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1570 Edition · fol. Ⅱ.70v.3
[Ⅱ.70v.3] In disem Capitel wirt gehandelt vom Wechseln, Nachreisen,
Bleiben, Fühlen, Zucken unnd Winden.
Cap. 8.
DUrchwechseln ist zweyerhand, eins das do under seinem Wehr durch, so darumb Durchwechseln
genant, Das ander so oben umb die klingen von einer seiten zur andern volbracht
wirt, welches Umbwechseln genant wirt, Durchwechseln treib also, zum ersten wann du ein
hauw auff deinen gegen man führest, es sey oben oder unden zum leib, so merck in dem du herhauwest
ob er gegen deinem hauw aufffehrt den zu versetzen, wirstu solches gewahr, so laß als [Ⅱ.71r.1] dann dein Hauw auff seiner Versatzung nicht rühren, sonder zuck und führe deinen Hauw under
seiner klingen durch, unnd stich ihm zur andern seiten, also führe oder zucke alwegen (du hauwest
von welcher seiten du wöllest) dein Hauw an seiner versatzung, wann es jetz eben rühren
soll under seinem geFeß oder klingen durch, unnd arbeyte ihm zur andern seiten, es sey mit stechen,
Hauwen, Dempffen oder Abschneiden.
Ⅱ.70v.3Ⅱ.71r.1
40.1linked passage
40.2
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1570 Edition · fol. Ⅱ.71r.2
[Ⅱ.71r.2] Zum andern treib das Durchwechseln aus deiner versatzung also, er Hauwe auff dich von
welcher seyten er wölle, so merck fleissig ob er seine Hauw zu hoch, oder gegen deiner klingen,
oder sonst nicht genugsam zum leibe führe, als bald sein Hauw demnach also gegen deiner versatzung
herfleugt, so entweich mit deinem fordern fuß ein wenig zu ruck biß zu dem hindersten,
und entzucke ihm dein klingen under der seinen durch, gegen der andern seyten, laß also seinen
hauw fehl gehn, unnd stich ihm eben zu der seyten von welcher er sein hauw her geführet hat,
und das so behend, auff das dein stich antreffe ehe dann er von dem verfallenem hauw noch
wider aufkfommen ist, solches Durchwechseln kan auff vilerley art getriben werden, wie solches
die stuck geben werden, Umbwechseln darff keins weitern erklerens, dieweil bißher offt darvon
gehandelt ist.
Ⅱ.71r.2
40.2linked passage
40.3
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1570 Edition · fol. Ⅱ.71r.3
[Ⅱ.71r.3] Nachreisen aber treib also, führet dein gegenpart sein Wehr zu seiner Rechten unden, so wart
als bald er von dannen abgeht, so stich behend in dem er sein Wehr abführet, daselbest hinein, desgleichen merck fleissig wann er sein Wehr zu seiner Lincken führet, in dem ers wider von der
selbigen seiten abnimpt, so stich ihm eben dieweil er abgeht behend und listiglich daselbst hinein,
desgleichen wan er von unden ubersich geht, so folg im (in dem er also aufffehrt) nach mit eim
stich von unden, also auch wan er sich mit hauwen verfelt, so folg im behende von oben nach,
in solchem nachreisen aber merck fleissig, das du allwegen die Lange schneid in dem du mit[Ⅱ.71v.1] deinem stich antriffst, wider gegen seinem herfliegenden Wehr (wo er anders hauwen oder stechen
würde) verwendest, dann so bald er deines nachreisens gewahr wirdt, wirt er als bald
mit seiner Wehr wider zu der deinen eilen, unnd hieneben zugleich deiner gegebenen Blöß (so du
mit solchem nachreisen unnd zulangen geöffnet hast) zu eilen und die anfallen, welches du ihm
als dann mit gegen schneiden Verwenden wider absetzen abschneiden und nemen kanst.
Ⅱ.71r.3Ⅱ.71v.1
40.3linked passage
40.4
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1570 Edition · fol. Ⅱ.71v.2
[Ⅱ.71v.2] Item bindestu ihm mit deiner kling an die seine, so merck und fühl als bald er mit seiner abgeht
von dem band umb zuschlagen, oder zu einer andern seiten zu stechen, so folg ihm (in dem er ab
geht) mit einem stich gerad zugegen seinem leib, und wende die Lang schneid beide im hinein ste=[!] stechen und im heraus fahren, alwegen gegen seiner kling, also ist hie fühlen nicht anders dann
brieffen, empfinden, wie und wann er von deinem band abgehn wil, das du ihm als bald unnd
behend könnest und wissest sicher nach zu folgen, wie im Schwerdt auch gemelt.
Ⅱ.71v.2
40.4linked passage
40.5
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1570 Edition · fol. Ⅱ.71v.3
[Ⅱ.71v.3] Bleiben unnd Zucken bistu auch hie vor im Schwerdt gelehrt, Wenden aber ob du wol solches
hievor auch gelehrt, so ist solches doch hie anders zugebrauchen, und das also, so offt du deinem
widerpart anbindest in die mitte seiner klingen, so solt du von dannen ohn sondern vortheil
nicht abgehn, ursach er möchte dich mit nachreisen ubereylen wie hievor gelehrt, sonder bleibe
hart mit dem band an seiner klingen, und wende die halb schneid oder den vordern ort einwerts
gegen seinem leib, unnd setz an, wehret er das und truckt dir die kling zur seiten aus, so zuck behend
unden durch, und stich mit einem abtrit zur andern seiten.
Ⅱ.71v.3
40.5linked passage
40.6
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1570 Edition · fol. Ⅱ.71v.4
[Ⅱ.71v.4] Wo er dirs aber nicht zur seiten außführet, sonder als bald er dein einwenden merckt, tringt
er mit einem stich stracks für ihm hin zu deinem leib, wirstu solches gewahr, so bleib gleichwol
mit deinem ort an seinem leib, und wende mit deinem gefeß sampt der langen schneide undersich
wider gegen seiner klingen, wind ihm also seinen ort aus, unnd tring ferner mit dem stich uber[Ⅱ.72r.1] dein hand, mit außtretten furt, von disem allem hab ich dir allein zu einer erinnerung geschriben,
das du ihm fleissig nachdenken solt, auff das wann hernach in stucken deren eins gesetzt wirde,
das du es dester eher verstehn unnd mercken könnest, und die stuck daselbst auch dester ehe vernemen
mögest.
Ⅱ.71v.4Ⅱ.72r.1
40.6linked passage
40.7
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So vil nun die Trit belanget, so ist ohn not (dieweil bey einem jeden stuck im nachfolgenden
Fechten) auch eigentlich von zugehörten tritten gehandlet[!] wirt.
Ⅱ.72r.2
40.7linked passage
40.8
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