Rapier, Chapter 6: Converting Cuts to Thrusts and Back
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1570 Edition
38.1
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1570 Edition · fol. Ⅱ.64v.3
[Ⅱ.64v.3] Ein gute lehr und Regel wie man die Häuw in Stich,
die Stich in Häuw verwandlen soll.
Cap. 6.
NAch dem du bißher die häuw sampt den stichen auff das kürzest dargeben und gelert seind
worden, will ich demnach auch in kurzem anzeigen, wie mann die Häuw in stich, und die
Stich in häuw mutieren sol, dann es ist ein sonderlich sein Meister stuck, solche verwandlung
recht zu treiben, und nach gelegenheit anschicken können. Dieweil aber solches auff vil und man= [Ⅱ.65r.1] cherley gefochten werden kan, Derwegen allerley fehl zu erzelen hie zu lang, wil ich solches allein
durch etliche Exempel aus den vier häuwen dargeben, und also leren nemlich.
Ⅱ.64v.3Ⅱ.65r.1
38.1linked passage
38.2
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1570 Edition · fol. Ⅱ.65r.2
[Ⅱ.65r.2] Im zufechten wann du ihm sein eusserst mit deinem eussersten erlangen kanst, so Hauwe einen
gewaltigen Oberhauw schlims gegen seiner Lincken, unnd in dem dein hauw also herfleugt, so
verwende dein hand das die halb schneid einwerts gegen ihm gekert wirt, im herhauwen verhalt
dein gefeß gleich verborgenlich, ein wenig in der lufft auff, so lang biß dein kling under des
zum stich fürgeschossen ist, stiche als dann den andern weg, für follen mit einem weiten zutrit
gegen seiner Brust, auff solche weiß wie du vom Oberstich hievor gelert bist.
Ⅱ.65r.2
38.2linked passage
38.3
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1570 Edition · fol. Ⅱ.65r.3
[Ⅱ.65r.3] Item Hauwe ein Mittel oder Underhauw von deiner Rechten gegen des Mans Lincke, und
merck fleissig als bald er entgegen fehrt zu versetzen, und dein hauw eben jetz antreffen soll, so ver
wende denselbigen hauw ehe er antrifft behendiglich in ein stich, so du aber mit deinem hauw an
sein klingen ahn triffst es geschehe mit einem Ober, Schlimmen, Uberzwerchen oder Underhauw,
so wende als bald und in dem die klingen zusamen rühren und glitzen die spitz einwerts gegen
seinem leib, stich also an seiner klingen hinein, aller ding wie vom wecker im Dusacken gelert.
Ⅱ.65r.3
38.3linked passage
38.4
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1570 Edition · fol. Ⅱ.65r.4
[Ⅱ.65r.4] Die stich aber in häuw verkehren treib also, führe einen gewaltigen Oberstich gegen des Mans
gesicht, und wann du auff halbem weg gewahr wirst, das er ubersich fehrt und versetzen will,
so verzuck in dem dein stich eben jetz antreffen soll, dein gefeß in eil ein wenig ubersich, und Hauwe
beiseitz neben oder under seinem gefeß durch.
Ⅱ.65r.4
38.4linked passage
38.5
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1570 Edition · fol. Ⅱ.65r.5
[Ⅱ.65r.5] Item führe ein geraden stich von dir gegen seinem gesicht, in dem er eben antreffen soll, so wen
de[!] dein gefeß ubersich gegen deiner Lincken, und laß dem kling umb den Kopff fahren, hauwe
ihm auswendig schlims uber ort durch sein Rechte, es sey unden oder oben, wirstu aber mit einem
hauw ubereilt, also das du versetzen must, so verwende als bald sein hauw auff dein kling,[Ⅱ.65v.1] rühret, die kling an der seinen mit der spitz einwerts gegen seinen leib, damit erholest du dich nach
deinem gefallen zu hauwen, Aus disen bißher erzelten stucken kanst du genugsam verstehn, wie
die Häuw in stich die Stich in häuw zu verkehren seind, wo du ihm fleissig nachtrachten wilt,
auß disem fleußt nun her die verführung wie volgt.