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Rapier, Chapter 7: Feints (Verführung)

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1570 Edition · fol. Ⅱ.65v.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.65v.3

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1570 Edition · fol. Ⅱ.65v.4

[Ⅱ.65v.4] Zu solcher verführung gehört nun, das du der vier Blösse sampt anderen theilung wol bericht und geübt seyest, also das du Meisterlich einen hauw den du nach einer obern Blösse richtest, im herhauwen sein künstlich unmercksam verziehest, und den eben in dem ersten lauffen auff der selbigen seiten unden durch, oder zu einer Blösse volfüren könnest, des nim diß Exempel, führe [Ⅱ.66r.1] ein gewaltigen Zornhauw gegen seiner Lincken, in dem und ehe dann solcher hauw den halben weg gelauffen, so wende die halb schneid noch in der lufft dieweil die klingen im herfahren ist, gegen ihm einwerts, das es scheinet gleichsam du ihm zum gesicht stechen woltest, eben mit solcher verwandlung in der lufft erholest du dich zu einem andern Hauw, welchen du als dan erst vol komen auch durch sein Lincke thun solt, es sey unden oder oben durch.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.66r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.66r.3

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1570 Edition · fol. Ⅱ.66r.4

[Ⅱ.66r.4] Dann alle reitzung mit geberden oder sonst, wirt erstlich dahin gericht, das du ihn auff bringest aus seinem vorheil zu hauwen oder stechen, so bald er dann herhauwet oder sticht, das du im zum andern sein hauw (darzu du in auff bracht hast durch dein reitzen) mit gewalt auff haltest oder außnemest, und ihn dermassen schwechest, auff das du ihm zum dritten ehe er sich wider erholet in wol ohn schaden rühren und erlangen könnest, als dann ob er sich schon wider erholet du mit schirmstreichen eben als bald wider fertig seyest im zubegegnen, als er kommen kan, doch [Ⅱ.66v.1] damit du solches dester baß verstehn mögest, wil ich dir etliche Exempel, nicht das es eben also sein müste, sonder zur anleytung in bessere stuck, setzen, nemlich.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.66v.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.66v.3

[Ⅱ.66v.3] Item schicke dich in die Eisenporten wie vor, und stell dich mit anschicklichen geberden sam du im zum fuß hauwen woltest, und das auff solche weiß, Im zufechten sihe ihm mit ernsthafften auffgethonen augen steiff auff sein fürgesetzten fus, in des erhebe dein Wehr, und buck dein leib mit auffgehebtem fus, sam du alben zu mit einem zutrit Unden hauwen wöllest, aber in dem du dein fus im zutretten nider setzest, so stiche von dem ort dahin du dein Wehr auffgehaben hast, für dich hinein zum gesicht, in solchem stich behalt dein gesicht sampt den geberden steiff auff seinem fuß, so merckt er den stich nicht biß das er geschehen ist, dann das ubersich heben deines Wehrs zum Hauw ist dir ein erholung zum stich, und endet sich der trit und stich mit einander zugleich, und dise alle soltu gegen die gbrauchen[!] und lernen, welche so steiff in ihrer versatzung ohn alle arbeit stond zu warten, auff dein verhauwen oder stechen, dise mustu also auffbringen, und auß irem [Ⅱ.67r.1] vortheil reitzen, dieweil du ihm nicht also ohn vortheil darffest angreiffen, dann du mußt sorgen das er dich in deinem eigenen stuck uberlang oder fange, derhalben mustu schauwen wie du ihn auß seinem vortheil bringest, damit du solches dester besser verstehn kanst, so will ich das oben angezeigt Reitzen, Nemen, Treffen, kurtzlich widerholen.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.67r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.67r.3

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1570 Edition · fol. Ⅱ.67v.1

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1570 Edition · fol. Ⅱ.67v.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.67v.3

[Ⅱ.67v.3] Vom versetzen und wie vilerley deren im Rappier sondenlich für andern Wehren gebraucht werden.

DEr Versatzung werden hie sibenerley art gefunden, mit namen Absetzen, Abschneiden, Druchgehn, Dempffen, Verhengen, Sperren, auß oder abführen mit auffrechter und mit hangen= [Ⅱ.68r.1] ter kling, Absetzen ist wann du aus der vier Legern eins, die Lang schneid gegen seinem Wehr gekehrt, und in das Langort verwendest, Also führestu dein Wehr in der Underhut zur Rechten, und dein gegenpart hauwet oder sticht auff dich, so trit von seiner Wehr beiseits auß, und fahr mit ausgestrecktem Wehr ubersich, fürsich in das Lang ort, und fang ihm also sein herkomenden stich oder hauw auff dein Lange schneid auff, in dem du ihm aber sein hauw also aufffangest, so stich zugleich mit dem Langen ort für dir hin, das treib auß allen vier Legern.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.68r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.68r.3

[Ⅱ.68r.3] Dempffen.

DAs Dempffen wirt genomen auß dem Oberhauw, wie es dann an ihm selber nichts anders ist, mit welchem Oberhauw alle andere häuw gedempfft unf gebrochen können werden, auff nach geschriben weiß also, schicke dich in die Underhut zut Rechten, wann er dir als dann [Ⅱ.68v.1] von seiner Rechten von Unden oder Oben, gegen deiner Lincken dir zu hauwet, so mercke in dem er sein Arm außstreckt zum streich, so erhebe dein Wehr mit im zugleich, doch also das in solchem erheben dein kling ubersich von dir aus, und dein gefeß undersich gegen dir stande, in solchem allem tritt zwifach aus seinem hauw gegen seiner Lincken, und Hauwe nach ausweisung der auffrechten Lini zu seiner Rechten, mit Langer schneid und gesencktem gefeß, sampt einem weiten zutrit deines Rechten fuß von Oben, so triffestu auff die sterck seiner klingen, also das du in solchem Dempffen dein oberer leib dem hauw nach, wol fürsich uber dein gebogen Kni undersich sencken werdest, auff das dein gefeß im herab fahren etwas vor deiner klingen, mit ausgestrecktem Arm zur erden kom, entzuckt er dir aber die Kling under der deinen herfür, unnd führet wider einen andern gegen deiner Rechten, so spring in eil zwifach mit beiden füssen wol gegen seiner Rechten, und Hauwe abermal von Oben, auswendig uber seinen rechten Arm, in solcher maß wie vor, doch das der hauw nach seiner Lincken auffrechten Linien (wie der vorig nach seiner Rechten Lini) gericht sey, so triffestu aber auff sein sterck, also kanstu mit dem Oberhauw aus allen Legern Dempffen, so lang biß du ihn damit sein Arm dermassen schwechst und müde machest, also das du ihm als dann leichtlich zum leib Fechten kanst.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.68v.2

[Ⅱ.68v.2] Durch gehn.

ISt nichts anders dann wan du ihm in dem er sein kling herführet, under seiner klingen durchfarest gegen der andern seiten, und als dann von derselbigen sein herfliegenden streich abfürest gegen derselbigen seiten, bey welcher du erstlich dein Wehr hieltest, also führest du dein wehr in der rechten Underhut, so merck aldo in dem er sein Wehr zum stich oder hauw herführet, so [Ⅱ.69r.1] führe oder thransforiere dein kling ein wenig gegen der erden hanget under seiner klingen durch in eil gegen deiner lincken seiten, und schneide ihn von der selbigen sein herlauffenden haw oder stich gegen deiner Rechten (ehe er in gantz volbracht hat) ab, also das du mit solchem abschneiden wider in die rechte Underhut komest, und solches kanstu auch thun aus allen Legern zu beiden seiten.

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1570 Edition · fol. Ⅱ.69r.2

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1570 Edition · fol. Ⅱ.70r.1

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