DEr Leger im Rappier werden fürnemlich fünffe gezehlt, deren dann ein jedes (wie es fürsich
selbs gerad vor dir) also auch zu beyden seiten gemacht und zuwegen bracht wirt, welche
ich dir wie sie genent und volbracht sollen werden, der ordnung nach setzen und erkleren, wie
volget.
Ⅱ.52v.2
35.1linked passage
35.2
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DIe Oberhut wird zu den seiten auff zweyerley weiß angesehen und gemacht, nemlich ein mal zum stich, das
ander mal zum Hauw, zu deren schick dich also. Standt mit dem rechten Fuß vor, halt dein gefeß neben deiner
Rechten hoch fürsich ubersich zur seiten ausgestreckt, aller dings wie das grosser Bild in der Figur B. zur rechten
außweiset, also das dein vorderer ort das ist die spitz gegen des Mans gesicht stande, das wirt also der Ochß,
darumb das du mit deinem Wehr in solchem Leger ein stich von Oben trauwest, genandt, dann der Ochß ist an
ihme selber nichts anders dann ein stich von Oben, wann du nun die Wehr mit deinem gefäß (also wie gelehrt)
mit ubersich zur seiten außgestrecktem Arm behaltest, unnd aber die kling nicht fürsich gegen dem Mann, sonder
von dem Mann hinder die auffreckst, so heißt diß die Oberhut zum streich, wie das ander die Oberhut zum stich.
Ⅱ.53v.1
35.2linked passage
35.3
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STandt mit dem rechten Fuß wie nechst vor, halt dein Wehr mit dem gefäß hoch neben deiner Lincken, mit
obersich außgestrecktem arm, also das die spitz abermals dem Mann gegen seiner Rechten inn sein gesicht
stande, so stehestu recht in der Oberhut des Ochsen zur Lincken. Behaltestu aber dein gefäß also neben deiner lincken
ubersich, und fürsich außgestrecktem arm wie vor, und wendest du aber oder kehrest dein klingen mit der spitz hinder
deiner Lincken achsel ubersich auß, so stehestu abermal in der Oberhut zum streich, neben deiner Lincken gleich wie
vor zur Rechten, Auch wirt die Oberhut gerad vor deinem gesicht, mit ubersich und fürsich außgestrecktem Arm,
das die spitz auch ubersich fürsich ausstand volnbracht, doch zu keinem stich, sonder nur zum Hauw, wiewol derselbige
auch in ein stich verwandlet werden kan, Also hastu die Oberhut zur Rechten und Lincken, zum stich unnd
streich, deßgleichen auch gerad vor dir ubersich auß.
Ⅱ.53v.2
35.3linked passage
35.4
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DIe Underhut spreit sich auch unden herumb auß zu dreyen malen, nemlich gerad vor dir, und zu beiden seiten,
die gerade aber ist nichts anders dann das ende eines geraden Oberhauws, wie dann die zu den seiten
das ende der schlimmen Zornhäuw seind, dann du kompst mit deiner Wehr nach ende des gemelten Oberhauws
also, das dein kling langst vor dir außgestreckt mit dem vordern ort auff die Erden gegen dem Mann, und dein gefäß
mit außgestrecktem Arm und nachgehendem leib, wol vor deinem gebogenen knie auch zur erden gesuncken gehalten
werde, wirt anders selten zu einer Hut oder wart gebraucht.
Ⅱ.54r.1
35.4linked passage
35.5
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IN dise Hut schicke dich also, stand mit deinem rechten Fuß vor, halt dein Wehr mit hangendem stracken arm
auswendig deines Rechten schenckels neben dir, laß die spitzen das ist der vordern ort außwerts vor dir auff
der erden lige, aller dings wie solches an dem grossern Bild in der Figur D. zusehen, wie du nun von der Underhut
zur Rechten gelehrt bist, also verstand auch von der Underhut zur Lincken, doch das du den rechten Fuß alwegen
vorsetzest, so stehestu aller dings wie vom Wechsel im Dusacken gesagt, und hastu es recht gemacht.
Ⅱ.54r.2
35.5linked passage
35.6
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ZU deren schicke dich also, stand mit dem rechten Fuß vor wie alwegen, halt dein Wehr mit fürsich hangendem
stracken Arm vor deinem rechten Knie, also das die Spitz fürsich auff gegen des Mans gesicht stande, wie das
Bild in hienach getruckter Figur so mit dem Buchstaben C. verzeichnet ausweiset,,[!] wirt darumb Eisenport genant,
dieweil du in diesem Leger vor deines gegenparts stichen und häuwen, gleich wie hinder einer eisenen thür
nicht allein wol verwart, sonder auch dein gegenpart hierauß mit allerley stucken sicher betrengen kanst, so du anders
die Wehr in diesem Leger sampt den stucken, ein jedes zu seiner gelegenheit recht führest, du kanst auch dein wehr
in solcher form behalten, und gegen der Rechten und Lincken seiten verrucken, oder zur seiten gleich so wol als gerad
von dir führen, Also hastu die Eisenporten gerad vor dir, und zu beyden seiten.
Ⅱ.54r.3
35.6linked passage
35.7
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DEr Pflug ist an im selber nicht anders dann ein understich, aber zu einem Läger, brauch den also, stand mit dem
rechten fuß, wie bißher vor, halt dein wehr mit uberzwerchem Kreitz underhalb für deim rechten Knie, das im
halten des wehrs dein daumen uber das kreitz heraus auff der fleche der klingen lige, welche flech dann ubersich gegen
dir, die ander undersich von dir gegen der erden gekert stehn solle. Zu solchem stand, soltu mit den füssen weit von einander,
und mit dem vordern Knie, wol fürsich gebogen stehen, auff das der leib dem wehr nach wol fürsich darüber
hang, auch soll die spitz fürsich wol gegen des Manns bauch außgestreckt werden, solches Läger wirt auch zu beiden
seiten, nemlich zur Rechten und Lincken, wie die eysen Porten ins werck gericht.
Ⅱ.54v.1
35.7linked passage
35.8
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DAs Lang ort im Rapier ist das End aller stich, die do lang von dir beschehen, dann alle stich welche sich im antreffen
nicht im langen ort enden, seind zu kurz, verstand fliegende stich, Was aber belanget verkertte, oder
sonst andere abgekürzte stich, die können wol ausser dem Langen ort vollbracht werden, doch so fern, das du bald wider
von solchen in das Lang ort verwendest, Dises läger wirt auch dreymal versetzt, nit nach der zwerch zur seiten auß,
sonder nach der lenge des auffrechten Manns, nemlich das erst Lang ort erstrecket sich gegen seim gesicht, das ander
gegen seinem gürtel, das dritte gegen seinem bauch oder gemecht. Zu solchem Langen ort in gemein schicke dich also,
stand mit dem rechten fuß vor wie allwegen, halt dein wehr mit außgestrecktem arm zum lengsten gegen deß Mans
gesicht, also das allwegen dein Achsel dem ort, zu welchem du gestochen, in gleicher höhe stand, wann du nuhn deine
stich gegen seim gesicht fürest, so darffestu nicht zu weit tretten, sondern ist genug, wann du allein so fehr trettest, das
sich dein oberer leib wol dem stich nach uberhencke, auff das du mit deiner Achsel, nicht zu nider kommest, Wann du
aber zum gürtel oder noch niderer stechen wilt, so mustu mit den füssen also weit tretten auff das dein Achsel dem ort
dahin du gestochen hast gleich nider stand, aber hievon findestu hernach weittern bericht.