder sticht abermals auff dich her, so Hauwe auch aus diser Underhut, gleich wie
aus der vorigen, von Unden gegen deiner und seiner Rechten, wie auch gegen seiner herfliegenden klingen uber
sich, uberort starck durch, also das dein klingen Oben neben deiner Rechten ablauffe, unnd zucke dein Wehr von [Ⅱ.94r.1] derselbigen deiner Rechten vollen umb den Kopff, und Hauwe den andern auch von deiner Lincken, aber von
Oben gegen seiner Rechten, uberort oder schlims mit wol nach gehengdem leib durch sein gesicht, so kommestu
mit deiner Wehr wider zur Rechten in die underhut.
Ⅱ.93v.2Ⅱ.94r.1
41.82linked passage
41.83
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1570 Edition · fol. Ⅱ.94r.2
[Ⅱ.94r.2] Wie du im hinein stechen durchwechseln solt.
WAnn dir einer in der Eysenporten begegnet, so laß dich mit ernsthafften geberden und tretten mercken, als
woltestu ihm alben zu vornen gegen seinem gesicht stechen, dieweil du dich aber also mit geberden zum Stich
anschickest, und zum theil hinein stichst, so nim fleissig wahr ob er sich vor deinem stich besorget, und demselbigen
mit versatzung begegnen wölle, als bald du dessen im hinein stechen gewahr wirst, so führ dein stich (in dem er dem
selbigen entgegen aufffehrt) under seiner klingen durch, gegen seinem rechten Arm zu, als bald er also dein durchstechen
vermercken wirdt, so wirt er eilents sein Gefeß herumb wenden, und den stich auch versetzen wöllen.
Ⅱ.94r.2
41.83linked passage
41.84
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1570 Edition · fol. Ⅱ.94r.3
[Ⅱ.94r.3] Derenhalben ob du wol ernsthaffte geberde führest, so soltu doch mit deinem hinein stechen nicht zu gehe sein,
auff das wann du seines versetzens gewahrt wirst, du deinen vordern ort neben seinem Gefeß ein wenig undersich
sincken lassest, und dasselbige unden durch führen könnest, Stich ihm als dann behendiglich von inwendig zu seinem
bauch, demnach hebe dein Wehr behendiglich ubersich gegen deiner Rechten, und Hauwe eilents ein kreutzstreich
durch sein gesicht, dises alles sol eilents und behende volbracht werden. Auch soltu in disem Durchwechseln
acht haben das er dir nit ohnverletzt (dieweil du durch fehrest) gerichts für ihm hin zu deinem gesicht steche,
dann das ist der Bruch auff solches Durchwechseln, darumb wann du dessen in deinem durchwechseln innen wirst,
so soltu behend mit deinem Gefeß ubersich aufffahren, mit außgestrecktem Arm biß für dein gesicht, hiemit seinen
sticht abzutragen, und Stich behendiglich wider nach, dann ihm unmüglich ist, sich von seinem gehlingen
eilen so geschwindt zu erholen.
Ⅱ.94r.3
41.84linked passage
41.85
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1570 Edition · fol. Ⅱ.94v.1
[Ⅱ.94v.1] Wie du ihm sein klingen mit einem gegenhauw
abweisen, und nach stechen solt.
IM zufechten merck wann dein gegenfechtern sein Wehr zu einem Hauw oder stich zu sich zeucht, dieselbige weil
erhebe auch dein Wehr ubersich, uberort gegen deiner Rechten, und in dem er sein Wehr herführet, es sey zum
hauw oder stich, so Hauwe auch schlims gegen seiner klingen starck durch, also das du ihm mit disem seine klingen
gewaltig zur seiten außschlagest, als bald und ehe dann er sein Wehr wider auffbringt, so Stich ihm gerad vor dir
hin zu seinem gesicht.
Ⅱ.94v.1
41.85linked passage
41.86
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1570 Edition · fol. Ⅱ.94v.2
[Ⅱ.94v.2] Wie du ihm seinen hauw außschlagen, und durch
seine füß hauwen solt.
DEm thu also, als bald er auff dich her hauwet oder sticht, so Hauwe ihm wie nechst gelehrt sein klingen mit
sterck von dir auß, also das du mit solchem hauw dein Wehr zu deiner Lincken seiten bringest, wann du ihm
nun also sein klingen mit stercke ausgeschlagen hast, so wirt er aus forcht des stichs mit seiner Wehr wider ubersich
Reisen, derenhalben Hauwe im dieweil er aufffehrt von deiner Lincken, uberzwerch durch sein rechtes Bein, mit
wol nach gehencktem leib ganz durch, laß dein Wehr dem hauw nach, nicht zu weit verfahren, auff das du von
deiner Rechten gegen seiner Lincken durch sein gesicht einen gewaltigen und geschwinden Wehrstreich haben mögest.
Ⅱ.94v.2
41.86linked passage
41.87
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1570 Edition · fol. Ⅱ.94v.3
[Ⅱ.94v.3] Ein ander stuck, wie du ihm den Stich verzucken,
und mit verhengen auß der Underhut fechten solt.
IM zufechten so bald du ihn erlangen kanst, so Stich ihm unversehen aus der Underhut gegen seiner Lincken,
zucke dein Wehr eilents vom stich wider ab, gegen deiner Rechten Underhut, in dem du aber also abzuckest, [Ⅱ.95r.1] wirt er dir eilents nach stechen, derenhalben so wende dein Gefeß in dem du solches zu dir zeuchst, mit außgestrecktem
Arm auch ubersich in die höh biß für dein gesicht, dein klingen aber lasse in dessen undersich hangen, schlage
ihm also sein herfliegenden stich mit hangender klingen, von deiner Rechten gegen deiner Lincken aus, in solchem ausschlagen aber, spring wol gegen seiner lincken seiten aus, auch laß dein klingen nach solchem ausschlagen neben
deiner lincken seiten umbschnappen, in die Lincke Oberhut, von deren Stich in gemeltem aussprung behendiglich
und starck gegen seiner Lincken zu seinem gesicht.
Ⅱ.94v.3Ⅱ.95r.1
41.87linked passage
41.88
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1570 Edition · fol. Ⅱ.95r.2
[Ⅱ.95r.2] Oder nach dem du ihm also sein herfliegende Klingen mit deiner abhangenden Wehr, unnd mit hoch ausgestrecktem
Arm gegen deiner Lincken ausgeschlagen hast, so zucke dein Wehr vollen umb dein Kopff, und Hauwe
von deiner Rechten gegen seiner Lincken uberzwerch durch sein gesicht, also das du mit deiner Wehr zu deiner Lincken
in die Mittelhut ankommest, als dann spring behendiglich gegen seiner Rechten seiten aus, in solchem ausspringen
aber Hauwe von deiner Lincken gegen seiner Rechten, starck uberort durch sein gesicht gantz durch, also
das dein klingen neben deiner Rechten seiten wider umbschnappe, in die rechte Oberhut des Ochsens, in dem
allem spring noch fernern gegen seiner Rechten, und Stich ihm krefftiglich gegen seinem gesicht.
Ⅱ.95r.2
41.88linked passage
41.89
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1570 Edition · fol. Ⅱ.95r.3
[Ⅱ.95r.3] Volgen etliche stuck aus dem Pflug zu fechten.
IM zufechten kom mit dem rechten Fuß vor, halt dein Wehr mit uberzwerchem kreutz, inwendig neben deinem
rechten Schenckel, also das dein Arm undersich außgestreckt, und die spitze ubersich gegen deines mannes gesicht
stehe, trit also mit wol under und fürsich gebucktem leib dem Wehr nach zu ihm, sticht er nun under des, es sei
von Oben oder gerad auff dich zu, so behalt dein spitz in voriger gleicher höhe gegen seinem leib, mit dem Gefeß
aber wenden von unden ubersich gegen deiner Rechten, auff das du ihm sein herfliegende klinge mit der fleche welche
zuvor undersich gegen der erden gestanden ist, in solchem auffwinden ubersich außschlagest, aber in solchem ubersich
außwinden so laß dein vorderen ort neben seinem Gefeß ein wenig undersich sincken, unnd fahr mit demselbigen
under seiner klingen gegen der andern seiten durch, Stich also behendiglich von uberzwerch inwendig seinem
Gefeß gegen seiner Brust zu, in disem hinein stechen aber, wende dein Gefeß eilents undersich, so kompstu wider
in den lincken Pflug, mit welchem du anfangs zu ihm getretten bist.
Ⅱ.95r.3
41.89linked passage
41.90
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1570 Edition · fol. Ⅱ.95v.1
[Ⅱ.95v.1] Ein geschwind stuck auß dem Pflug, wie du zu beiden
seiten durchwechseln, und inwendig zur Brust stechen solt.
IM zutretten so führe dein Gefeß auswendig neben deinem Rechten Kni, auff solche weise wie du die Wehr zuvor
inwendig dem Fuß gehalten hast, trit abermals mit ubersich gekehrter spitz zu ihm, Sticht oder hauwet er
nun deinem gesicht oder der Brust zu, so wende dein Gefeß ubersich gegen deiner Lincken, also das du ihm seine
herfliegende klinge mit deiner außwendigen fleche ubersich abwendest, wie du es zuvor von der andern seiten ubersich
abgewisen hast, in dem du aber seinen stich oder hauw ubersüch[!] mit deiner fleche versetzet hast, so laß dein vorderen
ohrt under seiner klingen gegen der anderen seiten durchgehn, Stich also ausserhalb seiner klingen gegen seiner
Rechten, und Stich im eilents und behend von uberzwerch inwendig seinem Gefeß, wie vor gegen seiner Brust zu,
Winde auch gleichfals wie vor mit deinem Gefeß wider undersich gegen deiner Lincken, als denn kompstu wider
in den lincken Pflug. Dise beide stucke sollen mit behender geschicklichheit des leibes ins werck gericht und volbracht
werden.
Ⅱ.95v.1
41.90linked passage
41.91
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SChicke dich im zufechten in erst gelehrten Pflug, beut ihm das gesicht mit wol fürsich gebucktem leibe trutziglichen
dar, und merck in des fleissig als bald er her sticht, so wende dein Gefeß ubersich gegen deiner Lincken seiden,
und setze ihm hiemit seinen hergehenden stich mit außwendiger fleche gegen deiner Lincken krefftiglich ab, also
das dein vorderer ort in solchem absetzen gegen seiner Lincken außstehent bleibe, als bald und in dem die klingen nach
also zusamen Rühren, so stich ihm mit wider herumb gewendem Gefeß, innerhalb dem seinen gegen seiner Brust,
als bald der stich getroffen, so wende mit deinem Gefeß wider gegen deiner Lincken undersich, damit wo er underdes
wider hersteche, du ihme das abwendest, diseß stuck geht zu beiden seiten.
Ⅱ.95v.2
41.91linked passage
41.92
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1570 Edition · fol. Ⅱ.96v.1
[Ⅱ.96v.1] Drey in einander lauffende stich, durch welche du dich
zu behendig exercieren kanst.
DIe treib also, schicke dich in den Pflug zur Lincken, und hab acht als bald er sein Wehr in der Eisenen porten
oder in gerader Versatzung vor ihm herführet, so Stiche ihm auß dem Lincken Pflug den ersten gerichts ubersich,
ausserhalb hart an seiner Wehr gegen seinem gesicht, welchen stich er dir gegen seiner Rechten abwenden wirt
darumb so laß im hinein stechen (als bald du seines abwendes gewahr wirst) neben seiner Rechten seiten ab, und
gegen deiner Lincken zuruck durchlauffen, also das dein klingen neben deiner Lincken umbschnappen in dieselbige
Oberhut, in dem dein klingen aber also umbschnapt, dieselbige weil trit wol gegen seiner Lincken, mit zwifachen
tritten zur seiten auß, und Stich ihm den andern mit solchem außtretten, auß dem lincken Ochsen innerhalb seiner
Wehr gegen seiner Brust, disen stich wirt er dir auch gegen seiner Lincken versetzen wöllen, derhalben in dem
du solches gewahr wirst, so wende die kurtze schneid gegen seiner klingen einwerts, und laß dieselbige in solchem einwerts
wenden, under seiner klingen gegen deiner Lincken durchlauffen, und abermal neben deiner Lincken in den
selbigen Ochsen umbschnappen, in solchem durchlauffen unnd umbschnappen deiner klingen, spring wol gegen
seiner Rechten seiten auß, unnd Stich ihm hiemit zum dritten auß dem lincken Ochsen, ausserhalb seinem Rechten
Arm zum gesicht.
Ⅱ.96v.1
41.92linked passage
41.93
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1570 Edition · fol. Ⅱ.96v.2
[Ⅱ.96v.2] Wie du im hinein stechen den Oberstich in ein
Understich verkehren solt.
ALso, wann er sein Wehr vor ihm her in gerader Versatzung führet, so Stiche ihm behend unnd ohnversehens
inwendig ubersich gegen seinem gesicht, also das in disem hinein stechen dein klingen hart an der deinen bleibe,
auff das du ihm in solchem hinein stechen auch sein klingen auff ein seiten außtruckest, so wirt er mit seinem Gefeß,
in die höhe fahren, Darumb so bald du dessen gewahr wirst, so rucke dein Gefeß eilents ubersich, und laß den vorderen
ort neben seinem Gefeß herumb, undersich sincken, unnd Stich ihm von Oben under seiner Wehr hinein
zum Bauch.
Ⅱ.96v.2
41.93linked passage
41.94
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1570 Edition · fol. Ⅱ.97r.1
[Ⅱ.97r.1] Wann er dir aber (in dem du den ersten stich hinein thust) dein klingen gegen seiner Lincken aus truckt, so wende
abermal dein Gefeß eilents ubersich, und volführe den stich wie vor.
Ⅱ.97r.1
41.94linked passage
41.95
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IM zufechten schicke dich in Rechten Pflug, hauwet er von Oben auff dich, so wende dein Gefeß (in dem er
herhauwet) mit ausgestrecktem Arm ubersich zwischen dir und ihm durch, gegen seiner Rechten achsel, so steht
dein klingen uberzwerch vor deinem gesicht, unnd fangest ihm also seinen herfliegenden hauf auff dein flache klingen
auff, in solchem versetzen dieweil du ihm sein klingen noch mit deiner versatzung in der lufft auffheltest, deiselbige
weil trit auch mit gebucktem Haubt under seiner klingen, gegen seiner Rechten seiten durch, und verwende
dein Wehr aus der versatzung in ein stich, so triffestu ehe er sich dessen versehen hat, wie dir solches das mitler und
eusserste Bild in der Figur G. zur Lincken hand anzeigt, magst dich ferner mit absetzen schützen, wiewol wann du
dise stuck mit scharpffer klingen treibest, wirstu seines absaß bedörffen, Auß disem stuck werden zum ernst gewisse
stich genomen, dieweil aber solches nicht in die gemeine gehört, hab ichs bey dem bleiben lassen, auß welchem der
fleissige nachdencker wol etwas nemen kan.
Ⅱ.97r.2
41.95linked passage
41.96
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SChicke dich in den Pflug zur Lincken, Hauwet oder Sticht er dir von Oben her, so wende dein Gefeß sampt
der klingen ubersich, und fange ihm seinen hauw mit uberzwercher klingen noch in der lufft, nahet bey seinem
Gefeß auff, also das in solchem versetzen dein Gefeß gegen seiner Lincken, und dein klingen gegen seiner Rechten
nach der zwerch auß sehe, in dem du aber aufffahrest also zu versetzen, so spring mit deinem Liucken[!] fuß wol under
seinem streich zu ihm, und dieweil sein klingen mit solchem streich noch auff deiner im treffen ligt, so greiff mit deiner
Lincken verkehrten hand under deiner klingen durch in sein Gefeß, wende ihm das mit umbreiben gegen seiner
Rechten auß der hand, wie dir dann solches der öberste boß in hievor getruckter Figur G. auch zur Lincken hand anzeigt,
will ers nicht bald gehn lassen, so stoß ihm mit deinem Knopff auff ein gelenck.
Ⅱ.97r.3
41.96linked passage
41.97
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HAuwet einer auff dich von Oben, so springe ihm abermals wol under seinen streich, unnd fange ihm den mit
uberzwercher und von unden ubersich gewendter klingen, nahet bey seinem Gefes (wie vor) auff, und greiff
mit deiner lincken Hand (dieweil sein streich auff dein klingen felt und glützt) under deiner durch an seines Wehrs
knopff, und wende in dessen dein klingen auswendig uber die seine, und truck im dieselbige undersich gegen im, zeihe
also mit deiner Lincken hand sein knopff zu dir, und truck mit deiner Wehr sein klingen von dir gegen seinem leib,
wie dir solches mit dem oberen und eusseren Bilde gegen der Rechten hand in obgedachter Figur G. fürgemalet ist,
und magst ihm also die Wehr nemen, und ihn mit deiner oder seiner Wehr letzen, nach gelegenheit und gefallen.
Ⅱ.97v.1
41.97linked passage
41.98
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UNderlauffe ihm seinen Oberhauw, und versetze ihm den wie nechst gelehrt, also das du ihm abermals auff dein
klingen entpfangest, wie du solche versatzung in hienach getruckter Figur I. zur Rechten hand oben sehen kanst,
in dem du aber noch also versetzest, wende dich mit deiner Lincken seiten zu ihm, und ergreiffe ihm seinen Arm bey
dem handgleich, eben auff solche weis wie dir das Bild welche wie jetz gelehrt, versetzt hat, anzeigt, halt den starck,
und wende ihm den in einem Riß undersich gegen deiner Lincken umb, so bricht ihm der Arm, oder er muß sich gar
sehr fürsich bucken, thut er das, so greiff mit deinem knopff in die büge seines Elenbogens, Reiß damitzu dir auff
dein Rechte seiten, so felt er fürsich auff sein gesicht.
Ⅱ.97v.2
41.98linked passage
41.99
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1570 Edition · fol. Ⅱ.97v.3
[Ⅱ.97v.3] Merck wann du ohne Wehr von einem andern mit einer Handgewehr uberlauffen oder angerendt wurdest, und
du ihme in keinen weg mehr ungeletzt entweichen kanst, so schlage dein beide hend kreutzweis uber ein ander, die
Rechte uber dein Lincke, und schauwe wie du ihm aus einem Hauw entspringest oder außweichest, also das er vor
dir fehl hauwe, in dem aber das sein hauw gleichsam noch zur erden fellet, so spring eylents zu ihm, auff das du
ihm eben in dem er wider zu einem andern streych auffzeucht, under sein Wehr kommest, unnd ergreiff ihm eylents
den Rechten Arm zwischen deine beide hend, unnd wende ihm den behend in einem ruck auff dein Rechte seiten
undersich umb, behalt ihm sein hand also mit deiner Lincken, und mit der Rechten verkehrten hand ergreyffe[Ⅱ.98v.1] ihm sein Gefeß, winde ihm das undersich aus, wirt er aber (under des dieweil du hinein springest) mit seinem
streych fertig und Hauwet daher, so nim wahr gegen welcher seiten er den herführet, mir demselbigen Arm schlage
seiner klinge starck entgegen, nemlich in die sterck seiner klingen, oder ihe neher bey seinem Gefeß ihe besser,
und ob er dich schon etwas letzen würde, so geschicht er doch nicht so hart wie sonst, wann du ihm nicht dargegen
schlechst, spring also fürbaß, und laß ihn zu keinem streich mehr kommen, sonder ergreiffe ihm eilents seinen rechten
Arm mit verkehrten henden, mit welcher hand du ihm seinen Arm also ergreiffest, gegen der selbigen seiten
wende ihn umb, unnd ruck ihm mit der andern hand in die Wehr, davon besihe die eussersten zwen bossen in der Figur H. gegen der Lincken hand.
Ⅱ.97v.3Ⅱ.98v.1
41.99linked passage
41.100
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WAnn du im Rappier Fechten, oder sonst zu schaffen haben wilt, so trit mit ausgestreckter gerader und starcker
Versatzung zu ihm, und nim eben wahr was er auff dich Fechten, und von welcher seiten er her hauwen oder
stechen will, von welcher seiten er nun seinen hauw herführet, entpfange und versetze ihm seinen hauw, und Hauwe
oder stiche ihm eben zu der seiten hinein, von welcher er seinen hauw her geführet hat, und das ehe er den seinen
gantz vollendet, oder auff das wenigest sich wider von dem selbigen erholt hat, auch hastu gegen seiner jeden seiten
eine drey strassen, durch welche du deine häuw gegen ihm führen kanst, Als die eine von Oben, Die andere von
uberzwerch, Die dritte von unden, und wirt deren ein jede auch zu drey malen hoch oder nider versetzet oder verendert,
wie du im ersten theil gelehrt bist.
Ⅱ.98v.2
41.100linked passage
41.101
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1570 Edition · fol. Ⅱ.98v.3
[Ⅱ.98v.3] Wolte er aber nicht zum ersten hauwen noch stechen, sonder begegnet dir in gleicher versatzung, und will auff
dein angreiffen warten, so soltu abermals der dreyen strassen zu beyden seiten acht haben, und mercken gegen welche
dir am füglichsten sein werde sicher zu hauwen, Zu disem vor hauwen gehören nun mancherley Practick, dann
das hastu leichtlich zuerwegen, dieweil du nichts weder hauwen noch stechen kanst, du mußt dich dardurch blössen,
er werde sich darumb in solche versatzung geschickt haben, damit wo du dich mit einem hauw mercken lassen oder
blössen würdest, er dir den nechsten der Blöß zu eintringen könne, Derhalben wiltu im Vor gegen ihm hauwen
oder stechen, so mustu die ersten Häuw mehr zum anreitzen und auffbringen anschicken, dann zu treffen, auff das
wann er deiner Blöß die du mit solchen häuwen gezeigt hast zu hauwen würde, du geschickt seyest ihm dieselbigen[Ⅱ.99r.1] a uß[!] zu schlagen unnd zu nemen, als dann erst (nach dem du in geschwecht und entblöst hast) zu dritten der Blöß
volkommen zu eylest.
Ⅱ.98v.3Ⅱ.99r.1
41.101linked passage
41.102
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1570 Edition · fol. Ⅱ.99r.2
[Ⅱ.99r.2] Daher kommen auch die drey Häuw, die man billich als ein Meisterliche brüffung halten solt, welche drey
häuw bey den uhralten in hohem wert gehalten worden, wie dann nachmals die fünffe daraus entsprungen seindt,
welches nicht also zuverstehn, das nicht mehr in der Zal gehauwen werden sollen, sondern vil mehr das alle häuw
in dise drey underschied getheilt werden, Nemlich das etliche gebraucht werden, den Mann aus seinem vortheil
abzureytzen, Die andern zuversetzen, unnd mit denselbigen deines gegenmans häuw abzuweisen, Etliche aber
werden zum treffen gebraucht, den leib fürnemlich zu letzen, unnd ist hie kein gewisses ob du zu deren einem jeden
ein oder zwen oder auch mehr häuw brauchest, wie es dann auch gleich gilt, mit was Häuwen dises volbracht wirt.
Ⅱ.99r.2
41.102linked passage
41.103
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1570 Edition · fol. Ⅱ.99r.3
[Ⅱ.99r.3] Derenhalben ist hie auch etwas auffmerckung zuhaben, auff die eigenschafft der Menschen, welche dann in diser
Fechtkunst artlich können in vier theil getheilt werden, und sich nach fleissigem auffmercken auch also viererley
Fechter finden, damit du aber solchen nützlichem nachzudencken anleitung haben magst, will ich dir die erstlich
erzehlen, und demnach wie du dich gegen deren einem jeden halten solt, ein kurtze lehr und Regel geben und setzen.
Ⅱ.99r.3
41.103linked passage
41.104
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1570 Edition · fol. Ⅱ.99r.4
[Ⅱ.99r.4] Und seind die ersten dise, welche so bald sie den Mann im zufechten erlangen können, den nechsten mit ohngestüm
herhauwen und stechen, Die andern seind etwas bescheydener, und greyffen nicht zu grob an, sondern wann
sich einer Verhauwen, Verfallen, oder sonst ihme durch Wechslen versaumbt hette, Reisen sie unnd volgen der
nechsten gegebenen Blöß eylents nach, Die dritten Hauwen nicht ehe zur Blöß, sie haben dann die selben nicht
allein gewiß, sondern haben auch acht ob sie sich auch von desselbigen zulangen des hauws wider sicher in ein versatzung,
oder zun Wehrstreichen erholen können, mit welchen ichs auch allermeist halte, doch nach dem emin gegen
Fechter ist, Die vierdten aber schicken sich in ein Hut, und warten also auff des Manns stuck, welche seind
entweders Alber oder gar Schamper, dann wer auff eines anders stuck warten will, muß geschickt auch wol geübt
und erfaren sein, sonst wirt er nicht vil ausrichten.
Ⅱ.99r.4
41.104linked passage
41.105
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1570 Edition · fol. Ⅱ.99r.5
[Ⅱ.99r.5] Also wie nun die ersten ungestüm und etwann thumkien, und wie mann zusagen pflegt doll, Die andern listig
und schamper, Die dritten fürsichtig und betrieglich, Die vierdten gleich alber, Also mußtu dich deren aller vier
auch selbst anmassen und geschickt machen, auff das du den Mann etwan mit ungestüm, etwan mit list, etwann
mit fürsichtigem auffmercken betriegen könnest, oder auch mit alberen geberden anreitzest, verführest und ihme[Ⅱ.99v.1] also nicht allein umb seine fürgenommene stuck betriegest, sondern auch dir hiemit zur Blöß raumest und blatz machest,
damit du ihm die dester sicherer rühren und treffen könnest.
Ⅱ.99r.5Ⅱ.99v.1
41.105linked passage
41.106
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1570 Edition · fol. Ⅱ.99v.2
[Ⅱ.99v.2] Nun gegen die ersten Fechter schicke dich also, wann du merckest das dich einer im angriff also mit hartem hauwen
oder stechen ubereylen und dich tringen will, so versetz im sein Hauw oder Stich mit außgestrecktem Arm,
auff dein Lange schneid, nahet bey deinem Gefeß in die stercke, unnd wende im also dein Gefeß gegen alle seine
herfliegende häuw und stich, doch das du in solchem versetzen nicht zuweit auß dem Langen ort, von deinem gesicht
zur seiten ausfahrest, dann ihe strecker du in solchem abwenden mit deinem Gefeß vor deinem gesicht bleibest,
ihe besser es ist, und entzeuch ime alle zeit dein Kopff und gesicht von seiner klingen hinder die deine, Und in dem
du im also sein Hauw und Stich auffheltst, so mercke fleissig ob du im die versatzunge im andern, dritten oder vierden
hauw entzucken mögest, mit einem abtrit zu ruck, das er sich mit seinem hauw oder stich verfellet, als dann
stich oder Hauwe eben in dem er noch im verfallen isi, oder ehe er sich wider erholt, behendiglichen nach, Dann welche
also ungestüm mit hauwen oder stechen auff dich hinein stürmen, denen soltu alwegen im Langen ort, oder gerader
Versatzung begegnen, auch ime am ersten etwas nachgeben und weichen, doch das du gleichwol alle Häuw
und Stich von dir austragest unnd abwendest, Als dann wann er schier müdt unbesunnen oder sicher worden ist,
und du deinen vortheil ersehen hast, so volge behendiglich und fürsichtig nach, dann ihe mehr du weichest, ihe ungestümer
er wirt, ihe leichter du in demnach ubervortheilen kanst, doch das du dich hiemit nicht aus deinem vortheil
tringen lassest, Dann welcher so ungestüm von sich hauwet, der hat sich bald verhauwen. Gegen die aber
welche nicht also ungestüm im Vor hinein Fechten, sondern im nahe auff des Mans Vor hinein Fechten acht
nemen, gegen dieselbigen schicke dich im zufechten in der Huten eine, als dann Wechsel vor ime mit fürsichtigkeit
aus einer Hut in die ander, und beute ihm eine Blöß nach der andern dar, doch das das ort alwegen vor im
bleib, aller dings wie hievor vom Abwechseln gesagt, als bald er dir under des zu sticht oder hauwet, so fall ihm
mit Absetzen oder Dempffen darauff, und eyl im bald der geöffneten Blöß zu.
Ⅱ.99v.2
41.106linked passage
41.107
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1570 Edition · fol. Ⅱ.99v.3
[Ⅱ.99v.3] Gegen die dritten Fechter Practicier also, wann du merckest das dein gegenfechter nicht zu erst hauwen, noch
der Blössen bald zueilt, er hab sie dann gewiß, so schick dich im zufechten in die Nebenhut, oder im Wechsel ver
harr ein kleine weil darin, als woltest du auff seine stuck warten, in dessen aber gehe auß der Underhut, wider[Ⅱ.100r.1] ubersich, und stell dich als woltestu in die Oberhut verwechseln, wann du schier in der Oberhut ankommen bist, so
verwende dein Wehr in eyl zum streich, Hauw also eylents ehe er sich des versicht, der nechsten Blöß zu durch,
mit außgestrecktem Arm, damit du dich abermals blössest, welcher Blöß er ohn zweiffel bald (dieweil du im die,
also durch einen ohnversehenen streich dargebotten hast) eylents zuhauwen wirt, thut er solches so setz im ab, und
arbeit fort zur Blöß, hauwet er nicht, so Stich, deinem volbrachten hauw bald ein starcken stich nach, Dises
ist ein geschwinder betrug, das du dich mit geberden stellest, als woltestu erst lang vor im aus einem Leger in das
ander gehen, und thust es auch zum theil, aber wann du schier in deinem Wehr zu der fürgenomenen Oberhut
ankommest, und ersihest in des dein gelegenheit, so verwende dein Wehr ehe dann du volkomen in das Leger kommest
zu einem streych.
Ⅱ.99v.3Ⅱ.100r.1
41.107linked passage
41.108
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1570 Edition · fol. Ⅱ.100r.2
[Ⅱ.100r.2] So vil aber die vierdten Fechter belanget, sich gegen sie an zu schicken, das findestu in bißher gelehrten stucken
durch aus. Also soltu nun auff deines gegenmans gewonheit art und natur achtung geben, da durch sein fürnemen
zu erkennen, damit du einem jeden nach gelegenheit zu begegnen wissest, letstlich so soltu alwegen drey häuw
fleissig in acht haben, also das du mit dem einen Reitzest, mit dem andern Nemest, Versetzest, unnd mit dem dritten
Treffest.
Ⅱ.100r.2
41.108linked passage
41.109
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WAnn du nun gegen deinem widerpart hersichst, und wilt ihn am ersten Manlichen angreiffen, so mustu ihm
der Blösse also zuhauwen, damit du dich selber nicht in gefahr gebest, darumm dieweil er so in seinem vortheil steht,
sonder Hauwe den ersten schlims, entweders durch sein Wehr oder leib, damit du ihn mit solchem hauw auffbringest,
und auß seinem vortheil zu gehn abreitzest, als bald er demnach auffgehet und hersticht, so nime ihm mit deinem
andern hauw sein herkomenden Hauw oder Stich hinweg, und Hauwe oder Stich ihm zum dritten behend
ehe dann er sich von seinem genomenen streich wider erholet zum leib, wiltu nun, oder ist dir nötig, dieweil du dich
mit deinem ernstlichen nach hauwen blössen must, so nime die zwen schlimmen häuw durchs kreutz auch für, dich
ferner damit zu beschützen und wider zu erholen.
Ⅱ.100r.3
41.109linked passage
41.110
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1570 Edition · fol. Ⅱ.100v.1
[Ⅱ.100v.1] Hauwet er aber ernstlich, so nime ihm seine herfliegende klingen mit dem ersten, unnd wo es nötig ist, auch mit
dem andern, seinen andern, und wan du ihn fühlest gnugsam geschwecht zu sein, so Hauwe und Stiche ihm als
dann zum andern behendiglich nach, beschirme dich demnach zum dritten, und erhole dich wider mit Wehrstreichen,
also will ichs hiebey bleiben lassen, und mit disem folgenden stuck beschliessen.
Ⅱ.100v.1
41.110linked passage
41.111
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1570 Edition · fol. Ⅱ.100v.2
[Ⅱ.100v.2] Wann du mit vorher geführter Versatzung für den Mann komest, der nicht als bald hauwen noch stechen wil,
dem Hauwe (doch das du mit dem Rechten fuß alzeit vor bleibest) den ersten schlims uberort durch sein Rechte achsel,
auff das du mit solchem hauw in die rechte Underhut verfallest, und also deinen obern leib bloß darbeutst, welcher
Blöß er behendiglich zu eylen wirt, den selbigen seinen herfliegenden stich, schlage ihm von deiner Rechten
gegen deiner Lincken starck aus, und Hauwe zum dritten von deiner Lincken uberzwerch durch seine Rechte, auch
ein Mittelhauw durch sein gesicht, gilt gleich ob das mit halber schneid oder fleche volbracht werde, in disem Mittelhauw
lasse dein klingen umb den Kopff fahren, unnd Hauwe den vierten abermals schlims uberort durch sein
Rechte Achsel, auff disen Hauwe behend den fünfften, auch schlims durch sein Lincke achsel, mit welchem hauw
komstu in die Lincke Underhut, von deren nim gewaltiglich unnd starck mit halber schneide durch seine
Rechte ubersich auß, und Stich ihm nach dem du dein Rappier oder deinm Kopff in
die Recht Oberhut umb verschwingen hast lassen, grimmiglich
von Oben gegen seinem gesicht.