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1570 Edition · fol. Ⅱ.55r.1
[Ⅱ.55r.1] Von eintheilung der vier Häuw, auch wie die mit ihren umbstenden
ins werck gericht, und gegen dem Mann gefochten
sollen werden. Cap. 4.
DIeweil an ihm selber nicht mehr dann vier Haupt häuw (wie nun offt gemelt) seind, und
aber sich in diser eben so wol, als in bisher verrichten Wehren, vil andere mehr Häuw zutragen
und gefochten werden, so wil ich dir gemelte vier häuw zu beiden seiten, auch hoch und
nider nach außweisung der ob angezeigten Linien eintheilen, und damit du aller häuw ein grüntlichen
bericht haben mögest, dich underweisen und lehren, wie solche underschiedlichen gegen
des Mans leib hoch und nider angeschickt und volbracht sollen werden, und zum ersten so werden
aus dem Oberhauw dreyerley häuw gemacht und genomen, under welchen dan der erste
gerad von oben nider der mittelsten auffrechten Lini nach zum Kopff gehauwen, und schedelhauw
oder hirnschlag genant wirt, Der ander aber wo du im herab hauwen die hand verkerest
also das du mit halber oder hinder schneide antriffst, wirt Schielhauw genant, Demnach wirt
der dritte (so er im herab hauwen zu den beiden seitten Lini, auff nach geschriebene art geführet
wirt) Dempffhauw geheissen.
Ⅱ.55r.1
36.1linked passage
36.2
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1570 Edition · fol. Ⅱ.55r.2
[Ⅱ.55r.2] Weiter so wirt der ander Hauw auch nach außweisung der schlimen hangenden Lini, zu drey
malen underschiedlichen hoch und nider gehauwen, under welchen der erste und öberste achsel
hauw und wehrstreich, der andere Hüffthauw, der drit Schenckelhauw genant wirt.
Ⅱ.55r.2
36.2linked passage
36.3
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1570 Edition · fol. Ⅱ.55r.3
[Ⅱ.55r.3] Eben desgleichen wirt der Mittel oder uberzwerch hauw, auch zu dreien orten gegen des
Mans leib durchführet, welche dann auch mit dreien underschiedlichen namen benamset, nemlich
Halß, Gürtel und Fußhauw, die Underhäuwe aber, werden eben durch die Lini ubersich[Ⅱ.55v.1] gehauwen, durch welche die Oberhäuw von Oben herab gerad oder schlims geführt seind worden,
ohn alle sonderliche namen außgenomen, was von fligeln und scheydlen gesagt wirt.
Ⅱ.55r.3Ⅱ.55v.1
36.3linked passage
36.4
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1570 Edition · fol. Ⅱ.55v.2
[Ⅱ.55v.2] Also verstehestu nun das dise vier Häuw, ob sie wol von dir zuhauwen in ihrer art einerley
bleiben, so werden sie doch im hinhauwen ihe nach dem du die hoch oder nider gegen seinem leib
führest, mit den namen nach den glidern oder ihrer würckung geendert, nun wil ich dir all häuw
so auß disen genomen, ordenlich nach einander setzen und erkleren also.
Ⅱ.55v.2
36.4linked passage
36.5
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WAs ein Oberhauw an ihne selber seye, bistu biß anhero im Schwerdt und Dusacken gnugsam
bericht, wil derohalben jetzt allein leren wie er zugebrauchen, und zu was gelegenheit
er nützlich und dienstlich anzeigen, also steht einer vor dir in der Eysenport oder gerader Versatzung,
so schick dich im zufechten auch also, von dannen hebe dein Wehr mit außgestrecktem arm
gerad ubersich, doch also das dein Wehr in solchem auffheben vor dem gesicht bleibe, und merck
under des welche seiten er dir am blösten gibt, zu der selben seiten hauwe schnits weiß, gerad von
Oben also nahet bey seiner klingen, das es scheinet als woltest du ihme vornen auff die spitz hauwen
hinein, spring behend zur andern seiten, und zucke dein Wehr wider ubersich gegen der selben
seiten (auff welche du gesprungen bist) zum streich, und Hauwe behend auch zu derselben ein
geraden Oberhauw, nahet an seiner klingen schnits weiß durch nider, in solchem Hauwe soltu
mit den füssen im treten weit von einander komen, und das vorder Knie wol fürsich gebogen haben,
auff das sich dein oberleib mit dem Hauw wol fürsich undersich sencke, also das dein Wehr
so vil möglich mit gleicher klingen zur erden fall, fahr behend wider auff mit deinem Wehr, in
das lang ort zur versatzung, ziech under des dein vordern fuß wider zu dir, unnd kom mit deinem [Ⅱ.56r.1] leib wider auffrecht, aber in dem du dich also auffrichtest, so sencke dein Wehr mit dem gefeß
undersich in die Eisenport, so stehestu wie anfangs, unnd so vil von disem Hauw im Vor, im
Nach aber merck dise gelegenheit.
Ⅱ.55v.3Ⅱ.56r.1
36.5linked passage
36.6
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1570 Edition · fol. Ⅱ.56r.2
[Ⅱ.56r.2] So ewer zween im zufechten beide in die vorgemelte Hut oder versatzung komen weren, und
würst alda gewahr, das dein gegenfechter mit Hauwen zu erst fertig ist, so nim war in dem er
her hauwet, so zucke dein vorderen rechten fuß zu ruck, biß an den Lincken, und fahre zugleich in
solchem zu ruckziehen deines fordern Fus, mit ausgestrecktem Wehr ubersich, vor deinem gesicht
in die Höhe, und laß ihn also mit seinem Hauw vor dir fehl gegen der erden verfallen, oder
ob er schon antrifft, das er nicht mehr dann dein geFeß[!] erlangen möge, als bald nun sein hauw
vor deinem gefeß für uber kommen ist, so Hauwe mit einem zusprung deines Rechten fuß schnits
weiß von Oben nider zu seinem Kopff, und das soll behendiglich zugehn, auff das dein hauw
treffe, ehe dann sein Hauw gantz zur erden gesuncken ist. Demnach komme wider in die versatzung
wie nechst gelehrt.
Ⅱ.56r.2
36.6linked passage
36.7
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WIe es sich nun im Fechten begibt, das du jetz Vor, dann Nach hauwest, also schickt es sich
offt das ihren zwen zugleich hauwen, derohalben weil oben der Dempffhauw solcher ursach
halben aus dem obern genomen wirdt, wil ich dir den selbigen auff solche weis dargeben,
nemlich also, wan du ersihest das dein gegenmann auff dich hauwen wil von seiner Rechten,
es geschehe dann schlims, uberzwerch oder von Unden, so merck eben in dem er sein Wehr auff
zeucht zum hauwe, so zucke zugleich auch dein Wehr ubersich, in solchem auffziehen spring behend [Ⅱ.56v] aus dem seinen, gegen seiner Lincken seiten, und führe deinen Oberhauw in dem sein hauw herfleugt
gegen seiner rechten Achsel, also das dein gefeß im herab fahren, deiner klingen etwas vorgang,
auch das du im treten mit den füssen weit von einander komest, auff das dein oberer leib
dem hauwe wol nach gesenckt werde, wie oben auch gesagt, so wirstu ihn entweders auff sein
rechten Arm, oder auff die stercke seiner klingen treffen, mit solchem Hauw soltu ihm sein klingen
zu grundt dempffen, und ihn also schwechen, das du ihm wol ein Hauw oder stich geben kanst,
eh dann er sich wider erholet, Wo er sich aber so bald under deiner klingen wider herfür arbeiten
würde, und dir mit hauwen so eilends nachtringen, also das du ihn ohngefohr zur blösse nicht
Fechten kanst, so trit behend zwifach aus gegen seiner Rechten seiten, unnd zucke neben deiner
Lincken seiten wider zu einem Oberhauw, führe also denselbigen in dem er herhauwet, aussen
uber seinem Rechten arm gegen seiner lincken Achsel, so triffestu abermals entweders von oben
nider den Rechten Arm, oder sein kling wie vor, von der andern seiten, Auch wirt der dempffhaw
auff solche weiß volbracht, schicke dich in die Eisenport vor dir, und in dem er auff zeucht, es
seye von Rechter oder Lincker seyten zum streich, so erhebe behendiglich dein Wehr, und Hauwe
zugleich mit ihm oben auff die stercke seiner klingen, doch also das dein klingen im herab faren
deines Hauws ubersich außstehe, vnd dein geFäß[!] undersich gegen dir hang, Hauw also auff alle
seine häuw dir er auff dich thut, beide von Rechter und Lincker, mit außgestrecktem Arm, und
nider gesencktem leib, welches dann mit weit von einander stehen geschehen kan, so lang biß du
ihn fülest gnugsam geschwecht sein, das du ihm eh er auff kompt und sich wider erholt, zur Blöß
Fechten könnest, in disem allem merck ihe nider er seine häuw auff dich führet, ihe niderer du
mit deinem obern Leib durch weit tretten kommen solt, auff das dein Knopff im Hauwen wol
gegen der erden gesenckt werde, also das du ihm alle seine häuw recht mit deiner Eisenport an=[Ⅱ.57r.1] treffest, hoch oder nider, ihe nach dem er seine häuwe führet. Nun volget der dritte nemlich
Schielhauw, welches ist ein Oberhauw mit verkehrter hand also.
Ⅱ.56r.3Ⅱ.56vⅡ.57r.1
36.7linked passage
36.8
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GEhört gegen die, so mit außgestrecktem Arm steiff vor ihrem gesicht zuversetzen bleiben, dann
du threibest ihn mit solchem auß seiner versatzung ubersich, disen Hauw threib also, wann
du dein gewehr mit ausgestrecktem arm für dir ubersich in die Oberhut gezogen hast zum streich,
und er führet under dessen ein hauw gegen deinem leib, von welcher seiten es seye, so trit du auff
die ander seiten von seinem hauw, und Hauwe von Oben nider auff die stercke seiner Klingen,
doch also das du im herab fahren dein Hand umbwendest, auff das du nicht mit Langer, sonder
etwas mit kurtzer schneid, oder flech auff sein klingen treffest, als bald und in dem die gewehr zu
samen rühren, wo du anderst ihn mit dem eussersten theil deiner klingen mit kurzer schneid nicht
getroffen hast, so stich an seiner Klingen für dir hinein zu seinem gesicht, in solchen hinstechen
verwende die Lang schneid undersich, also das du nach ende des stichs im Langen ort standest,
in der verkehrung der häuw aber merck dise Regel.
Ⅱ.57r.2
36.8linked passage
36.9
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1570 Edition · fol. Ⅱ.57r.3
[Ⅱ.57r.3] Hauwet er von seiner Rechten gegen deiner Lincken, unnd du wilt ihme mit einem Schielhauw
darauff fallen, so verkehr dein Hauw im hauwen außwerts, die halb schneid von dir undersich,
Führet er aber sein Hauw von seiner Lincken gegen deiner Rechten, so verkehr dein hand
im herab Hauwen einwerts gegen deinem leib, die halb schneid undersich, und gilt gleich ob du
mit der flech oder halber schneid an sein klingen kommest, doch ihe neher beyde stercke zusamen[Ⅱ.57v.1] kommen, ehe er dein schwech oder eusserste theil deiner klingen hinder der seinen antrifft.
Ⅱ.57r.3Ⅱ.57v.1
36.9linked passage
36.10
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DIser Hauw hat im Rappier zwen namen, nemlich Zornhauw unnd Wehrstreich, Zornhauw
heist er, wann du solchen hauw ohne hindernus im Vor zum leib hauwest, wie du
aber disen Hauw ihe nach dem er sein Wehr führet, nützlichen zu seiner Blöß Fechten solt, würstu
auß nachfolgenden Exemplen abnemen können, also, Führet er sein Wehr unden, so Hauw
ihm behend und unversehens oberhalb seiner Wehr schlims durch sein gesicht, unnd demnach
behend wider von der andern seiten dargegen, führet er aber sein Wehr hoch, so Hauw im underhalb
seinem Wehr auch schlims durch seinen leib, und das behend wie vor, als dann von der
andern seiten dargegen, und das ist vom Zornhauw, Wehrstreich aber heist er wann du mit solchem
hauw seine Häuw und stich von dir abweisest, dann er hauwe oder steche von Oben was
er wölle, so nimpts diser schlimme Oberhauw (so du in durch sein gesicht und gegen seiner hand
führest) hinwegk, Hauwet er dir aber niderer, nemlichen zu der mitten deines leibs, so füre dein
hauw auch nider schlims gegen seiner hand, also das du im sein klingen antreffest, hauwet er dir
aber noch niderer, nemlich zu deinen füssen, so Hauwe mit gesencktem leib unnd hangender
klingen auch gegen seinen füssen, so geben die klingen im zusamen treffen unden ein kreutz, wie
in diser Figur welche mit dem Buchstaben B. verzeichnet zusehen, auß disen zweyen Zornhäuwen
kompt der Kreutzhauw, nemlich wann du deren zwen von beiden seiten gegen einander führest,
hoch oder nider, wie die drey kreutz an dem Bild in nachgetruckter Figur anzeigen.
Ⅱ.57v.2
36.10linked passage
36.11
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1570 Edition · fol. Ⅱ.57v.3
[Ⅱ.57v.3] Letstlich so soltu auch dise zwen schlime Zornhäuw hoch oder nider, von beyden seiten durch[Ⅱ.58r.1] die drey kreutz (gleich wie vor von einer seyten) mit ihren tritten lernen, artlich und lang von dir
(nicht mit ungestüm) sonder schnitsweis mit gezogenen häuwen Hauwen und volbringen.
Ⅱ.57v.3Ⅱ.58r.1
36.11linked passage
36.12
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1570 Edition · fol. Ⅱ.58r.2
[Ⅱ.58r.2] Zu dem ersten und obersten schicke dich also, stand mit deinem
rechten fuß vor, doch mit dem leib (wie oben gemelt) auff
recht, Hauwe also mit außgestrecktem arm von beiden seiten
schlims durch seine Achsel, in solchem hauwen aber wende
die rechte seiten wol dem hauw nach gegen ihm.
Ⅱ.58r.2
36.12linked passage
36.13
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1570 Edition · fol. Ⅱ.58r.3
[Ⅱ.58r.3] Zum andern mitlern kreutz aber schicke dich uff solche weiß,
kom aber mit dem rechten Fuß vor, doch das du im treten mit
den füssen umb ein schuch oder mehr, weiter von einander
standest dann vor, und biege das knie wol fürsich, auff das du
mit der rechten Achsel von welcher du dann deine häuw herbringest
etwas nider gesenckt, und mit derselbigen dem puncten
des mitlern kreutzes in gleich höhe standest, Hauwe also
von beiden seiten schlims zusamen, durch die mitte des Mans
leib, wie du vor durch sein obern leib gehauwen hast.
Ⅱ.58r.3
36.13linked passage
36.14
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1570 Edition · fol. Ⅱ.58r.4
[Ⅱ.58r.4] Zum understen kreutz aber mustu mit den füssen noch weiter
von einander stahn, wie du dann auch dein vorder kni
mehr dann bißher fürsich gebogen haben solt, also das du mit
deinem obern leib so vil dester mehr dann vor beschehen, undersich
gesenckt standest, unnd also mit der Rechten Achsel[Ⅱ.58v.1] gleich wie den andern, also auch disem in gleich höhe komest, wo dir solches leibs halben unmüglich,
so soltu des undern kreutzes müssig gehn, wie es dann nit für ein jeden &c. Dann wan du im
zun füssen Hauwen, und doch mit dem leib auffrecht bleiben woltest, so kan er mit dem geraden
stich gar bald dein gesicht ereylen, wiewol man zun zeiten ihme unversehen ehe dan ers gewahr
wirt, ein fuß hauw enden kan, deren drey kreutz soltu ein jedes insonderheit sampt iren tritten, fürsich
und hindersich hauwen lernen, damit du deren wann du sie brauchen solt, zuvoren wol geübt
seyest, doch das du alwegen im treten mit dem rechten Fuß vor bleibest, Auch kanst du dich
weiter auff solche weiß nützlichen nach disen dreyen kreutzen Exercieren, also Hauwe den ersten
gegen dem obern kreutz, durch desselbigen lincke uberort hangende Lini, Den andern mit einem fernern
zutrit, von deiner Lincken gegen seiner Rechten uberort durch das mitler kreutz, Den driten
Hauwe wider von deiner Rechten gegen seinem Lincken undern kreutz, schlims durch sein
fuß, mit einem noch weitern zutrit deines vordern fusses, Dise drey häuw sollen behend mit
dreyen zutriten des vordern Rechten fusses volbracht werden, wie du nun von obern biß zu den
undern abgewechselt hast, also kanstu auch von undern biß zu den obern Lini, von einer
zu der andern abwechseln.
Ⅱ.58r.4Ⅱ.58v.1
36.14linked passage
36.15
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DEn mach also, führe ein gewaltigen Oberhaw gegen seim Kopff, doch laß den nicht antreffen
noch rüren, sondern wende die halbe schneid im herab faren deines hauws, außwerts
von dir gegen seinem Lincken ohr, und sencke im also den vordern ort dieff zu seim gesicht, darmit
zwingstu in nicht allein zuversetzen, sondern erholest dich auch hiemit, zu dem nachfolgenden haw, [Ⅱ.59r.1] Also in dem er zuversetzen aufffehrt, so zuck als bald dein geFeß vor deinem gesicht herumb, gegen
deiner Lincken ubersich, und Hauwe im von deiner Lincken ausserthalb seinem Rechten arm, in
dem er auffgefaren ist, schlims von Oben nider zu seiner Rechten Hüfft, solchs sol in einem trit und
zug zugehn, also das du mit dem ersten gezuckten Oberhauw dein Rechten fuß auffhebest, und im
fürttreten denselbigen zugleich in volendung des hüffthauwes wider nider setzest, so hastu in recht
volbracht, diser geht zu beiden seiten, Den selbigen hauw kanstu auch mit eim stich zuwegen bringen,
also stich auß der Eisenport gerichts ubersich zu seinem gesicht, als bald er mit seinem geFeß
auff fert, so Hauw im wie vor zur hüfft.
Ⅱ.58v.2Ⅱ.59r.1
36.15linked passage
36.16
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DEn treib also, stehestu in der Eisenport, so zuck dein geFeß ubersich gegen deiner Lincken, in
die Hut des lincken Ochsen, von dannen zeuch ein Mittelhauw uberzwerch, gegen seiner
Rechten zum gesicht ganz durch, den andern Hauwe eben in demselbigen zuge, von deiner Rechten
gegen seiner Lincken auch gantz durch seine schenckel oder Kni, dise zwen häuw sollen in eim
zug, der erste oben durch sein Rechte, der ander unden durch sein Lincke, behend mit einem zutrit
in einem zirckel (welcher dem Mann oben das gesicht, unnd unden die schenckel durch streicht)
verricht werden, wie er dann auch umb solches zirckels willen, den er im herumb fahren macht,
Rundstreich genant wirt.
Ⅱ.59r.2
36.16linked passage
36.17
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ZU dem schicke dich also, Hauwe den ersten uberzwerch von deiner Rechten gegen seinem gesicht,
laß aber disen nit antreffen, sonder zucke dein gefeß im herhauwen zwischen dir und im,
gegen deiner Lincken in die selbige Hut des Ochsens, und wende die rechte seiten wol gegen deiner Lincken dem geFes nach, aber an disem ort soltu kein augenblick verharren, sonder in dem selbiegn
ubersich zucken so sencke deinen Kopff undersich, und Hauwe den andern umb deinen Kopff gegen
seiner Rechten seiten uberzwerch der mitte oder Achsel zu, doch das solcher hauw auch nit durch,
sonder nur biß an sein versatzung (so er die fürgewendt het) komme, und fahr also in solchen Hauw
mit deinem geFeß abermals ubersich gegen deiner Rechten, laß dein klingen zu ruck wider umbfahren,
unnd Hauw den dritten erst volkomen von deiner Rechten uberzwerch durch sein füß,
Mit den triten aber halt dich also, zu den ersten zweyen Mittelhäuwen, setz dein rechten Fus nur
ein wenig furt, doch nicht fast auf die erd, sonder erhole oder nim eben mit solchem trit das gewicht,
auff das du mit demselbigen fus dester statlicher zum dritten hauw fürt tretten kanst, dann
so baldt der Fus im ersten trit die erden rühret, soll er wider erhebt, und mit dem dritten hauw
furt gesetzt werden.
Ⅱ.59v.1
36.17linked passage
36.18
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1570 Edition · fol. Ⅱ.59v.2
[Ⅱ.59v.2] Dise drey häuw solt du auch in einem zug, gleich einem auffrechten S. mit zweyen tritten behendiglich
volführen, zu dem soll auch der letste hauw am sterckesten, unnd gantz durch gehauwen
werden, der andern zweyen sol keiner durch, sonder nur biß an die blöß, und von denselbigen
wider umb gezuckt werden, unnd das alles wie gesagt einem flug, So du nun dise zwen
Rundstreich, nemlich den einfachen und den doppeln recht unnd wol lerest machen, wie dann[Ⅱ.60r.1] vortheil unnd nicht gewalt, zu allen gezogenen häuwen gehört, wirstu vil schöner und künslicher
stuck daraus Fechten können.
Ⅱ.59v.2Ⅱ.60r.1
36.18linked passage
36.19
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DEn ficht auff solche weiß, führ dein gewehr zur Rechten in der Underhut, oder Eisenport,
und wart ob er dir von seiner Rechten zufechten wölle, sticht oder hauwet er dann von selben
gegen deiner Lincken her, so spring wol gegen seiner Lincken aus seinem stich oder hauw, und
zugleich in solchem sprung, schlage mit der inwendigen flech uberzwerch, oben auff die sterck seiner
klingen, und in dem dein flache klingen auff die seine rühret, so spring under des behend noch
ferner gegen seiner Lincken seiten umb, in des zeuch ihm dein scharpff schneid (nach dem du ihm
sein kling mit der flech undersich getruckt hast) gegen seiner Rechten durch sein Halß, wie du nun
solches von diser seiten volbracht, also kanstu es auch von der andern seiten ins werck richten,
auch kanstu den hauw ohn alle vorbereitung, frey nach dem er sich verfallen oder verhauwen,
durch ein Mittelhauw uberzwerch gegen seinem Halß volführen, wie du dessen in stucken hernach
gnugsame exempel haben wirst.
Ⅱ.60r.2
36.19linked passage
36.20
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MIt dem Fuß wirt hie verstanden das ganz bein, vom Knie an biß auff die Fuß solen, zu welchen
kan gehauwen werden uberzwerch unnd schlims, Der uberzwerch ist nichts anders
dann der Mittelhauw, er geschehe hoch oder nider, Der schlims der Zornhauw, jedoch soltu zu
keinem Fuß hauwen, du habest in dann mit dempffen davon hievor gelert, geschwecht, oder aber [Ⅱ.60v.1] ihm sein kling durch andere stuck genommen, es sey dann sach das er sich mit langem warten versaumpt,
oder sonst ubersich verfahren hette.
Ⅱ.60r.3Ⅱ.60v.1
36.20linked passage
36.21
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DEr Handhauw kan auff vil weg volbracht werden, wie du solches in stucken wol abnemen
wirst, hie aber merck als offt er dir zum füssen hauwet, so muß er die hand weit von sich außstrecken,
Derohalben kanstu im wol mit dem fuß entweichen, und gleich mit zur hand hauwen,
wie dich die zwei Bilder in der Figur welche mit dem Buchstaben B. verzeichnet leren. Zu dem
kanstu auch zur hand hauwen, als offt einer zu hoch oder zu weit umb sich schweifft. Diser Hand
hauw ist im Rappier der fürnemsten einer, dann wan einem das gelegen darmit er sich wehren muß,
hat ers zum halben wo nit gar verloren. Was nun ferner die verfürte und verkerte häuw belanget,
davon wirstu in stucken hernach im andern theil auch gnugsam hören.
Ⅱ.60v.2
36.21linked passage
36.22
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DIsen mach also, Hauwet einer auff dich von seiner Rechten gegen deiner Lincken, so Hauwe
mit einem uberzwerchen oder Underhauw seinem hauw entgegen, und fang im den ihe höher
in der lufft jhe besser auff, merck aber als bald sein hauw auff dein kling glützt, so wende dein
halb schneid an seiner klingen einwerts, und ziech im dein Lange schneid von seiner klingen eilents
ab gegen seinem gesicht durch, in solchem hauw zuck dein gefeß ubersich, und laß die kling under seinem
rechten Arm gegen deiner Lincken durchlauffen, spring zugleich mit gebucktem leib wol gegen
seiner rechten seiten auß, und Hauwe im mit Langer schneid außwendig uber seinen rechten Arm [Ⅱ.61r.1] zum Kopff. Dise drey häuw so du sie recht machst, werden in einem lauff mit einer geschwinde
verricht, aus disem Doppelhauw ist leichtlich abzunemen, wie mann all ander häuw doppeln
solle. Was nun weiter anlangt die Fußhäuw, schlims und uberzwerch, sampt den schlegen,
welcher dann auch gleich wie der häuw vier sein, nemlichen Ober, Schlimer, Uberzwercher
und Underschlag, können auch mit in und außwendiger flech verricht werden.
Ⅱ.60v.3Ⅱ.61r.1
36.22linked passage
36.23
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1570 Edition · fol. Ⅱ.61r.2
[Ⅱ.61r.2] Dieweil aber solche alle in stucken hernach gut zuverstehn, also das unnötig von solchen hie
insoderheit zuhandlen, wil derohalben nun ferner die stich, wie vil deren, unnd wie man die
Fechten sol anzeigen, und solche zu schreiben für fahren.