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Rapier, Chapter 4: The Four Cuts

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1570 Edition · fol. Ⅱ.55r.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.55r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.55r.3

[Ⅱ.55r.3] Eben desgleichen wirt der Mittel oder uberzwerch hauw, auch zu dreien orten gegen des Mans leib durchführet, welche dann auch mit dreien underschiedlichen namen benamset, nemlich Halß, Gürtel und Fußhauw, die Underhäuwe aber, werden eben durch die Lini ubersich [Ⅱ.55v.1] gehauwen, durch welche die Oberhäuw von Oben herab gerad oder schlims geführt seind worden, ohn alle sonderliche namen außgenomen, was von fligeln und scheydlen gesagt wirt.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.55v.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.55v.3

[Ⅱ.55v.3] Der erste Schedelhauw oder Oberhauwe.

WAs ein Oberhauw an ihne selber seye, bistu biß anhero im Schwerdt und Dusacken gnugsam bericht, wil derohalben jetzt allein leren wie er zugebrauchen, und zu was gelegenheit er nützlich und dienstlich anzeigen, also steht einer vor dir in der Eysenport oder gerader Versatzung, so schick dich im zufechten auch also, von dannen hebe dein Wehr mit außgestrecktem arm gerad ubersich, doch also das dein Wehr in solchem auffheben vor dem gesicht bleibe, und merck under des welche seiten er dir am blösten gibt, zu der selben seiten hauwe schnits weiß, gerad von Oben also nahet bey seiner klingen, das es scheinet als woltest du ihme vornen auff die spitz hauwen hinein, spring behend zur andern seiten, und zucke dein Wehr wider ubersich gegen der selben seiten (auff welche du gesprungen bist) zum streich, und Hauwe behend auch zu derselben ein geraden Oberhauw, nahet an seiner klingen schnits weiß durch nider, in solchem Hauwe soltu mit den füssen im treten weit von einander komen, und das vorder Knie wol fürsich gebogen haben, auff das sich dein oberleib mit dem Hauw wol fürsich undersich sencke, also das dein Wehr so vil möglich mit gleicher klingen zur erden fall, fahr behend wider auff mit deinem Wehr, in das lang ort zur versatzung, ziech under des dein vordern fuß wider zu dir, unnd kom mit deinem [Ⅱ.56r.1] leib wider auffrecht, aber in dem du dich also auffrichtest, so sencke dein Wehr mit dem gefeß undersich in die Eisenport, so stehestu wie anfangs, unnd so vil von disem Hauw im Vor, im Nach aber merck dise gelegenheit.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.56r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.56r.3

[Ⅱ.56r.3] Dempffhauw.

WIe es sich nun im Fechten begibt, das du jetz Vor, dann Nach hauwest, also schickt es sich offt das ihren zwen zugleich hauwen, derohalben weil oben der Dempffhauw solcher ursach halben aus dem obern genomen wirdt, wil ich dir den selbigen auff solche weis dargeben, nemlich also, wan du ersihest das dein gegenmann auff dich hauwen wil von seiner Rechten, es geschehe dann schlims, uberzwerch oder von Unden, so merck eben in dem er sein Wehr auff zeucht zum hauwe, so zucke zugleich auch dein Wehr ubersich, in solchem auffziehen spring behend [Ⅱ.56v] aus dem seinen, gegen seiner Lincken seiten, und führe deinen Oberhauw in dem sein hauw herfleugt gegen seiner rechten Achsel, also das dein gefeß im herab fahren, deiner klingen etwas vorgang, auch das du im treten mit den füssen weit von einander komest, auff das dein oberer leib dem hauwe wol nach gesenckt werde, wie oben auch gesagt, so wirstu ihn entweders auff sein rechten Arm, oder auff die stercke seiner klingen treffen, mit solchem Hauw soltu ihm sein klingen zu grundt dempffen, und ihn also schwechen, das du ihm wol ein Hauw oder stich geben kanst, eh dann er sich wider erholet, Wo er sich aber so bald under deiner klingen wider herfür arbeiten würde, und dir mit hauwen so eilends nachtringen, also das du ihn ohngefohr zur blösse nicht Fechten kanst, so trit behend zwifach aus gegen seiner Rechten seiten, unnd zucke neben deiner Lincken seiten wider zu einem Oberhauw, führe also denselbigen in dem er herhauwet, aussen uber seinem Rechten arm gegen seiner lincken Achsel, so triffestu abermals entweders von oben nider den Rechten Arm, oder sein kling wie vor, von der andern seiten, Auch wirt der dempffhaw auff solche weiß volbracht, schicke dich in die Eisenport vor dir, und in dem er auff zeucht, es seye von Rechter oder Lincker seyten zum streich, so erhebe behendiglich dein Wehr, und Hauwe zugleich mit ihm oben auff die stercke seiner klingen, doch also das dein klingen im herab faren deines Hauws ubersich außstehe, vnd dein geFäß[!] undersich gegen dir hang, Hauw also auff alle seine häuw dir er auff dich thut, beide von Rechter und Lincker, mit außgestrecktem Arm, und nider gesencktem leib, welches dann mit weit von einander stehen geschehen kan, so lang biß du ihn fülest gnugsam geschwecht sein, das du ihm eh er auff kompt und sich wider erholt, zur Blöß Fechten könnest, in disem allem merck ihe nider er seine häuw auff dich führet, ihe niderer du mit deinem obern Leib durch weit tretten kommen solt, auff das dein Knopff im Hauwen wol gegen der erden gesenckt werde, also das du ihm alle seine häuw recht mit deiner Eisenport an= [Ⅱ.57r.1] treffest, hoch oder nider, ihe nach dem er seine häuwe führet. Nun volget der dritte nemlich Schielhauw, welches ist ein Oberhauw mit verkehrter hand also.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.57r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.57r.3

[Ⅱ.57r.3] Hauwet er von seiner Rechten gegen deiner Lincken, unnd du wilt ihme mit einem Schielhauw darauff fallen, so verkehr dein Hauw im hauwen außwerts, die halb schneid von dir undersich, Führet er aber sein Hauw von seiner Lincken gegen deiner Rechten, so verkehr dein hand im herab Hauwen einwerts gegen deinem leib, die halb schneid undersich, und gilt gleich ob du mit der flech oder halber schneid an sein klingen kommest, doch ihe neher beyde stercke zusamen [Ⅱ.57v.1] kommen, ehe er dein schwech oder eusserste theil deiner klingen hinder der seinen antrifft.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.57v.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.57v.3

[Ⅱ.57v.3] Letstlich so soltu auch dise zwen schlime Zornhäuw hoch oder nider, von beyden seiten durch [Ⅱ.58r.1] die drey kreutz (gleich wie vor von einer seyten) mit ihren tritten lernen, artlich und lang von dir (nicht mit ungestüm) sonder schnitsweis mit gezogenen häuwen Hauwen und volbringen.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.58r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.58r.3

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1570 Edition · fol. Ⅱ.58r.4

[Ⅱ.58r.4] Zum understen kreutz aber mustu mit den füssen noch weiter von einander stahn, wie du dann auch dein vorder kni mehr dann bißher fürsich gebogen haben solt, also das du mit deinem obern leib so vil dester mehr dann vor beschehen, undersich gesenckt standest, unnd also mit der Rechten Achsel [Ⅱ.58v.1] gleich wie den andern, also auch disem in gleich höhe komest, wo dir solches leibs halben unmüglich, so soltu des undern kreutzes müssig gehn, wie es dann nit für ein jeden &c. Dann wan du im zun füssen Hauwen, und doch mit dem leib auffrecht bleiben woltest, so kan er mit dem geraden stich gar bald dein gesicht ereylen, wiewol man zun zeiten ihme unversehen ehe dan ers gewahr wirt, ein fuß hauw enden kan, deren drey kreutz soltu ein jedes insonderheit sampt iren tritten, fürsich und hindersich hauwen lernen, damit du deren wann du sie brauchen solt, zuvoren wol geübt seyest, doch das du alwegen im treten mit dem rechten Fuß vor bleibest, Auch kanst du dich weiter auff solche weiß nützlichen nach disen dreyen kreutzen Exercieren, also Hauwe den ersten gegen dem obern kreutz, durch desselbigen lincke uberort hangende Lini, Den andern mit einem fernern zutrit, von deiner Lincken gegen seiner Rechten uberort durch das mitler kreutz, Den driten Hauwe wider von deiner Rechten gegen seinem Lincken undern kreutz, schlims durch sein fuß, mit einem noch weitern zutrit deines vordern fusses, Dise drey häuw sollen behend mit dreyen zutriten des vordern Rechten fusses volbracht werden, wie du nun von obern biß zu den undern abgewechselt hast, also kanstu auch von undern biß zu den obern Lini, von einer zu der andern abwechseln.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.58v.2

[Ⅱ.58v.2] Hüfft hauwe.

DEn mach also, führe ein gewaltigen Oberhaw gegen seim Kopff, doch laß den nicht antreffen noch rüren, sondern wende die halbe schneid im herab faren deines hauws, außwerts von dir gegen seinem Lincken ohr, und sencke im also den vordern ort dieff zu seim gesicht, darmit zwingstu in nicht allein zuversetzen, sondern erholest dich auch hiemit, zu dem nachfolgenden haw, [Ⅱ.59r.1] Also in dem er zuversetzen aufffehrt, so zuck als bald dein geFeß vor deinem gesicht herumb, gegen deiner Lincken ubersich, und Hauwe im von deiner Lincken ausserthalb seinem Rechten arm, in dem er auffgefaren ist, schlims von Oben nider zu seiner Rechten Hüfft, solchs sol in einem trit und zug zugehn, also das du mit dem ersten gezuckten Oberhauw dein Rechten fuß auffhebest, und im fürttreten denselbigen zugleich in volendung des hüffthauwes wider nider setzest, so hastu in recht volbracht, diser geht zu beiden seiten, Den selbigen hauw kanstu auch mit eim stich zuwegen bringen, also stich auß der Eisenport gerichts ubersich zu seinem gesicht, als bald er mit seinem geFeß auff fert, so Hauw im wie vor zur hüfft.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.59r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.59v.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.59v.2

[Ⅱ.59v.2] Dise drey häuw solt du auch in einem zug, gleich einem auffrechten S. mit zweyen tritten behendiglich volführen, zu dem soll auch der letste hauw am sterckesten, unnd gantz durch gehauwen werden, der andern zweyen sol keiner durch, sonder nur biß an die blöß, und von denselbigen wider umb gezuckt werden, unnd das alles wie gesagt einem flug, So du nun dise zwen Rundstreich, nemlich den einfachen und den doppeln recht unnd wol lerest machen, wie dann [Ⅱ.60r.1] vortheil unnd nicht gewalt, zu allen gezogenen häuwen gehört, wirstu vil schöner und künslicher stuck daraus Fechten können.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.60r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.60r.3

[Ⅱ.60r.3] Fußhauw, und vom Mittelhauw.

MIt dem Fuß wirt hie verstanden das ganz bein, vom Knie an biß auff die Fuß solen, zu welchen kan gehauwen werden uberzwerch unnd schlims, Der uberzwerch ist nichts anders dann der Mittelhauw, er geschehe hoch oder nider, Der schlims der Zornhauw, jedoch soltu zu keinem Fuß hauwen, du habest in dann mit dempffen davon hievor gelert, geschwecht, oder aber [Ⅱ.60v.1] ihm sein kling durch andere stuck genommen, es sey dann sach das er sich mit langem warten versaumpt, oder sonst ubersich verfahren hette.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.60v.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.60v.3

[Ⅱ.60v.3] Doppel hauw.

DIsen mach also, Hauwet einer auff dich von seiner Rechten gegen deiner Lincken, so Hauwe mit einem uberzwerchen oder Underhauw seinem hauw entgegen, und fang im den ihe höher in der lufft jhe besser auff, merck aber als bald sein hauw auff dein kling glützt, so wende dein halb schneid an seiner klingen einwerts, und ziech im dein Lange schneid von seiner klingen eilents ab gegen seinem gesicht durch, in solchem hauw zuck dein gefeß ubersich, und laß die kling under seinem rechten Arm gegen deiner Lincken durchlauffen, spring zugleich mit gebucktem leib wol gegen seiner rechten seiten auß, und Hauwe im mit Langer schneid außwendig uber seinen rechten Arm [Ⅱ.61r.1] zum Kopff. Dise drey häuw so du sie recht machst, werden in einem lauff mit einer geschwinde verricht, aus disem Doppelhauw ist leichtlich abzunemen, wie mann all ander häuw doppeln solle. Was nun weiter anlangt die Fußhäuw, schlims und uberzwerch, sampt den schlegen, welcher dann auch gleich wie der häuw vier sein, nemlichen Ober, Schlimer, Uberzwercher und Underschlag, können auch mit in und außwendiger flech verricht werden.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.61r.2

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